Mit der Investition setzt Siemens auf eine Kombination aus hoher Lagerdichte, Skalierbarkeit und digitaler Vernetzung. | © KNAPP/Niederwieser
Die Siemens AG erweitert ihren Standort in Karlsruhe und setzt dabei auf ein neues Lagerrobotik-System des österreichischen Intralogistikanbieters KNAPP. Herzstück der Automatisierung ist das dreidimensionale AeroBot-System, dessen Inbetriebnahme für 2026 geplant ist. Siemens zählt damit zu den ersten Unternehmen in Deutschland, die diese Technologie einsetzen.
Mit dem Ausbau will Siemens die internen Logistikprozesse im Bereich der Elektronikfertigung leistungsfähiger und skalierbarer gestalten.
30.000 Stellplätze auf 27 Ebenen
Das neue automatische Kleinteilelager umfasst rund 30.000 Stellplätze auf 27 Ebenen. Behälter werden künftig vierfachtief gelagert. Im Endausbau sollen 21 AeroBots bis zu 280 Ein- und Auslagerungen pro Stunde ermöglichen. Die autonomen Roboter bewegen sich horizontal und vertikal entlang der Regale und können jeden Bereich des Systems redundant erreichen.
Die Anlage ist über bestehende Fördertechnik in die Kommissionierung und den Wareneingang integriert. Ziel ist es, die Materialversorgung im Zweischichtbetrieb stabil zu sichern und gleichzeitig Durchsatz sowie Effizienz zu erhöhen.
„Mit dem AeroBot-System machen wir die internen Logistikprozesse am Standort Karlsruhe noch leistungsfähiger. Die Lösung fügt sich optimal in die bestehenden Gegebenheiten ein und ist gleichzeitig für zukünftiges Wachstum ausgelegt“, sagt Christian Brauneis-Lieb, Managing Director KNAPP Industry Solutions.
Vernetzung mit SAP und Ausbau der AMR-Flotte
Gesteuert wird das System über die Logistiksoftware KiSoft One, die an das bestehende SAP EWM von Siemens angebunden ist. Damit sollen Transparenz und Materialflusssteuerung weiter optimiert werden.
Parallel wird auch der Einsatz autonomer mobiler Roboter (AMR) am Standort ausgebaut. Die Zahl der Open Shuttles steigt von drei auf sechs Fahrzeuge. Diese unterstützen bereits seit mehreren Jahren die Produktionsversorgung in Karlsruhe.
Mit der Investition setzt Siemens auf eine Kombination aus hoher Lagerdichte, Skalierbarkeit und digitaler Vernetzung – ein Schritt, der die bestehende Partnerschaft mit KNAPP weiter vertieft und den Standort in Richtung Smart Production weiterentwickeln soll.
