Niedrigwasser auf Donau und Rhein

17.07.2026 | Binnenschifffahrt, Wasser

Die anhaltende Trockenheit setzt den Wasserstraßen in Mitteleuropa weiter zu. An der Donau wurde ein neuer historischer Tiefststand gemessen. Während die Binnenschifffahrt ihre Transporte unter erschwerten Bedingungen fortführt, fordern Reedereien langfristige Investitionen in eine klimafeste Infrastruktur.

Die anhaltende Trockenheit und der fortschreitende Gletscherrückgang verändern die Wasserführung von Donau und Rhein zunehmend. Am Pegel Pfelling an der Donau wurde am 15. Juli mit 222 Zentimetern ein neuer historischer Tiefststand registriert und damit der bisherige Rekord aus dem Jahr 2018 unterschritten. Für zahlreiche Binnenschiffe reicht die verbleibende Fahrrinnentiefe nicht mehr aus, um mit voller Beladung oder überhaupt noch zu verkehren.

Nach Einschätzung der Reedereien MSG und Bavaria handelt es sich dabei nicht mehr um ein außergewöhnliches Wetterereignis, sondern um eine langfristige Folge des Klimawandels. Besonders betroffen seien frei fließende Abschnitte von Donau und Rhein, während staugeregelte Wasserstraßen wie der Main durch den Schleusenbetrieb derzeit weniger stark eingeschränkt würden.

Transporte laufen trotz eingeschränkter Schiffbarkeit weiter

Trotz der schwierigen Bedingungen halten beide Unternehmen ihre Transporte aufrecht. Dafür werden gezielt Schiffe eingesetzt, die auch bei geringerer Fahrrinnentiefe betrieben werden können. Zudem passen die Reedereien Beladung, Routen und Fahrpläne laufend an die aktuelle Situation an.

„Wir passen Beladung, Routen und Fahrpläne laufend an die eingeschränkte Schiffbarkeit an und halten Transporte von Agrarprodukten, Baustoffen, Stahl und weiteren Gütern bestmöglich aufrecht“, erklärt Martin Staats, Vorstand der MSG eG.

Auch Andreas Dicke, Vorstand der Bavaria Schiffahrts- und Speditions-AG, verweist auf die enge Zusammenarbeit innerhalb der Lieferketten: „Niedrigwasser in dieser Intensität ist für alle eine enorme Herausforderung. Wir arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen, um die Lieferketten zu stabilisieren.“

Von den niedrigen Wasserständen betroffen sind unter anderem die Agrarwirtschaft, die Stahl- und Baustoffindustrie sowie Häfen und weitere Nutzer der Wasserstraßen.

Reedereien fordern Investitionen in die Wasserstraßen

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Extremwetterereignisse appellieren MSG und Bavaria an Politik und Infrastrukturbetreiber, die Wasserstraßen widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Gefordert werden unter anderem der Ausbau kritischer Flussabschnitte, verlässliche Pegel- und Prognosedaten, die Modernisierung der Flotten sowie eine abgestimmte Strategie von Bund, Ländern und Infrastrukturbetreibern.

„Die Wasserstraße bleibt ein klimafreundlicher und leistungsfähiger Verkehrsträger, wenn wir sie jetzt gemeinsam an die neue Realität anpassen“, betont Staats.

MSG eG mit Sitz in Würzburg und die Bavaria Schiffahrts- und Speditions-AG aus Stockstadt zählen zu den größten Binnenschifffahrtsunternehmen Süddeutschlands. Gemeinsam verfügen sie über rund 85 Schiffseinheiten und sind auf den Rhein-Main-Donau-Verkehr spezialisiert.

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