„Uns bläst ein starker Wind entgegen“, sagt Fanta. (Foto: Saco)
Für den weltweit präsenten NVOCC-Carrier Saco war das vergangene Jahr, was die Geschäftsentwicklung in Österreich betraf, ein „herausforderndes Jahr“, zumal beim Gesamtvolumen ein Rückgang von sieben Prozent zu verzeichnen war, so die Bilanz von Christian Fanta, Leiter der Saco-Niederlassung in Österreich, im Gespräch mit Verkehr. 30.000 m³ Ladung wurden im Export spediert, 13.000 m³ im Import, wobei beim Import das Plus bei rund zehn Prozent lag.
Die Gründe für den Rückgang erklärt der Manager mit den unsicheren Perspektiven im USA-Trade und der damit einhergehenden Verunsicherung in der heimischen Wirtschaft. Im ersten Quartal 2025 haben die Exporte in die USA noch geboomt, im zweiten Quartal kam der Einbruch. Dazu kam die volatile Ratenentwicklung, sprich mitunter extrem niedrige Raten, die FCL-Verladungen im Gegensatz zu LCL-Ladungen begünstigten. Was das konkret bedeutet: Spediteure kommen mit weniger Ladung zu Saco und verschiffen stattdessen eigene FCL-Container. Fanta: „Uns bläst ein starker Wind entgegen“.
Dennoch: Saco ist mit einem Marktanteil von 35 Prozent Marktführer im LCL-Geschäft von und nach Österreich.
Neue Aktivitäten
Importe aus Fernost nach Österreich sind über die Nordhäfen neuerdings preislich attraktiver als über den Südhafen Koper. Daher hat Saco im Vorjahr begonnen, seine Fernost-Importcontainer über die Nordhäfen zu routen. Koper ist aber weiterhin im Fokus: Gemeinsam mit dem Partner Shipco hat Saco in Slowenien zu Jahresbeginn 2026 ein Joint Venture gegründet und vermarktet über dieses seine gemeinsamen Dienstleistungen auf den Märkten Slowenien, Ungarn und Südösterreich, um drei Beispiele zu nennen.
Neu im Programm hat Saco für seine Kunden ebenfalls seit Beginn dieses Jahres einen Import-LCL-Dienst aus dem chinesischen Xingang via Koper nach Österreich. Fanta: „Die Boxen werden in Koper entladen und per Lkw nach Österreich transportiert.“
Auch in der Pipeline ist ein neuer Service im Export aus Österreich via Koper nach Ashdod in Israel. In diesem Fall werden die Container in Koper gestufft.
Fernost-Trade als stabile Achse
Eine dominante Rennstrecke ist der Fernost-Trade, und hier zeigt Saco seit 38 Jahren kräftig Flagge mit Diensten ab wichtigen Hubs in Asien. Dazu gehören Dienste im Import von Keelung via Hafen Koper nach Wien oder jene von Nhava Sheva, Hongkong, Shenzhen, Qingdao, Shanghai, Ningbo sowie Pusan. Sie machen Saco zu einem wichtigen Partner für Spediteure, die LCL-Ladung lieber einem externen NVOCC-Carrier übergeben, als sich selbst die Mühe zu machen, einen eigenen Dienst aufzuziehen.
Nicht gerade berechenbar haben sich in den letzten Monaten die Seefrachtraten entwickelt. Ein ständiges Auf und Ab mit Ratenänderungen in kurzen Intervallen stand auf der Tagesordnung, was auch den politischen Unwägbarkeiten im Bereich des Roten Meeres geschuldet ist, wo die Huthi-Rebellen Handelsschiffe attackieren. Die meisten Reeder lassen ihre Schiffe nach wie vor den weiteren Weg um das Kap der Guten Hoffnung, sprich um Afrika herum, nehmen, was freilich um zwei bis drei Wochen längere Fahrtzeiten verursacht. Beinahe drei Viertel aller Handelsschiffe fahren derzeit um Afrika herum, eine Minderheit an Reedern nutzt noch den Suezkanal, wie beispielsweise die französische CMA CGM, deren Schiffe allerdings von der französischen Kriegsmarine begleitet und beschützt werden. Kürzlich gaben Hapag-Lloyd und Maersk bekannt, dass sie den IMX-Service, der Indien und den Nahen Osten mit dem Mittelmeer verbindet, fortan wieder durch das Rote Meer und den Suezkanal führen werden.
Neben dem klassischen LCL-Containergeschäft bietet Saco am Standort Wien auch Be- und Entladedienstleistungen rund um den Container an, die von Spediteuren, der exklusiven Stammkundschaft von Saco, in immer größerem Ausmaß in Anspruch genommen werden. Mit diesem Leistungsangebot hat Saco in Österreich ein Alleinstellungsmerkmal.
Saco mit Hauptsitz in Hamburg bietet ein weltweites LCL-Angebot und ist praktisch über die World Wide Alliance (WWA) gemeinsam mit Shipco und weiteren Partnern überall auf dem Globus präsent, betont Fanta mit Stolz. Im WWA-Verbund befinden sich 15 NVOCC-Akteure, wobei Shipco und Saco die größten Player sind.
