Das körpergetragene System ist darauf ausgelegt, den Rücken bei belastenden Bewegungsabläufen zu entlasten. | © hTRIUS GmbH
Unterstützung für körperlich belastende Tätigkeiten
Trotz zunehmender Automatisierung bleibt Handarbeit in vielen Bereichen der Logistik unverzichtbar. Besonders beim Kommissionieren, Verladen, Sortieren oder Umpacken gehören wiederholtes Heben, Bücken und Greifen zum Arbeitsalltag. Der deutsche Hersteller hTRIUS will Beschäftigte bei solchen Tätigkeiten mit seinem passiven Rücken-Exoskelett BionicBack unterstützen.
Das körpergetragene System ist darauf ausgelegt, den Rücken bei belastenden Bewegungsabläufen zu entlasten. Anders als aktive Exoskelette benötigt das passive System keinen motorischen Antrieb. Es soll vor allem dort eingesetzt werden, wo sich Arbeitsplätze und Tätigkeiten häufig ändern und stationäre ergonomische Hilfsmittel deshalb nur eingeschränkt einsetzbar sind.
„In der Logistik entsteht Belastung selten nur an einem einzelnen Arbeitsplatz“, sagt Dominik Heinzelmann, Gründer und Geschäftsführer von hTRIUS. „Sie entsteht im Prozess: beim Greifen, Heben, Bücken, Umpacken, Kommissionieren oder Verladen. Deshalb braucht es Unterstützung, die mit dem Menschen mitgeht.“
Ergonomie wird zum Faktor im Wettbewerb um Personal
Für Logistikunternehmen gewinnt das Thema auch angesichts des Fachkräftemangels an Bedeutung. Körperlich belastende Arbeitsplätze erschweren nicht nur die Personalgewinnung, sondern können durch Ermüdung und Ausfälle auch die Stabilität eng getakteter Prozesse beeinträchtigen.
hTRIUS positioniert das BionicBack daher nicht als Ersatz für Automatisierung, sondern als Ergänzung für jene Tätigkeiten, bei denen menschliche Arbeit weiterhin erforderlich ist. „Unser Anspruch ist, dass Technologie den Menschen stärkt und nicht ersetzt“, erklärt Heinzelmann.
Für Unternehmen liegt der mögliche Nutzen damit nicht allein im Arbeitsschutz. Ergonomische Hilfsmittel können auch dazu beitragen, körperlich anspruchsvolle Arbeitsplätze attraktiver zu gestalten und Beschäftigte länger für entsprechende Tätigkeiten einsatzfähig zu halten.
Einsatz dort, wo Automatisierung schwierig ist
Relevant sind solche Lösungen insbesondere bei Prozessen mit wechselnden Produkten, unterschiedlichen Packmaßen oder häufig wechselnden Einsatzorten. Eine vollständige Automatisierung ist dort technisch nicht immer möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll.
„Viele Unternehmen investieren in Fahrzeuge, Systeme, Software und Automatisierung. Genauso wichtig ist aber die Frage, wie die Mitarbeitenden entlastet werden, die täglich körperlich anspruchsvolle Arbeit leisten“, so Heinzelmann.
Wie stark Exoskelette im konkreten Betrieb tatsächlich entlasten, hängt allerdings von Tätigkeit, Bewegungsabläufen und Einsatzdauer ab. Entscheidend ist daher, solche Systeme passend zum jeweiligen Arbeitsplatz und Prozess einzusetzen.
BionicBack auf der IAA Transportation
hTRIUS präsentiert das BionicBack auf der IAA Transportation 2026 in Hannover. Das Exoskelett kann dort vom 15. bis 20. September in Halle 13 am Stand B10 ausprobiert werden.
