Software wird entscheidend sein

18.09.2026 | Automatisierung, Digitalisierung

Jan Zuurbier, CEO von Swisslog, spricht über KI im Lager, skalierbare Systeme, ungenutzte Datenpotenziale und die Frage, warum künftig vor allem Software über den Erfolg von Intralogistiklösungen entscheiden wird.

Der Markt für Lagerautomatisierung wächst dynamisch – gleichzeitig steigen die Anforderungen an Flexibilität und Resilienz. Wo sehen Sie aktuell die größten strukturellen Veränderungen?

Wir erleben einen grundlegenden Wandel: weg von effizienz- hin zu resilienzgetriebener Automatisierung. Eine weitere zentrale Veränderung ist der Wandel hin zu modularen, softwaredefinierten Lagern. Hardware bleibt essenziell, aber die echte Differenzierung kommt zunehmend von der intelligenten Orchestrierung der Systeme.

Wie wichtig ist die Fähigkeit, Automatisierungslösungen schrittweise zu skalieren?

Das ist absolut entscheidend. Automatisierung ist längst nicht mehr nur etwas für Großunternehmen. Mittelständische Unternehmen brauchen Lösungen, die mit ihnen wachsen, beginnend mit einer überschaubaren Investition und schrittweiser Erweiterung. Deshalb stehen skalierbare Systeme – sowohl bei Hardware als auch Software – im Zentrum unseres Angebots. Das senkt die Einstiegshürde und macht die Investition zukunftssicher. 

Mit SynQ positionieren Sie Ihre Warehouse-Management-Software als zentrale Steuerungsplattform. Welche Rolle spielt Software künftig im Wettbewerb der Intralogistiklösungen?

Software wird der entscheidende Faktor sein – ohne Frage. Mit Plattformen wie SynQ bewegen wir uns hin zu einer einheitlichen und modularen Orchestrierungs- und Ausführungsebene, die alle Automatisierungskomponenten verbindet. In Zukunft werden Kunden Lösungen nicht nur nach Hardware-Performance auswählen, sondern danach, wie gut die Software Komplexität orchestrieren, sich in ihre IT-Landschaft integrieren und den Betrieb kontinuierlich optimieren kann. Die Software-Plattformen der Zukunft müssen hin zu Intent-Based Logistics, also absichtsbasierten Lösungen, gehen und Einblicke sowie Optimierungsszenarien liefern. Dahingehend entwickeln wir SynQ. Wir haben auch erkannt, dass Kunden in SAP-Umgebungen besondere Bedürfnisse haben. Deshalb optimieren wir unsere Fähigkeiten und Angebote rund um SAP EWM in die gleiche Richtung.

Welche Rolle spielt KI bereits heute in Ihren Systemen – etwa in der Steuerung von Materialflüssen oder der Optimierung von Lagerprozessen?

Künstliche Intelligenz ist bereits in vielen Teilen unserer Systeme und Entwicklungsbereiche eingebettet, auch wenn das für den durchschnittlichen Nutzer oft unsichtbar ist.

Wir setzen sie für dynamisches Slotting ein, d. h. zur Auftragspriorisierung und Flussoptimierung. Zunehmend helfen KI-Systeme dabei, aus historischen Daten zu lernen und sich in Echtzeit anzupassen. Der nächste Schritt wird autonomere Entscheidungsfindung innerhalb klar definierter Parameter sein. Ein Beispiel ist unser Load Building Management, welches die Palettenbildung optimiert.

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