Schifffahrt wegen Niedrigwassers vor Kollaps

11.08.2026 | Binnenschifffahrt

Schlechte Prognosen für Rhein und Donau, spürbare Auswirkungen der Trockenheit.

Der Rhein schreibt dieser Tage traurige Geschichte. Der Pegel in Düsseldorf stürzt weiter ab und nähert sich einem historischen Tiefstand. Am Montagmorgen lag der Wasserstand bei nur noch 16 Zentimetern. Bis Ende dieser Woche könnte der Pegel noch wesentlich tiefer fallen. 

„Im Prinzip ist der Rhein damit nicht mehr durchgängig befahrbar und damit zweigeteilt“, warnte Jens Schwanen, Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB). 

Die Folgen für die Binnenschifffahrt sind verheerend. Geringere Ladungsmengen reduzieren die Transportkapazität massiv. Die Auswirkungen sind auch auf der Straße spürbar. In Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und dem Saarland gilt eine Ausnahmeregelung für Lkw-Transporte von Gütern, die wegen der niedrigen Wasserstände nicht oder nur eingeschränkt per Schiff transportiert werden können. 
Besonders dramatisch zeigt sich die Situation bei Kaub, zwischen Koblenz und Mainz. Der Pegelstand dort gilt als Referenzwert für die Rheinschifffahrt, und ein einstelliger Wert ist innerhalb der nächsten Tage wahrscheinlich. 

„Die gewerbliche Schifffahrt wird bei derart niedrigen Wasserständen in der Region keinen Gütertransport mehr durchführen können“, so Schwanen. Das Gleiche gelte für die Ausflugs- und Kreuzfahrtschifffahrt. 

Zweiteilung denkbar
Die Folge wäre eine Zäsur für den Rhein, da zwei getrennte Gebiete entstünden. Zwischen den Nordseehäfen Amsterdam, Rotterdam, ‌Antwerpen und der Region Köln wäre noch Schiffsverkehr über ​den Rhein und das westdeutsche Kanalgebiet möglich.
„Und es gibt weiter südlich Schiffsverkehr an den Nebenflüssen Neckar, Mosel, ​Main, Main-Donau-Kanal“, sagt Schwanen. Der Main-Donau-Kanal ist international ein entscheidendes Verbindungsstück der Route von und nach Südosteuropa und zum Schwarzen Meer. 

Donau im kritischen Bereich
Die Situation an der Donau ist weiterhin kritisch. Die Güterschifffahrt ist bereits weitgehend zum Erliegen gekommen. Mit größeren Mengen Niederschlag wird nicht gerechnet. Normalerweise werden die Pegeltiefstände erst im Spätsommer oder Herbst erreicht.
Ende Juli wurde beim Pegel Kienstock, Bezirk Krems ein historischer Tiefstwert von 109 Zentimetern gemessen. Am Montag war der Pegelstand bei der Messstelle in der Wachau mit 122 Zentimetern nur geringfügig höher. 

„Die Lage ist weiterhin angespannt und ernst“, teilt der Wasserstraßenbetreiber viadonau mit.
Die aktuelle Niederwasserperiode bewegt sich auf dem Niveau der bisher markantesten Vergleichsjahre 2003 und 2018. 2018 war das bislang letzte historische Niederwasserjahr. Damals brach das Transportaufkommen auf der österreichischen Donau um 25,1 Prozent ein, von 9,6 Millionen auf 7,2 Millionen Tonnen.

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