Für 2026 erwartet der Vorstand eine Verbesserung der Ergebnisse. | © ÖBB
Die ÖBB haben im Geschäftsjahr 2025 ein gemischtes Ergebnis vorgelegt. Zwar stiegen die Gesamterträge um acht Prozent und das operative Ergebnis (EBIT) um vier Prozent, das Ergebnis vor Steuern (EBT) brach jedoch um 40 Prozent auf 68,1 Millionen Euro ein. Hauptgrund ist die schwache Entwicklung im Güterverkehr.
ÖBB-CEO Andreas Matthä spricht dennoch von einem soliden Ergebnis: „In Anbetracht der schwierigen Wirtschaftslage haben wir uns mit dem Ergebnis 2025 doch wacker geschlagen.“
Rail Cargo Group unter Druck
Besonders stark belastet wurde der Konzern durch die Rail Cargo Group (RCG). Die Transportleistung im Schienengüterverkehr ging infolge der Industrierezession um vier Prozent auf 26,2 Milliarden Nettotonnenkilometer zurück. Gleichzeitig verschärfte sich der Wettbewerb mit der Straße.
Unterm Strich rutschte die Gütersparte tief in die Verlustzone: Das EBT lag bei minus 135,5 Millionen Euro – deutlich schlechter als im Vorjahr (minus 24,5 Millionen Euro). Neben dem schwachen Marktumfeld wirkten sich auch eine Wertberichtigung von Beteiligungen sowie Verwerfungen im Agrarbereich negativ aus.
Selbst bereinigt blieb das Ergebnis negativ. Ursachen sind unter anderem veränderte Warenströme, längere Transportwege infolge von Baustellen sowie hohe Energiepreise.
Die ÖBB haben bereits reagiert: Mit dem Programm „Compete“ sollen Kosten gesenkt und Strukturen angepasst werden. Zudem werden unrentable Produkte eingestellt und die Auslastung stärker nachgefragter Verbindungen erhöht. Für 2026 erwartet der Konzern eine Verbesserung.
Infrastruktur als Stabilitätsanker
Im Gegensatz dazu entwickelte sich die ÖBB-Infrastruktur AG stabil. Die Betriebsleistung stieg um drei Prozent auf 177 Millionen Zugkilometer. Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich auf 15,1 Millionen Euro.
Die Infrastruktur bleibt damit ein zentraler Pfeiler im Konzern – auch angesichts umfangreicher Investitionen. Insgesamt investierten die ÖBB 2025 mehr als fünf Milliarden Euro, unter anderem in Großprojekte wie die Koralmbahn, den Brenner Basistunnel und den Semmering-Basistunnel.
Zusätzlich flossen Mittel in erneuerbare Energie und Digitalisierung. Der Eigenversorgungsanteil bei Bahnstrom soll bis 2030 auf 80 Prozent steigen.
Investitionen trotz Sparvorgaben
Trotz staatlicher Sparvorgaben und reduzierter Rahmenpläne halten die ÖBB an ihrem Investitionskurs fest. CFO Manuela Waldner betont: „Insgesamt stehen wir als ÖBB Konzern operativ stabil da und investieren weiterhin konsequent in die Zukunft.“
Parallel wächst auch die Bilanzsumme weiter – auf rund 46,9 Milliarden Euro. Treiber sind vor allem Investitionen in Infrastruktur und Sachanlagen.
Ausblick: Turnaround im Güterverkehr im Fokus
Für 2026 erwartet der Vorstand eine Verbesserung der Ergebnisse – insbesondere im Güterverkehr. Entscheidend wird sein, ob die eingeleiteten Maßnahmen greifen und sich das wirtschaftliche Umfeld stabilisiert.
Klar ist: Während der Personenverkehr weiterhin stabile Erträge liefert, bleibt der Schienengüterverkehr die größte Herausforderung für den ÖBB-Konzern.
