Seit Einführung der neuen Systeme konnte Gurkerl.at die Produktivität des Standorts um rund 50 Prozent steigern. | © VNL cityfoto
Der Online-Lebensmittelhandel stellt hohe Anforderungen an die Logistik. Tausende Artikel müssen verfügbar sein, innerhalb kurzer Zeit kommissioniert und pünktlich zugestellt werden. Gurkerl.at hat dafür sein Wiener Fulfillment Center grundlegend modernisiert und zahlreiche Prozesse automatisiert.
Kern der Lösung sind zwei AutoStore-Systeme mit mehr als 36.000 Behältern und über 200 Robotern. Ergänzt werden sie durch KI-gestützte Roboterarme, die vorbereitende Kommissionierschritte übernehmen. Gesteuert wird die gesamte Anlage über ein selbst entwickeltes Warehouse Execution System, das Lagerhaltung, Auftragsbearbeitung, Versand und Tourenplanung in Echtzeit koordiniert.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Verzahnung von Lager und Zustellung. Bestellungen werden nach der Kommissionierung automatisch den jeweiligen Lieferrouten zugeordnet und zum optimalen Zeitpunkt für die Auslieferung bereitgestellt.
Produktivität steigt deutlich
Die Auswirkungen der Automatisierung sind laut Unternehmen klar messbar. Rund 70 Prozent aller Bestellungen werden inzwischen vollständig automatisiert abgewickelt. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit beträgt etwa 30 Minuten. Gleichzeitig werden täglich mehr als 100 Stunden manueller Arbeit eingespart.
Seit Einführung der neuen Systeme konnte Gurkerl.at die Produktivität des Standorts um rund 50 Prozent steigern. Das Bestellvolumen wuchs im gleichen Zeitraum um mehr als 200 Prozent.
Für Veit Kohnhauser, Geschäftsführer des Vereins Netzwerk Logistik (VNL) und Vorsitzender der Jury, steht das Projekt beispielhaft für die Innovationskraft der Branche. „Die drei Finalisten Lidl Österreich, voestalpine Stahl und Gurkerl.at stehen stellvertretend für die enorme Innovationskraft des Wirtschaftsstandortes“, sagte er bei der Preisverleihung in Linz.
Starke Konkurrenz im Finale
Neben Gurkerl.at erreichten auch Lidl Österreich und voestalpine Stahl das Finale des Österreichischen Logistikpreises.
Lidl überzeugte mit seiner Strategie für eine emissionsfreie Lieferkette, die Elektro-Lkw, Ladeinfrastruktur und digitale Tourenplanung miteinander verbindet. Voestalpine Stahl wurde für „wellDun“ nominiert, ein neues Ladungssicherungssystem aus spezieller Wellpappe, das Kosten und CO₂-Emissionen im Coil-Transport deutlich reduzieren soll.
Der Österreichische Logistikpreis wird vom Verein Netzwerk Logistik (VNL) seit 18 Jahren vergeben und zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen der Branche in Österreich.
