Die Kooperation baut auf den Estnisch-Deutschen Hafentagen 2025 auf. | © Port of Lübeck
Die Lübecker Hafen-Gesellschaft und der Hafen Tallinn haben eine strategische Kooperation vereinbart. Ziel ist es, die Verkehrs- und Logistikverbindungen zwischen Lübeck und Paldiski weiterzuentwickeln und bestehende Transportkorridore zu stärken.
Im Mittelpunkt stehen die Erschließung zusätzlicher Frachtpotenziale, gemeinsame Marktaktivitäten sowie integrierte Logistik- und Serviceangebote. Darüber hinaus wollen beide Partner Daten und Best Practices austauschen sowie Innovations- und Umweltprojekte vorantreiben.
„Zwischen Deutschland und Estland liegen erhebliche Potenziale für eine Verlagerung von Verkehren von der Straße auf das Schiff“, sagt Prof. Sebastian Jürgens, Geschäftsführer der LHG. Lübeck und Paldiski könnten dabei eine wichtige Rolle als leistungsfähige Verbindung im Ostseeraum übernehmen.
Bestehende Linienverkehre als Grundlage
Bereits heute verbinden zwei regelmäßige RoRo-Linienverkehre die Häfen Lübeck und Paldiski. Künftig soll geprüft werden, wie zusätzliche Frachtströme auf diese Verbindungen gelenkt und Transportketten besser aufeinander abgestimmt werden können.
Die Kooperation baut auf den Estnisch-Deutschen Hafentagen 2025 auf, bei denen Vertreter aus Politik, Hafenwirtschaft und Logistik erste Gespräche über eine engere Zusammenarbeit geführt hatten.
Unterzeichnet wurde die Vereinbarung von LHG-Geschäftsführer Sebastian Jürgens und Valdo Kalm, CEO des Hafens Tallinn. Begleitet wurde die Zeremonie unter anderem von Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau, Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen, Estlands Infrastrukturminister Kuldar Leis sowie der estnischen Botschafterin Marika Linntam.
Lieferketten und Sicherheit rücken stärker in den Fokus
Neben wirtschaftlichen Aspekten gewinnt auch die Resilienz von Lieferketten zunehmend an Bedeutung. Die Partner wollen sich künftig zu Themen wie Versorgungssicherheit, kritischer Infrastruktur und militärischer Mobilität austauschen.
Dafür wurde im Memorandum ein gemeinsamer Lenkungsausschuss vereinbart. Zudem planen beide Hafenbetreiber gemeinsame Projekte und Förderanträge auf europäischer und nationaler Ebene.
„Es freut mich, dass wir konkrete, praxisorientierte Vereinbarungen treffen konnten – und nicht einfach nur eine abstrakte Willensbekundung unterschrieben haben“, betont Jürgens.
Mit der Kooperation stärken die LHG und der Hafen Tallinn ihre Rolle als wichtige Logistikdrehscheiben im Ostseeraum und setzen auf eine engere Vernetzung zwischen Deutschland und dem Baltikum.
