„Wir möchten uns nicht mit großen Konzernen vergleichen“

10.04.2026 | Standort

Schnelligkeit, Transparenz und persönliche Betreuung statt Konzernlogik: Martin Lukas, Geschäftsführer der Spedition Lukas, setzt bewusst auf Service als Differenzierungsmerkmal und positioniert sein Unternehmen als Alternative im hart umkämpften Transportmarkt.

Ihr Unternehmen positioniert sich als Servicespezialist in einer Branche, die oft stark über Preis und Margen diskutiert wird. Wie gelingt es einer regionalen Spedition, sich über Servicequalität und persönliche Betreuung vom Wettbewerb abzuheben?

Wir sind mit Abstand die Schnellsten am Markt. Bei der Geschwindigkeit der Beantwortung von Anfragen, Rückfragen etc. sind wir österreichweit die Nummer 1. Dies ist nur mit dem nötigen Know-how möglich, und wir haben ausnahmslos Experten mit Speditionsausbildung im Team. Durch das geballte Fachwissen bekommt der Kunde immer einen marktkonformen Preis, die beste Abwicklung des Transportes und das in Rekordgeschwindigkeit.

Auf Ihrer Website betonen Sie „All-inclusive-Angebote“ ohne typische Zusatzkosten wie Dieselzuschläge oder andere Nebengebühren. Warum haben Sie sich für dieses Modell entschieden – und wie reagieren Kunden darauf?

Die Spedition Lukas gibt es nun seit 2018, und wir setzen seit damals auf eine klare Kostenstruktur. Wir möchten langfristige Kundenbeziehungen und Partnerschaften, und wir verzichten auf versteckte Gebühren auf einem unübersichtlichen Tarifblatt. Unser Streben ist es, die tägliche Arbeit unserer Kunden zu erleichtern, und der Erfolg gibt uns Recht. Kundenfluktuation ist bei uns kein Thema, und wir wachsen seit Jahren auch durch Weiterempfehlungen.

Die Branche ist in den letzten Jahren zunehmend zwischen großen internationalen Logistikgruppen und kleineren, spezialisierten Speditionen aufgeteilt. Welche Chancen haben regionale Logistikunternehmen wie Ihres in diesem Marktumfeld?

Wir möchten uns gar nicht mit den großen Konzernen vergleichen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass insbesondere diese „Großen“ Probleme im Servicebereich etc. haben. Wir sind genau das Bindeglied der Global Player mit Zugang zu den besten Ressourcen, jedoch mit der Handschlagqualität eines eigentümergeführten Unternehmens.

Ihr Schwerpunkt liegt im Landverkehr mit europaweiten Destinationen. Welche Branchen oder Transportsegmente prägen aktuell Ihr Geschäft besonders stark?

Wir sind hier breit aufgestellt, seit jeher war uns das ein großes Anliegen, um Schwankungen in der Wirtschaft gut aufzufangen. Wir haben uns nie auf Länder, Branchen etc. spezialisiert, da uns das nur im gesunden Wachstum eingeschränkt hätte. Wir sind der Servicespezialist im Landverkehr für alle Branchen.

Die Dieselpreise gehören nach wie vor zu den größten Kostenfaktoren im Straßengüterverkehr. Wie gehen Sie als mittelständische Spedition mit diesen Schwankungen um – und welche Auswirkungen spüren Ihre Kunden?

Aktuell haben wir ja sowieso ein Riesenthema, das uns wohl länger beschäftigen wird. Wir versuchen, durch unsere Kostentransparenz und faire Kalkulation dem Kunden die Situation zu erleichtern. Sollten seitens der Regierung jedoch nicht rasch vernünftige Lösungsvorschläge kommen, wird sich die wirtschaftliche Gesamtsituation noch weiter verschlechtern.

Neben Energiepreisen stehen Logistikunternehmen auch vor politischen Rahmenbedingungen wie Mautsystemen, CO₂-Regulierungen oder Fahrermangel. Welche dieser Themen bereiten Ihnen derzeit die größten Sorgen?

Grundsätzlich sind das alles Themen, die uns die tägliche Arbeit erschweren bzw. die der Endverbraucher am meisten zu spüren bekommt. Der Fahrermangel ist aber wohl das größte Dilemma. Geburtenstarke Jahrgänge gehen in Pension, für die „Jungen“ ist der Fernfahrerjob aus vielen nachvollziehbaren Gründen nicht interessant. Hier hätte man schon vor vielen Jahren ansetzen müssen, da steuern wir leider mit Vollgas in eine (Versorgungs-)Katastrophe.

Viele Branchen leiden aktuell unter konjunktureller Unsicherheit und teilweise schwächerer Nachfrage. Wie erleben Sie die wirtschaftliche Situation derzeit aus Sicht einer Spedition im täglichen Geschäft?

Wie bereits kurz erwähnt, versuchen wir es durch die breite Branchenstreuung unserer Kunden. Wenn man aber ehrlich ist, sind wir alle nur Passagiere der derzeitigen tristen Wirtschaftssituation. Ich bin jedoch ein optimistischer Realist, und „irgendwie geht’s immer weiter (bergauf)“.

Wenn Sie nach vorne blicken: Welche Entwicklungen werden die Arbeit von Speditionen in den nächsten fünf bis zehn Jahren am stärksten verändern – und wie bereitet sich Ihr Unternehmen darauf vor?

Die größte Veränderung wird uns die KI bereiten, und wir setzen hier bereits an. Wir versuchen aktuell, diese schon bei uns einzubinden, und möchten aktiv Vorreiter in der Branche sein. Wirtschaftliche Schwankungen, Fahrermangel und geopolitische Verschiebungen werden wohl weiterhin die negativen Entwicklungen sein. Hier werden wir weiterhin beweisen, durch unser Know-how dem Kunden immer die bestmögliche Lösung bieten zu können.

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