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In Salamanca haben die Arbeiten zur Erweiterung des dortigen Trockenhafens begonnen. Die Terminal Intermodal Ferroviaria erhält Anlagen für die Entladung, Förderung und Lagerung fester Massengüter. Vorgesehen sind zwei Hallen für Getreide und Düngemittel, eine weitere Halle für Container und Stückgut, ein Verwaltungs- und Betriebsgebäude sowie die erforderliche Energie- und Fördertechnik.
Der aktuelle Bauabschnitt hat ein Volumen von rund 5,13 Millionen Euro zuzüglich Mehrwertsteuer und wird von der Regionalregierung Kastilien-León gefördert. Er ist Teil eines deutlich größeren Infrastrukturprogramms: Für den Trockenhafen selbst wurden insgesamt rund 22,4 Millionen Euro veranschlagt, davon knapp 19 Millionen aus regionalen Mitteln. Hinzu kommen Investitionen in angrenzende Industrieflächen.
Die Anlage umfasst 88.000 Quadratmeter und kann Güterzüge mit einer Länge von bis zu 750 Metern aufnehmen. Zur Ausstattung gehören Stellflächen für bis zu 900 TEU sowie vier große Waagen: zwei für Lkw und zwei für Eisenbahnwaggons an den Entladestellen für Getreide und Düngemittel. Nach Angaben der Stadt könnte die Plattform bei vollständiger Auslastung rund 700.000 Tonnen Güter pro Jahr bewältigen.
Tracción Rail übernimmt Betrieb für 25 Jahre
Den Betrieb übernimmt Tracción Rail, ein zum spanischen Azvi-Konzern gehörendes Eisenbahnverkehrsunternehmen. Die Konzession läuft zunächst 25 Jahre. Der Betreiber hat sich zusätzlich zu Investitionen von rund fünf Millionen Euro verpflichtet. Damit soll die Lagerkapazität für Massengüter um 36.000 auf insgesamt 54.000 Kubikmeter steigen. Tracción Rail zahlt außerdem einen jährlichen Fixbetrag von knapp 40.000 Euro sowie ein vom Umschlagvolumen abhängiges Entgelt an die kommunale Logistikgesellschaft Zaldesa.
Für 2027 plant der Betreiber zunächst drei Zugverbindungen pro Woche: zwei für Container und eine für Massengüter. Erwartet werden im ersten Jahr 3.750 intermodale Ladeeinheiten und 50.000 Tonnen Massengut. Bis 2031 soll das Angebot auf acht Züge pro Woche wachsen. Auf Sicht von zehn Jahren rechnet Tracción Rail mit rund 400.000 Tonnen Jahresvolumen und knapp 14.000 intermodalen Ladeeinheiten.
Salamanca setzt auf Verbindung zu Atlantikhäfen
Strategisch setzt Salamanca vor allem auf seine Lage zwischen den portugiesischen Atlantikhäfen und dem spanischen Binnenland. Über die Bahnstrecke nach Fuentes de Oñoro und Vilar Formoso soll die Plattform insbesondere Waren aus Leixões und Aveiro aufnehmen oder Exporte aus der Region zu diesen Häfen bringen. Die nahe gelegenen Autobahnen A-62 und A-66 sichern den Vor- und Nachlauf per Lkw.
Eine Schwachstelle bleibt allerdings die noch nicht vollständig elektrifizierte Bahnverbindung bis zur portugiesischen Grenze. Erst mit deren Ausbau kann der Standort seine Rolle im Atlantikkorridor voll ausspielen. Gelingt dies, könnte Salamanca zur nach eigenen Angaben einzigen öffentlichen Inlandsterminalanlage im Westen der Iberischen Halbinsel werden, die auf den Schienenumschlag von Massengütern spezialisiert ist. Der Baustart ist damit mehr als eine lokale Erweiterung: Er ist ein Versuch, Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern und dem portugiesisch-spanischen Hinterland einen neuen Zugang zu internationalen Lieferketten zu eröffnen.
