Die Luftfracht in Deutschland legt weiter zu

12.02.2026 | Luft

Während die Umschlagsmengen 2025 spürbar gestiegen sind, verharren die Beschäftigtenzahlen auf niedrigem Niveau. Der Verband der Air Cargo Abfertiger Deutschlands (VACAD) warnt vor strukturellen Engpässen.

Im vierten Quartal 2025 fertigten die VACAD-Mitgliedsunternehmen 497.053 Tonnen Luftfracht ab. Das entspricht einem Plus von 4,1 Prozent gegenüber dem dritten Quartal und einem Zuwachs von 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch im Gesamtjahr 2025 zeigt sich ein Anstieg: Mit 1.861.191 Tonnen wurden rund 75.000 Tonnen mehr umgeschlagen als 2024 – ein Volumen, das laut Verband etwa der Ladekapazität von 750 Boeing 777F entspricht.

Produktivität steigt

Dem Mengenwachstum steht eine stagnierende Personalentwicklung gegenüber. Im vierten Quartal 2025 beschäftigten die VACAD-Unternehmen 3.241 Mitarbeiter. Das sind kaum mehr als im Vorquartal (3.239) – und deutlich weniger als im vierten Quartal 2024 mit 3.443 Beschäftigten.

Damit stemmen die Abfertiger steigende Volumina mit weniger Personal als im Vorjahr. Aus Branchensicht ist das kein nachhaltiger Zustand. „Die Personalgewinnung gestaltet sich für die Luftfracht-Abfertiger weiterhin schwierig“, sagt VACAD-Vorsitzender Claus Wagner. Gründe seien unter anderem politische Rahmenbedingungen, „die etwa für extrem lange Wartezeiten bei den Sicherheitsüberprüfungen sorgen.“

Zwar gebe es inzwischen Signale aus der Politik, dass hier nachgebessert werden solle. „Das begrüßen wir sehr und blicken gespannt auf das für das Frühjahr angekündigte Strategiepapier Luftverkehr“, so Wagner.

Wachstum mit strukturellem Risiko

Die Zahlen verdeutlichen die aktuell hohe Nachfrage im Luftfrachtsegment – insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und stabilisierter Lieferketten. Gleichzeitig bleibt die Personalfrage ein zentrales Risiko für weiteres Wachstum.

Sollten sicherheitsrelevante Prüfverfahren und Rekrutierungsprozesse nicht beschleunigt werden, könnte die Branche trotz steigender Nachfrage an Kapazitätsgrenzen stoßen.

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