Auf rund 230.000 Quadratmetern sollen mehr als 3,3 Millionen Lagerplätze entstehen. | © SKECHERS
Der US-Schuhhersteller Skechers baut seine Logistikkapazitäten in Europa massiv aus. In Lüttich entsteht ein neues hochautomatisiertes Distributionszentrum, das künftig die europäischen Märkte zentral versorgen soll. Für die Intralogistik hat Skechers den österreichischen Automatisierungsspezialisten KNAPP beauftragt.
Die Dimensionen des Projekts sind beträchtlich: Auf rund 230.000 Quadratmetern sollen mehr als 3,3 Millionen Lagerplätze entstehen. Die Anlage wird für ein monatliches Volumen von bis zu zehn Millionen Schuhpaaren ausgelegt und zählt nach Angaben der Unternehmen zu den größten Automatisierungsprojekten der europäischen Fashion- und Footwear-Logistik.
Erste Bereiche sollen ab Ende 2028 für die Belieferung des europäischen Marktes zur Verfügung stehen. Anschließend wird die Anlage schrittweise hochgefahren, der vollständige Go-Live ist für Mitte 2030 geplant.
Wachstum bringt bestehendes Lager an seine Grenzen
Mit der Investition reagiert Skechers auf Kapazitätsengpässe am bisherigen europäischen Distributionszentrum in Milmort in der Provinz Lüttich. Der neue Standort soll nicht nur zusätzliche Lager- und Umschlagskapazitäten schaffen, sondern zugleich den Anteil manueller Prozesse reduzieren.
Die Region bleibt damit das Zentrum der europäischen Logistik des Unternehmens. Skechers nutzt die Wallonie nach eigenen Angaben bereits seit mehr als 23 Jahren als Basis für seine Aktivitäten in Europa.
„Seit mehr als 23 Jahren vertraut Skechers auf die Wallonie als strategische Basis für seine europäischen Aktivitäten. Diese neue Entwicklungsstufe ist das nächste Kapitel unserer Erfolgsgeschichte“, sagt David Weinberg, COO von Skechers.
Mehr als drei Millionen Kartons im Shuttle-Lager
KNAPP verantwortet eine integrierte Automatisierungslösung für den Materialfluss vom Wareneingang bis zum Versand. Das Herzstück bildet ein Evo-Shuttle-System für die direkte Kartonlagerung mit mehr als drei Millionen Stellplätzen. Damit soll eines der weltweit größten Systeme dieser Art entstehen.
Ergänzt wird es durch weitere Shuttle-Systeme für Nachschub und Pufferung, Ware-zur-Person-Arbeitsplätze, eine automatisierte Palettenlagerung sowie Förder- und Sortiertechnik. Gesteuert und miteinander vernetzt werden die einzelnen Bereiche über die KNAPP-Software KiSoft.
Eine besondere Herausforderung liegt dabei in den hohen Warenmengen und unterschiedlichen Karton- und Produktgrößen. Die Anlage wird deshalb von Beginn an darauf ausgelegt, steigende Volumina innerhalb des bestehenden Systems abbilden zu können.
„Dieses Logistikzentrum der nächsten Generation, das in enger Zusammenarbeit mit den Teams von Skechers entwickelt wurde, stellt einen bedeutenden technologischen Schritt nach vorne dar“, sagt Oliver Lehner, Vice President Partner & Products Solutions bei KNAPP.
Automatisierung soll weiteres Wachstum ermöglichen
Neben der Technik übernimmt KNAPP auch Aufgaben für den späteren Betrieb der Anlage. Vorgesehen sind vorausschauende Wartung und dauerhaft am Standort eingesetzte Resident Engineers. Damit soll insbesondere die Verfügbarkeit der hochgradig vernetzten Systeme abgesichert werden.
Für KNAPP zählt der Auftrag zu den bedeutendsten Projekten im Fashion- und Lifestyle-Segment der vergangenen Jahre. Für Skechers wiederum ist das neue Zentrum vor allem eine langfristige Kapazitätsentscheidung: Statt die europäische Distribution auf zusätzliche Standorte aufzuteilen, bündelt das Unternehmen große Warenmengen an einem zentralen Hub und setzt dabei auf einen hohen Automatisierungsgrad.
Mit einer Auslegung auf bis zu zehn Millionen Schuhpaare pro Monat zeigt das Projekt zugleich, welche Größenordnungen automatisierte Distributionszentren im Fashion- und Footwear-Segment inzwischen erreichen. Entscheidend wird sein, dass die Technik nicht nur die heutigen Volumina bewältigt, sondern die geplante Expansion von Skechers über viele Jahre mittragen kann.
