Bisher lag die marktübliche Ladeleistung bei rund 350 Kilowatt. | © Designwerk Technologies AG
eine zentrale Voraussetzung für den wirtschaftlichen Einsatz im Fernverkehr. Bisher lag die marktübliche Ladeleistung bei rund 350 Kilowatt.
Die Tests fanden auf dem Werkhof des Nationalstraßen Gebiets VI (GEVI) in Oberbüren (SG) statt. Unterstützt wurde das Projekt durch das Schweizerische Bundesamt für Energie (BFE). Mit dem Megawatt Charging System (MCS) wurde das Hauptziel des Projekts – der Nachweis des Megawatt-Ladens unter Praxisbedingungen – erfolgreich erreicht.
Spitzenwerte bei den Tests
In schrittweise gesteigerten Abschlusstests wurde eine maximale Ladeleistung von 1.140 Kilowatt erreicht – acht Prozent mehr als die ursprünglich angestrebten 1.050 Kilowatt.
Ein Designwerk-Prototyp mit 1.000 Kilowattstunden Batteriekapazität konnte in nur 42 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden. Dabei wurden 625 Kilowattstunden übertragen, mit einer durchschnittlichen Ladeleistung von 906 Kilowatt – ein neuer Marktbestwert.
„Ein 40-Tonner lädt dank Mega Charging so schnell, wie ein Elektroauto – nur mit deutlich mehr Leistung. Das ist der Schlüssel, um den Schwerlastverkehr zu elektrifizieren“, erklärt Niels Ross, Projektleiter Ladetechnik bei Designwerk.
Flexible Containerlösung mit Pufferspeichern
Das Megawatt-Ladesystem ist als containerbasierte All-in-One-Lösung konzipiert. Integrierte Batteriepuffer speichern überschüssige Energie, entlasten das Netz von Lastspitzen und ermöglichen den Einsatz erneuerbarer Energien wie Solarstrom auch bei fehlender Sonneneinstrahlung. Auch Second-Life-Batterien aus ausgemusterten E-LKW können eingebunden werden – ein ökologischer und ökonomischer Vorteil.
Neue Perspektiven für Langstrecken-Einsatz
Die Ergebnisse zeigen, dass Tagesreichweiten von bis zu 1.000 Kilometern für E-LKW technisch möglich sind. Gleichzeitig bleiben die Ladezeiten innerhalb gesetzlicher Fahrerpausen. Für Ladepunktbetreiber bietet die Technologie eine Möglichkeit, Megawatt-Ladeinfrastruktur ohne teuren Netzausbau bereitzustellen.
Der Nutzen ist auch ökologisch erheblich: Mit elektrischen Fernverkehrs-LKW können jährlich tausende Tonnen CO₂ eingespart werden. Die Dynamik spiegelt sich bereits in den Zulassungszahlen wider – in der Schweiz stieg die Zahl neu immatrikulierter E-LKW im ersten Halbjahr 2025 um 41,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Projektpartner und Ausblick
Beteiligt am Projekt waren neben Designwerk auch die Galliker Transport AG, das Nationalstrassen Gebiet VI (GEVI), die Berner Fachhochschule (BFH), die Ostschweizer Fachhochschule (OST) und Wyssmann LLC.
In den kommenden Monaten will Designwerk die intelligente Netzintegration vorantreiben. Die Kleinserienproduktion läuft bereits, und das finale MCS-Kommunikationsprotokoll wird sukzessive implementiert.