Herzstück des Systems ist der 2×30 ft InnoWaggon. | © Innofreight
Mit einer neuen Systemlösung will Innofreight den Transport besonders schwerer Container auf der Schiene effizienter machen. Das sogenannte HeavyDutyLoading System (HDLS) ermöglicht die Beförderung von 20-Fuß-Containern mit einem Gewicht von bis zu 56 Tonnen – und damit acht Tonnen mehr als herkömmliche Lösungen.
Herzstück des Systems ist der 2×30 ft InnoWaggon, der laut Unternehmen für den Transport schwerer Lasten ausgelegt ist. Ein Waggon kann bis zu 112 Tonnen befördern. Integrierte Ballastplatten erlauben zudem Leerfahrten ohne zusätzliche technische Anpassungen. Perspektivisch soll das System auch mit einer Single-Variante des 30-Fuß-Waggons verfügbar sein.
Schnellere Umschläge, weniger Sicherungstechnik
Technisch setzt Innofreight auf seitlich montierte Stopperkonsolen, die zusätzliche Verzurrungen ersetzen sollen. Das soll die Be- und Entladung beschleunigen und den Umschlag materialschonender machen. Gerade bei schweren und sensiblen Gütern kann dies operative Vorteile bringen.
Fokus auf Batterie-Großspeicher
Ein zentrales Einsatzfeld sieht Innofreight im Transport von Batterie-Energiespeichersystemen (BESS). Die meist 20 Fuß langen Module werden für die Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt und gelten als Schlüsseltechnologie für die Stabilisierung von Stromnetzen. Aufgrund ihres hohen Gewichts stellen sie jedoch besondere Anforderungen an Logistik und Transporttechnik.
Nach Unternehmensangaben lassen sich auf der Strecke Koper–Budapest beim Transport von 24 Modulen auf zwölf 2×30 ft InnoWaggons im Vergleich zum Lkw rund 74,7 Prozent CO₂e einsparen. Das entspricht etwa 25 Tonnen CO₂e pro Ganzzug, berechnet gemäß ISO 14083.
Strategischer Schritt im Schwerlast-Segment
Mit dem HDLS positioniert sich Innofreight stärker im Segment schwerer Spezialtransporte auf der Schiene. Angesichts wachsender Industrieprojekte im Bereich erneuerbare Energien und Speichertechnologien könnte der Bedarf an leistungsfähigen Bahntransportlösungen weiter steigen.
Das System adressiert damit nicht nur Effizienz- und Kapazitätsfragen, sondern auch die zunehmende Nachfrage nach klimafreundlicheren Transportalternativen im Schwerlastbereich.
