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Am kritischen Pegel Kaub erreichte der Wasserstand des Rheins Mitte August mit nur noch acht Zentimetern einen historischen Tiefpunkt. Damit unterbot der Rhein den bisherigen Rekord aus dem Dürrejahr 2018 um ganze 17 Zentimeter. Zwar erholte sich der Pegelstand bis Montag, doch für die Industrie und Logistikbranche bleibt die Lage angespannt. Für eine volle Beladung der Frachtschiffe wäre eine Wassertiefe von mindestens 1,50 Meter nötig. Die Schiffe müssen weiterhin nur teilbeladen fahren.
0,4 Prozent weniger Wirtschaftsleistung
Die Auswirkungen sind dramatisch. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) beziffert den volkswirtschaftlichen Schaden auf fast 18 Milliarden Euro, das entspricht einem Verlust von 0,4 Prozent der Wirtschaftsleistung. Auch die Analysten von Oxford Economics warnen vor negativen Effekten. Die Tiefstände könnten das deutsche Wirtschaftswachstum im dritten Quartal um 0,2 Prozent dämpfen.
Besonders hart trifft es die regionale Wirtschaft. Laut einer Umfrage der IHK Rheinhessen leiden fast drei Viertel der Unternehmen unter den Folgen des Wassermangels. Viele Betriebe melden Transportkostensteigerungen von über 50 Prozent. In der Spitze verdoppelten sich die Frachtraten.
Angesichts der zunehmenden Dürreperioden fordern Branchenvertreter grundlegende Reformen. HGK-Chef Bauer plädiert für ein umfassendes Neubauprogramm. Bis 2035 sollen 1.000 neue, niedrigwassergeeignete Schiffe gebaut werden. Der jährliche Förderbedarf wird auf 400 bis 500 Millionen Euro geschätzt. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (DSLV) warnt vor Versorgungsengpässen.
Umweltminister Carsten Schneider warnt vor einer dramatischen Entwicklung: Deutschland habe in den letzten 25 Jahren bereits 60 Milliarden Kubikmeter Wasser verloren. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten die Kosten der Wasserknappheit bis 2050 auf bis zu 625 Milliarden Euro ansteigen.
