Als wesentlichen Belastungsfaktor nennt die BVL die geopolitische Lage. | © BVL
Der vom ifo-Institut für die BVL erhobene Logistik-Indikator zeigt für das zweite Quartal einen Rückgang in allen wesentlichen Kategorien. Während die aktuelle Geschäftslage mit 82,3 Punkten nur leicht unter dem Vorquartal liegt, fielen die Geschäftserwartungen deutlich von 87,6 auf 80,3 Punkte.
Auch das Geschäftsklima gab spürbar nach und sank von 85,6 auf 81,3 Punkte.
„Das ist kein Einbruch, aber ein klares Signal, dass die Stabilisierung aus dem Jahresauftakt nicht automatisch weiterträgt“, erklärt Kai Althoff, Vorstandsvorsitzender der BVL und CEO von 4flow.
Dienstleister stärker betroffen als Verlader
Ein differenzierter Blick auf die Ergebnisse zeigt Unterschiede innerhalb der Branche. Während die Verlader ihre aktuelle Geschäftslage sogar leicht besser bewerten als im ersten Quartal, verzeichneten Logistikdienstleister einen deutlichen Rückgang.
Nach Einschätzung der BVL deutet dies darauf hin, dass Dienstleister weiterhin einen Teil der Risiken in den Lieferketten für ihre Kunden abfedern und dadurch stärker unter den aktuellen Marktbedingungen stehen.
Geopolitik belastet Lieferketten
Als wesentlichen Belastungsfaktor nennt die BVL die geopolitische Lage. Insbesondere der anhaltende Konflikt mit dem Iran und die Unsicherheit über mögliche Auswirkungen auf wichtige Handelsrouten wie die Straße von Hormus beeinflussen die Erwartungen vieler Unternehmen.
Die Verschlechterung der Stimmung setzte bereits im März und April ein. Im Mai zeigte sich laut den Daten erstmals wieder eine leichte Stabilisierung.
„Einmal mehr zeigt sich die Abhängigkeit der Logistikbranche und der deutschen Wirtschaft von der geopolitischen Weltlage“, sagt Althoff.
Resilienz bleibt zentrale Aufgabe
Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten sieht die BVL den Schwerpunkt weiterhin in der Stärkung widerstandsfähiger Lieferketten. Unternehmen müssten ihre Netzwerke flexibel gestalten, um auf geopolitische Entwicklungen und Störungen im Welthandel schnell reagieren zu können.
Die Entwicklung des Logistik-Indikators folgt dabei weitgehend dem allgemeinen ifo-Geschäftsklimaindex und bestätigt die aktuell zurückhaltende Stimmung in weiten Teilen der deutschen Wirtschaft.
