Im Mittelpunkt stand die dynamische Entwicklung des VNL im vergangenen Jahr. | © VNL - cityfoto
Der Verein Netzwerk Logistik (VNL) ist mit seinem traditionellen Jahresempfang am 14. Jänner 2026 kraftvoll ins neue Jahr gestartet. Zeitgleich an vier Standorten – Wien, Marchtrenk, Dornbirn und Graz – kamen mehr als 400 Vertreter:innen aus Wirtschaft, Logistik und Supply Chain Management zusammen. Der VNL-Jahresempfang hat sich damit erneut als Fixpunkt für die heimische Wirtschaft etabliert.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Rück- und Ausblick, der von Wien aus live an die weiteren Standorte übertragen wurde. Franz Staberhofer, VNL-Obmann und Leiter Logistikum FH OÖ, sowie Peter Umundum, stellvertretender VNL-Beiratssprecher und Generaldirektor-Stellvertreter sowie Vorstand für Paket & Logistik der Österreichischen Post AG, zogen Bilanz über das Jahr 2025 und skizzierten die strategischen Schwerpunkte für 2026.
Starkes Wachstum und politische Positionierung
Im Mittelpunkt stand die dynamische Entwicklung des VNL im vergangenen Jahr. Die Mitgliederzahl wuchs 2025 um mehr als zehn Prozent auf über 6.200 Personen. Gleichzeitig brachte sich der VNL mit konkreten fachlichen Beiträgen aktiv in die Erarbeitung des aktuellen Regierungsprogramms ein. Ziel ist es, Logistik, Supply Chain Management (SCM) und Procurement als zentrale Wettbewerbsfaktoren des Wirtschaftsstandorts Österreich nachhaltig zu verankern.
Als größtes Logistiknetzwerk des Landes will der VNL diesen Wachstumskurs 2026 fortsetzen. Zentrale Hebel sind der Ausbau des VNL-Campus für Aus- und Weiterbildung, eine stärkere internationale Ausrichtung sowie inhaltliche Impulse zur Standortstärkung.
Klare Agenda für 2026
Franz Staberhofer (VNL-Obmann und Leiter Logistikum FH OÖ) betont: „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, unseren Wachstumskurs im vergangenen Jahr erfolgreich fortzusetzen. Trotz eines herausfordernden konjunkturellen Umfelds konnten wir die Mitgliederzahl 2025 um mehr als zehn Prozent erhöhen“, erklärt er. „Unser Anspruch ist es, dieses Wachstum mit einem hohen Qualitätsniveau zu verbinden. Daher werden wir 2026 unser Aus- und Weiterbildungsangebot gezielt ausbauen und gleichzeitig unsere internationalen Aktivitäten weiter intensivieren. In Zukunft soll auch das soziale Engagement stärker in die VNL-Arbeit integriert werden, um durch Logistik besser humanitäre Unterstützung leisten zu können. Ein weiterer internationaler Akzent folgt im Februar 2026, wenn der VNL erstmals die Preisverleihung der European Logistics Association (ELA) in Wien ausrichtet. Die Veranstaltung wird mit einer transatlantischen Supply-Chain-Konferenz kombiniert und bringt hochrangige internationale Vertreter:innen aus Wirtschaft und Logistik nach Österreich. Für einen starken Wirtschaftsstandort braucht es leistungsfähige Logistik, Supply Chain Management und Procurement – sie sind wesentliche Erfolgsfaktoren“, so Franz Staberhofer abschließend. „Dazu werden wir uns auch künftig aktiv in die strategischen Prozesse der Bundesregierung einbringen und unseren fachlichen Beitrag zu den Strategien der Regierung leisten.“
Logistik zwischen Klimazielen und Wettbewerbsfähigkeit
Auch Peter Umundum (stv. VNL-Beiratssprecher und Generaldirektor-Stellvertreter sowie Vorstand für Paket & Logistik, Österreichische Post AG) unterstrich die strategische Bedeutung der Branche: „2026 stellt die Logistik vor zwei verbundene Aufgaben: Klimaziele erreichbar machen und Wettbewerbsfähigkeit sichern. Das gelingt, wenn wir Dekarbonisierung im Straßengüterverkehr verlässlich umsetzen, Fachkräfte gewinnen, das Wachstum im E-Commerce klug nutzen und Kosten planbar halten. Unsere Forderungen als Branche sind klar: Wir brauchen einen strategischen, strukturierten Dialog mit verlässlicher Abstimmung von Maßnahmen. Im Zentrum steht eine branchengerechte, technologieoffene Roadmap zur Dekarbonisierung – mit kontinuierlichem Monitoring, Investitionsanreizen für neue Fahrzeuge und der Förderung alternativer Antriebe und Kraftstoffe wie HVO und E Mobilität, flankiert vom gezielten Ausbau von Lade und Tankinfrastruktur. Kosten müssen planbar bleiben; eine ausgewogene Ausgestaltung der Lkw Maut stärkt Versorgungssicherheit und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Wir sollten die Chancen des E Commerce nutzen und den Luftfrachtstandort Wien als Verzollungs-Drehscheibe weiterentwickeln. Ebenso brauchen Unternehmen stabile rechtliche Rahmenbedingungen – Bürokratie darf nicht ausufern, sonst verlieren wir Tempo bei Investitionen und dem Kampf gegen die Klimakrise.“
KI als Wettbewerbshebel der Logistik
Der Wiener Empfang fand in den Räumlichkeiten von Accenture statt. Christian Winkelhofer, Geschäftsführer von Accenture, hob in seiner Begrüßung die Bedeutung strategischer Vorbereitung in Zeiten anhaltender Unsicherheit hervor. In der Keynote „Logistik als Wettbewerbshebel: Exzellenz durch KI“ zeigte Jürgen Endress, Geschäftsführer von Accenture, wie Künstliche Intelligenz bereits heute als operatives Führungsinstrument wirkt:
„Wir erleben ein Jahrzehnt ohne verlässliche Stabilität: Führung heißt heute, Unsicherheit aktiv zu managen. Logistik entscheidet über Resilienz, Kundenzufriedenheit und wirtschaftliche Ergebnisse. KI ermöglicht schnellere Entscheidungen, höhere Produktivität sowie robuste End to End Prozesse und wird damit zum zentralen Wettbewerbsfaktor.“
Anhand konkreter Praxisbeispiele verdeutlichte Endress, wie KI bereits heute Reklamationen automatisiert bearbeitet, Logistikrechnungen intelligent prüft und mithilfe digitaler Zwillinge die Produktivität in Lagern steigert.
Mit dem starken Jahresempfang 2026 unterstreicht der VNL seinen Anspruch, Logistik, SCM und Procurement nicht nur fachlich weiterzuentwickeln, sondern aktiv in die wirtschafts- und industriepolitische Diskussion einzubringen – als Fundament für einen leistungsfähigen und zukunftssicheren Standort Österreich.
