Die komplette Demontage der vier Windkraftanlagen begann jeweils mit dem kompletten Rotor, der in einem Stück mit der Nabe heruntergehoben wurde. (Foto: Prangl / Günter Menzl)
Der Windpark Groß Sierning in Niederösterreich wird modernisiert. Für das sogenannte Repowering-Projekt wurden vier ältere Windkraftanlagen zurückgebaut – eine Aufgabe, die der Schwerlast- und Kranlogistikspezialist Prangl übernommen hat.
Der Windpark produziert seit über 20 Jahren Strom und versorgt derzeit rund 8.000 Haushalte. Künftig soll die Anlage mit weniger, dafür leistungsstärkeren Windrädern deutlich mehr Energie liefern: Geplant sind sechs Anlagen mit einer Gesamtleistung von 26,5 Megawatt, die rund 22.000 Haushalte versorgen können.
Komplexe Demontage unter schwierigen Bedingungen
Für Prangl lag die größte Herausforderung weniger im eigentlichen Rückbau als in der Logistik. Der Abtransport der einzelnen Komponenten musste exakt koordiniert werden, um Stillstände und zusätzliche Kosten zu vermeiden.
Zum Einsatz kam unter anderem ein 700-Tonnen-Teleskopkran, ergänzt durch einen 130-Tonnen-Hilfskran sowie weitere Spezialgeräte für Transport und Demontage. Die Arbeiten erfolgten in großen Höhen: Rotoren, Generatoren und Turmsegmente wurden Schritt für Schritt abgebaut.
Der Rückbau begann jeweils mit dem Rotor, der inklusive Nabe in einem Stück demontiert wurde. Anschließend folgten schwere Komponenten wie Generatoren und Maschinenhäuser sowie die einzelnen Turmsegmente.
Wetter als limitierender Faktor
Neben der technischen Komplexität stellte vor allem die Witterung eine Herausforderung dar. Kälte, Schneefall und begrenzte Flächen für die Aufstellung der schweren Geräte erschwerten die Arbeiten zusätzlich. Lediglich starker Wind zwang das Team zeitweise zu Unterbrechungen.
„Wir haben mit viel Einsatz und Professionalität den schlechten Bedingungen getrotzt.“, so das Unternehmen in einer Stellungnahme.
Mehr Leistung mit weniger Anlagen
Das Projekt in Groß Sierning steht exemplarisch für den Trend im Windenergiesektor: Alte Anlagen werden durch effizientere ersetzt, um die Flächen besser zu nutzen und die Energieausbeute zu steigern.
Nach Abschluss der Arbeiten sollen fünf neue Windkraftanlagen errichtet werden, während eine bestehende Anlage weiter in Betrieb bleibt. Die Fertigstellung des modernisierten Windparks ist für Mai 2027 geplant.
Mit dem Rückbau schafft Prangl die Grundlage für die nächste Generation der Windenergieproduktion – und zeigt zugleich, wie anspruchsvoll die logistische Umsetzung solcher Transformationsprojekte ist.
