Boluda Shipping will Samskip übernehmen

29.10.2026 | Wasser

Boluda Shipping steht vor einer bedeutenden Übernahme im europäischen Kurzstreckenseeverkehr. Das spanische Unternehmen hat eine Vereinbarung zum Kauf des niederländischen Logistikdienstleisters Samskip unterzeichnet. Gemeinsam wollen die Unternehmen ein multimodales Transportnetz zwischen Nordeuropa, der Iberischen Halbinsel und Westafrika aufbauen. Der Abschluss ist für Anfang 2027 vorgesehen.

Mit der geplanten Übernahme von Samskip will Boluda Shipping seine Position im europäischen Short-Sea-Verkehr deutlich ausbauen. Die beiden Unternehmen haben eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen und weiterer Abschlussbedingungen soll die Transaktion am 1. Januar 2027 abgeschlossen werden.

Der Zusammenschluss würde zwei Unternehmen mit unterschiedlichen regionalen Schwerpunkten vereinen. Während Boluda Shipping insbesondere im Seeverkehr, in der Hafenlogistik und auf Verbindungen zur Iberischen Halbinsel, zu den Kanarischen Inseln und nach Westafrika vertreten ist, verfügt Samskip über ein etabliertes Netzwerk in Nordeuropa und umfassende Erfahrung im multimodalen Gütertransport.

Beide Unternehmen arbeiten bereits bei Transportdienstleistungen in Spanien zusammen. Mit der Übernahme soll diese Kooperation auf ein deutlich größeres Netzwerk ausgeweitet werden.

Netzwerk mit 32 Schiffen und 18 Routen

Nach Abschluss der Transaktion soll das gemeinsame Transportnetz 32 Schiffe umfassen, die auf 18 Routen Märkte in insgesamt 28 Ländern verbinden.

Zur geplanten Infrastruktur zählen außerdem 21 Seeterminals, fünf Bahnterminals und mehr als 500 unternehmenseigene Lkw. Das Netzwerk soll über rund 35.000 Container verfügen beziehungsweise diese abfertigen und einen jährlichen Logistikumschlag von mehr als 750.000 TEU erreichen.

Damit würde Boluda Shipping seine Kapazitäten im europäischen Kurzstreckenseeverkehr erheblich erweitern. Zugleich soll die Verbindung von See-, Schienen- und Straßentransporten ausgebaut werden, um Kunden durchgängige Transportlösungen anbieten zu können.

Besonders für den europäischen Hinterlandverkehr ist diese Kombination relevant. Durch die stärkere Einbindung von Bahnverbindungen und die Nutzung von Lkw für Vor- und Nachläufe können zusätzliche Alternativen zum durchgehenden Straßentransport entstehen.

Ignacio Boluda Ceballos, Vorstandsvorsitzender von Boluda Shipping, sieht darin erhebliches Wachstumspotenzial: „Wir sehen erhebliches Potenzial, die Verbindungen innerhalb Europas und nach Westafrika zu stärken und uns dabei weiterhin auf Effizienz, Zuverlässigkeit und Service für unsere Kunden zu konzentrieren.“

Rotterdam wird zum strategischen Knotenpunkt

Eine zentrale Rolle in der künftigen Netzwerkstruktur soll Rotterdam übernehmen. Der niederländische Hafen ist bereits heute ein wichtiger Standort für beide Unternehmen.

Samskip hat seinen Hauptsitz in den Niederlanden und nutzt Rotterdam als bedeutenden Umschlag- und Logistikknotenpunkt. Boluda wiederum hat seine Aktivitäten in Nordeuropa in den vergangenen Jahren ausgebaut und ist dort sowohl mit Hafenschleppdiensten als auch mit Seetransport- und Logistikdienstleistungen vertreten.

Mit der Eröffnung neuer Büros in Rotterdam hat das spanische Unternehmen seine Präsenz zuletzt weiter verstärkt. Künftig soll der Standort eine wesentliche Funktion bei der Koordination der gemeinsamen Transportverbindungen übernehmen.

Die geplante Integration könnte damit auch die Anbindung nordeuropäischer Produktions- und Verbrauchszentren an die Iberische Halbinsel und Westafrika verbessern.

Samskip bleibt als Marke bestehen

Trotz der geplanten Übernahme soll Samskip als Marke erhalten bleiben. Auch die bisherige Unternehmensführung bleibt zunächst bestehen: Ólafur Orri Ólafsson wird weiterhin als CEO von Samskip tätig sein und die Integration unter der neuen Eigentümerschaft begleiten.

„Indem wir unsere sich ergänzenden Stärken bündeln, können wir unser Angebot für unsere Kunden erweitern und gleichzeitig auf dem Fachwissen, dem Engagement und dem Service aufbauen, auf die sie sich täglich verlassen“, erklärt Ólafsson.

Boluda Shipping kündigt zudem weitere Investitionen in das gemeinsame Netzwerk an. Geplant sind der Ausbau von Kapazitäten, zusätzliche Verbindungen und eine stärkere Integration der unterschiedlichen Verkehrsträger.

Für den europäischen Short-Sea-Markt könnte die Übernahme eine bedeutende Veränderung der Wettbewerbsverhältnisse mit sich bringen. Mit der Bündelung bestehender Schifffahrts-, Terminal- und Hinterlandkapazitäten würde ein Anbieter mit breiter geografischer Abdeckung entstehen.

Noch ist der Zusammenschluss allerdings nicht vollzogen. Bis zur erwarteten Genehmigung und zum Abschluss der Transaktion werden Boluda Shipping und Samskip weiterhin unabhängig voneinander operieren.

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