Wahl des Logistik-Managers 2015

Vom Fuhrwerksunternehmer zum Spezialisten für
Temperatur geführte Transporte

Lebensmotto

„Ich lebe heute und es gibt für alles eine Lösung“

Berufliche Laufbahn

  • 1982: Müller Transporte (Lkw Fahrer)  
  • 1984: Spedition Weichelt (Azubi)
  • sei 1985 im Familienbetrieb Müller Transporte

Berufliche Meilensteine

  • 1985: Aufbau der Temperatur geführten Transporte 
  • 1989: Übersiedlung auf das neue Firmengeländer in Wiener Neudorf (inkl. Lkw-Waschstraße
  • 2009: Umorganisation des Unternehmens (neue Aufbau- und Ablauforganisation); u. a. Überarbeitung der Kostenrechnung, Personalentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit; Aufgrund der Arbeits- und Ruhezeiten der Lkw-Fahrer Umorganisation der Lkw-Fahrten: Entkopplung von Lkw-Fahrer und Lkw. Der Lkw soll „immer fahren“ – der Lkw-Fahrer soll seine geregelten Zeiten haben. Jeder Lkw-Fahrer bekommt zu Fahrtantritt ein stets komplett neu gereinigtes Fahrzeug (ähnlich einem Mietwagenservice). Aus diesem Grund wird primär auch nur eine Lkw-Marke verwendet. Bei einem notwendigen Übernachten schläft der Lkw-Fahrer auf Firmenkosten in einem Hotel.

Geheimnis meines Erfolges

„Dazu zählen Kontinuität, absoluter Veränderungswille und die Kontinuität bei den Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten. Wir verwenden praktisch auch nur eine Lkw-Marke. Bei Veränderungsbereitschaft geht es mir um die Art und Weise wie wir arbeiten, und dass wir neue Technologien immer nutzen müssen, um am Ball zu bleiben. Zusätzlich muss man auch immer wieder für neue ­Geschäftsmodelle offen sein. So haben wir zum Beispiel 2001 mit der Distribution von Obst und Gemüse begonnen. Vor drei, vier Jahren starteten wir mit der Milchabholung.“

Tipps an junge Menschen, die vor der Berufswahl stehen?

„Auf den eigenen Beinen zu stehen und Auslandserfahrungen zu sammeln, ist ganz wichtig. Hier haben vor allem viele Familienbetriebe ihre Probleme. In der Logistik sind die Niederlande vor allem beim Straßentransport ein ideales Land, um dort zu lernen. Eine fundierte Ausbildung ist auch ganz wichtig, aber dann hinein in ein Unternehmen und Erfahrungen sammeln. Auch durch das Reisen in andere Länder kann man viel lernen – das eigene Spektrum erweitert sich oftmals in zwei Wochen mehr, als innerhalb eines Jahres.“

Was zeichnet gute Führungskräfte aus?

„Eine gute Führungskraft muss den unbedingten Willen haben zu führen, mit seinen Mitarbeitern auf Augenhöhe zu arbeiten, und ihnen Rechte mit der zugehörigen Verantwortung geben. Fordern und Fördern ist in diesem Zusammenhang wichtig. Führung ist bis zu einem gewissen Grad erlernbar. Man sollte dabei aber seine eigene Schuhgröße kennen und sich nicht überschätzen.“

Zukunftsthemen in der Logistik?

„Unser Gewerbe muss für neue Möglichkeiten und Technologien offen sein (u. a. Lang-Lkw). Gerade in Österreich wird oft gegen Neuerungen gemauert, aber das bringt uns nicht weiter. Speziell bei den Lkw-Fahrern müssen wir auf deren Worklife Balance achten. Die Digitalisierung wird weitergehen und unsere Prozesse und Arbeitsweise zukünftig wesentlich beeinflussen. Wir alle müssen auch lernen, dass die unterschiedlichen Verkehrsträger keine Konkurrenten sind, sondern ineinander greifend arbeiten sollen.“

Begründung des Leserbeirats für die Nominierung (Auszug):

„Fritz Müller ist ein permanent engagierter Kämpfer für Verbesserungen der ­Infrastruktur und der Rahmenbedingungen für die Güterverkehrsbranche. Beim erfolgreichen Auf- und Ausbau seines Unternehmens legte er auch immer viel Wert auf die Ökologie. Zusätzlich ist er in Sozialprojekten aktiv und unterstützt mehrere Vereinigungen.“

Johannes Hödlmayr

Norbert Joichl

Fritz Müller

Davor Sertic

Andreas Winkelmayer