„Reifen beeinflussen Kraftstoffverbrauch, Wartungs- und Reparaturkosten sowie ungeplante Stillstände“, erklärt Martin Buday, Head of Channels Fleet & OE Trailer EMEA bei Continental. (Foto: Continental)
Steigende Energiepreise, CO₂-Kosten und hoher Investitionsdruck zwingen Flottenbetreiber dazu, jede Stellschraube im Betrieb genauer zu betrachten. Reifen gehören dabei zu jenen Faktoren, deren Bedeutung häufig unterschätzt wird. „Sie beeinflussen Kraftstoffverbrauch, Wartungs- und Reparaturkosten sowie ungeplante Stillstände“, erklärt Martin Buday, Head of Channels Fleet & OE Trailer EMEA bei Continental.
Wie groß der Effekt sein kann, zeigt eine Modellrechnung für einen Fernverkehrs-Lkw mit 120.000 Kilometern Jahreslaufleistung. Bei einem Verbrauch von 30 Litern auf 100 Kilometer fallen rund 36.000 Liter Diesel pro Jahr an. Je nach Einsatzprofil könnten optimierte Reifen den Verbrauch laut Continental um rund 1,0 bis 1,5 Liter pro 100 Kilometer reduzieren. Bei zwei Euro pro Liter entspräche das einem Einsparpotenzial von 2.400 bis 3.600 Euro je Fahrzeug und Jahr.
Mehr als die Reifenwahl
Entscheidend ist für Buday jedoch nicht das einzelne Produkt, sondern das Zusammenspiel aus passender Spezifikation, Wartung, digitalen Services und effizienten Prozessen. Reifendruck und Temperatur lassen sich heute laufend überwachen, um Wartung planbarer zu machen und ungeplante Ausfälle zu vermeiden. Gleichzeitig müsse die Reifenwahl konsequent am jeweiligen Einsatzprofil ausgerichtet werden – vom Fernverkehr bis zum regionalen oder kommunalen Einsatz.
Diesen Ansatz versteht Continental als Teil des Total-Cost-of-Ownership-Modells. Auch kleinere Flotten könnten davon profitieren, sofern Lösungen und Services auf deren tatsächlichen Bedarf zugeschnitten seien.
Zweites Leben für die Karkasse
Ein weiterer Hebel liegt in der Runderneuerung. Hochwertige Karkassen sollen mehrere Lebenszyklen ermöglichen und damit sowohl Kosten als auch Materialeinsatz reduzieren. Runderneuerte Reifen könnten bei geeigneten Einsatzbedingungen Leistungswerte nahe jenen von Neureifen erreichen und gleichzeitig Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich ermöglichen, so Buday.
Mit zunehmender Elektrifizierung werde dieser Aspekt noch wichtiger. Sinkt der CO₂-Ausstoß während des Fahrzeugeinsatzes, gewinnen Produktion, Materialien und Ressourceneinsatz relativ an Bedeutung. Für Flottenbetreiber bleibt die Botschaft klar: Reifen sind zwar nur ein kleiner Kostenblock in der Bilanz, können aber einen vergleichsweise großen Einfluss auf Verbrauch, Verfügbarkeit und Lebenszykluskosten eines Fahrzeugs haben.
