Rhenus führt Book-and-Claim-Lösung mit shipzero ein

17.08.2026 | E-Mobilität, Straße

Klimafreundlichere Transportoptionen sind nicht auf jeder Route unmittelbar verfügbar. Rhenus will seinen Kunden nun ermöglichen, Emissionsminderungen dennoch gezielt zu finanzieren und nachvollziehbar zu bilanzieren.

Die Rhenus Gruppe erweitert ihr Angebot zur Dekarbonisierung von Transportketten. Über eine strategische Partnerschaft mit der Emissionsdatenplattform shipzero führt der Logistikdienstleister eine auditfähige „Book and Claim“-Lösung für Luft-, See- und Straßentransporte ein. Sie steht Kunden ab sofort zur Verfügung.

Der Ansatz richtet sich insbesondere an Unternehmen, die ihre transportbedingten Emissionen reduzieren wollen, aber nur begrenzten Einfluss auf die tatsächlich eingesetzten Verkehrsmittel oder Kraftstoffe haben. Das betrifft auch Rhenus selbst: Als multimodaler Logistikdienstleister greift das Unternehmen in erheblichem Umfang auf externe Transportkapazitäten zurück.

Beim „Book and Claim“-Verfahren müssen emissionsärmere Transportleistung und konkrete Sendung nicht physisch miteinander verbunden sein. Unternehmen können beispielsweise den Einsatz alternativer Kraftstoffe oder batterieelektrischer Fahrzeuge finanzieren. Die daraus resultierende Emissionsminderung wird bilanziell zugeordnet und dokumentiert.

Von SAF bis Elektro-Lkw

Rhenus will das Verfahren für einzelne Sendungen ebenso anbieten wie für größere laufende oder rückwirkende Vereinbarungen. Einbezogen werden können alternative Kraftstoffe im Luft-, See- und Straßentransport sowie batterieelektrische Fahrzeuge.

Damit reagiert das Unternehmen auch auf ein grundlegendes Problem bei der Dekarbonisierung internationaler Lieferketten: Emissionsärmere Technologien und Kraftstoffe stehen bislang nicht flächendeckend und auf allen Transportrelationen zur Verfügung. Book-and-Claim-Modelle sollen Investitionen dort ermöglichen, wo entsprechende Lösungen bereits eingesetzt werden können.

„Durch die Partnerschaft mit shipzero wollen wir Lösungen wie batterieelektrische Fahrzeuge, SAF und SMF ausweiten, um gemeinsam mit unseren Spediteuren den nachhaltigen Wandel voranzutreiben“, sagt Adrian Wojnowski, Manager Sustainable Solutions & Decarbonization bei Rhenus. Eine überprüfbare Book-and-Claim-Bilanzierung werde angesichts wissenschaftlich fundierter Klimaziele für Unternehmen zunehmend wichtiger.

Nachweisbarkeit rückt in den Vordergrund

Eine zentrale Rolle in der Kooperation spielt deshalb die Dokumentation der erzielten Einsparungen. Die shipzero-Plattform soll Rhenus eine auditierbare Nachverfolgung ermöglichen und zugleich den Aufwand durch manuelle Datenverarbeitung reduzieren.

Der Book-and-Claim-Ansatz von shipzero wurde nach Angaben der Unternehmen von der unabhängigen Zertifizierungsstelle Müller-BBM Cert geprüft. Die Methodik orientiert sich unter anderem an ISO 14083, dem MBM Framework des Smart Freight Centre und dem GLEC-Framework. Die über das Verfahren erzielten Emissionsminderungen werden separat von den Emissionen der Scopes 1 bis 3 ausgewiesen.

„Wir sind stolz darauf, dass Rhenus als globaler, multimodaler Logistikdienstleister sein Vertrauen in shipzero gesetzt hat, um eine auditfähige Nachverfolgung von CO2-Einsparungen bereitzustellen“, sagt Martin Jacobs, Director of Client Solutions bei shipzero.

Für Rhenus ist die Kooperation zugleich Teil der eigenen Dekarbonisierungsstrategie im Rahmen der Science Based Targets Initiative (SBTi). Vor allem bei zugekauften Transportleistungen soll das Modell eine Möglichkeit schaffen, den Einsatz emissionsärmerer Technologien und Kraftstoffe zu fördern, auch wenn diese nicht unmittelbar auf der jeweils gebuchten Transportstrecke verfügbar sind.

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