FRYTE Mobility und SMATRICS verknüpfen ihre Systeme, um die Ladeplanung für elektrische Lkw zu vereinfachen. | © SMATRICS
Ladeinfrastruktur wird Teil der Routenplanung
FRYTE Mobility und SMATRICS verknüpfen ihre Systeme, um die Ladeplanung für elektrische Lkw in Österreich und Deutschland zu vereinfachen. In die Routenplanung von FRYTE werden sowohl Standorte des SMATRICS Depot Clubs als auch von SMATRICS betriebene öffentliche Ladepunkte integriert. Fahrer:innen und Disponent:innen können damit unterschiedliche Ladeangebote entlang ihrer geplanten Strecke berücksichtigen.
Der Ansatz zielt auf eine der zentralen Herausforderungen beim Hochlauf der E-Mobilität im Straßengüterverkehr: Ladeinfrastruktur muss nicht nur vorhanden sein, sondern hinsichtlich Standort und Verfügbarkeit in die operativen Abläufe von Transportunternehmen eingebunden werden können.
„Ladeinfrastruktur für E-LKW funktioniert nur, wenn sie über Betreibergrenzen hinweg planbar ist – für die Disposition zählt nicht, wer den Ladepunkt betreibt, sondern dass er zur Route passt“, erklärt Maximilian Zähringer, CEO von FRYTE Mobility. Mit SMATRICS werde der Zugang zu Ladepunkten „vom Depot bis zur öffentlichen Schnellladesäule in Deutschland und Österreich“ geöffnet.
Depots sollen für andere E-Lkw zugänglich werden
Eine besondere Rolle spielen dabei die Ladepunkte in Unternehmensdepots. Der SMATRICS Depot Club ermöglicht Logistikunternehmen bereits, Ladeinfrastruktur untereinander zu nutzen. Über die Anbindung an FRYTE können Depotinhaber ihre verfügbaren Ladepunkte künftig auch über diesen Kreis hinaus sichtbar machen und für ausgewählte externe Nutzer öffnen.
Damit könnte vorhandene Infrastruktur besser ausgelastet werden. Gerade bei leistungsstarken Ladeanlagen für schwere Nutzfahrzeuge ist das wirtschaftlich relevant, da hohe Investitionen einer zunächst oftmals begrenzten eigenen Fahrzeugauslastung gegenüberstehen.
„Viele unserer Depot-Kunden möchten ihre Ladeinfrastruktur zeitlich gezielt für externe Nutzung öffnen, um ihre Auslastung zu maximieren. Gleichzeitig soll der Zugang aber nur bestimmten Nutzergruppen offenstehen, und sich auf den LKW konzentrieren“, sagt Sita Meek, Head of Product bei SMATRICS.
Reservierungen ab 2027 geplant
Technisch erfolgt die Verbindung über den offenen Kommunikationsstandard OCPI. In einem ersten Schritt sind die eingebundenen Ladepunkte über FRYTE für die Routen- und Ladeplanung sichtbar und nutzbar.
Ab 2027 wollen die Unternehmen ausgewählte Ladepunkte zusätzlich reservierbar machen. Damit könnten Transportunternehmen Ladefenster bereits bei der Tourenplanung absichern. Perspektivisch sollen die Reservierungsinformationen auch an die Energiemanagementsysteme der jeweiligen Standorte übertragen werden. So ließen sich erwartete Ladevorgänge frühzeitig in die Energie- und Netzplanung der Depots einbeziehen.
Die Kooperation folgt damit einem zunehmend wichtigen Prinzip beim Aufbau der Ladeinfrastruktur für den elektrischen Schwerverkehr: Statt voneinander abgeschotteter Ladenetze sollen öffentliche und betriebliche Ladepunkte interoperabel und in die operativen Systeme der Logistikunternehmen integrierbar werden.
