Für GEODIS ist der Schritt damit sowohl eine organisatorische als auch eine strategische Veränderung. | © Eli Hiller
GEODIS hat seine erste eigene Speditionsniederlassung auf den Philippinen eröffnet. Mit dem Standort in Manila wechselt der internationale Logistiker vom bisherigen Agentenmodell zu einem eigenen operativen Geschäft und baut damit seine direkte Präsenz in Südostasien aus.
Die Niederlassung bietet Luft- und Seefracht, Projektlogistik sowie Dienstleistungen zur Optimierung von Lieferketten an. Kunden auf den Philippinen erhalten damit direkten Zugang zum internationalen GEODIS-Netzwerk. Zugleich übernimmt das Unternehmen die Verantwortung für die Dienstleistungen vor Ort künftig selbst.
Für GEODIS soll dieser Schritt insbesondere mehr Kontrolle über die Abwicklung sowie eine durchgängige Transparenz und Nachverfolgbarkeit internationaler Lieferketten ermöglichen.
Investitionen treiben Logistikbedarf
Die Expansion erfolgt vor dem Hintergrund steigender Investitionen auf den Philippinen. Vor allem Fertigung, Technologie und andere wertschöpfungsintensive Branchen gewinnen für den Standort an Bedeutung.
Die Philippine Economic Zone Authority (PEZA) genehmigte in den ersten sieben Monaten 2026 neue Projekte und Erweiterungen im Wert von 151,9 Milliarden Philippinischen Pesos. Das entspricht einem Plus von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Projekte sollen Exporte im Umfang von 5,9 Milliarden US-Dollar generieren, wobei ein wesentlicher Teil auf das verarbeitende Gewerbe entfällt.
Auch der Außenhandel hat zuletzt deutlich zugelegt. 2025 erreichte der Warenhandel der Philippinen einen Wert von 218,68 Milliarden US-Dollar und lag damit 8,9 Prozent über dem Vorjahr.
Für internationale Logistiker steigt damit der Bedarf an Frachtkapazitäten und einer engeren Steuerung grenzüberschreitender Lieferketten.
„Die Philippinen entwickeln sich zu einem immer wichtigeren Markt für hochwertige Fertigungs- und Technologie-Lieferketten, und das Wachstum, das wir im Handel und bei den Investitionen beobachten, schafft eine größere Nachfrage nach zuverlässigen internationalen Frachtkapazitäten und Transparenz in der Lieferkette“, sagt Eric Martin-Neuville, Regional President & CEO für den asiatisch-pazifischen Raum und den Nahen Osten bei GEODIS.
Mehr Kontrolle durch eigenen Betrieb
Mit der eigenen Niederlassung will GEODIS insbesondere die direkte Betreuung international tätiger Kunden stärken. Der bisher zwischengeschaltete Agent wird durch eigene Strukturen ersetzt.
„Der Übergang vom Agentenmodell zu eigenem Betrieb verschafft uns mehr Kontrolle über die von uns erbrachten Dienstleistungen und bringt unsere Mitarbeiter direkt an die Seite unserer Kunden, während diese auf dem Markt wachsen“, sagt Martin-Neuville.
Für GEODIS ist der Schritt damit sowohl eine organisatorische als auch eine strategische Veränderung: Statt den philippinischen Markt über Partner abzudecken, integriert der Logistiker das Land unmittelbar in sein eigenes Netzwerk. Unternehmen vor Ort sollen dadurch insbesondere bei internationalen Luft- und Seefrachtverkehren sowie komplexeren Projekt- und Supply-Chain-Anforderungen enger angebunden werden.
Mit der Niederlassung in Manila positioniert sich GEODIS damit frühzeitig für weiteres Wachstum des philippinischen Außenhandels – insbesondere in jenen Industrie- und Technologiesektoren, die derzeit einen steigenden Bedarf an internationalen Logistikleistungen erzeugen.
