„Wachstum erfolgt weiterhin aus eigener Kraft“

22.05.2026 | Branchenlösungen, Schwertransport

Steigende Kosten, geopolitische Unsicherheiten und der Boom der Energiewende verändern den Schwertransportmarkt spürbar, erklärt Wolfgang Schellerer, Geschäftsführer der Transport- und Hebetechnik bei Felbermayr.

Die Schwertransportbranche steht unter Druck – steigende Kosten, schwächelnde Industriekonjunktur in Deutschland und Österreich, geopolitische Unsicherheiten. Wie würden Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage für Felbermayr in einem Satz beschreiben – und was macht Ihnen dabei die meisten Sorgen?

Wir können die aktuell fehlenden Aufträge aus der Industrie durch Projekte im Bereich der Energiewende kompensieren und sind mit der derzeitigen Auslastung zufrieden. Sorgen bereiten uns allerdings die zunehmenden Genehmigungsauflagen, die steigenden Treibstoffkosten sowie die weltpolitische Lage insgesamt.

Schwertransporte sind extrem kapitalintensiv. Wie gehen Sie mit der aktuellen Zinssituation und der Investitionsplanung um – schieben Sie Projekte auf, oder sehen Sie gerade günstige Zeitfenster für Akquisitionen?

Wir tätigen jene Investitionen, die notwendig und sinnvoll sind. Unser Fuhrpark muss unabhängig von der Zinssituation stets auf dem neuesten Stand der Technik sein. Akquisitionen sind derzeit nicht geplant, Wachstum erfolgt weiterhin aus eigener Kraft.

Kraftstoffkosten machen bei Schwertransporten einen erheblichen Anteil der Gesamtkosten aus. Wie wirken sich die volatilen Spritpreise der letzten Jahre konkret auf laufende Langzeitverträge und Projektkalkulationen aus – und wer trägt letztlich das Preisrisiko, Sie oder Ihre Kunden?

Bereits seit der letzten Treibstoffkrise sind sämtliche Langzeit- und Projektverträge mit einem Dieselfloater abgesichert. Das Preisrisiko trägt damit der Kunde.

Wo stehen Sie aktuell bei der Dekarbonisierung Ihrer Flotte?

Im Schwertransportbereich spielt die Dekarbonisierung derzeit noch eine untergeordnete Rolle, da es aktuell keine
technisch brauchbaren Lösungen für diesen Einsatzbereich gibt.

Batteriegroßspeicher boomen in ganz Europa, Hunderte Container müssen zu ehemaligen Kraftwerksstandorten oder in abgelegene Windparkregionen transportiert werden. Wie groß ist dieses Segment bei Felbermayr heute schon – und was erwarten Sie für die nächsten fünf Jahre?

Neben der Windkraft zählt der Transport von Batteriespeichern bereits heute zu einem wichtigen Geschäftsfeld mit weiterem Wachstumspotenzial in den kommenden Jahren. Unser Fuhrpark wird entsprechend auf diese Anforderungen abgestimmt.

Batteriecontainer bringen logistische Besonderheiten mit sich: Gewicht, Brandschutzauflagen, enge Terminvorgaben der Energieprojekte. Was unterscheidet diesen Transport technisch von klassischen Industriegütern – und wie haben Sie Ihr Know-how dafür aufgebaut?

Dimensionen und enge Terminvorgaben sind wir aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen gewohnt. Neu sind hingegen die speziellen Brandschutzauflagen. Dafür mussten wir unsere Fahrzeuge entsprechend ausrüsten sowie Fahrer und Disponenten gezielt schulen.

Schwertransport und Spezialbau brauchen hochqualifizierte Fachkräfte – Kranführer, Transportplaner, Bauingenieure. Wie stark spüren Sie den Fachkräftemangel operativ, und was macht Felbermayr als Familienunternehmen gegenüber internationalen Konzernen attraktiver?

Der Fachkräftemangel ist auch bei uns allgegenwärtig. Neben einer fairen Entlohnung setzen wir auf modernes Equipment, zeitgemäße Arbeitsplätze, ein gutes Betriebsklima, sichere Bezahlung sowie zusätzliche Leistungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zudem punktet bei Bewerbern die Sicherheit eines traditionellen Familienunternehmens.

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