Bereits im Vorfeld mussten die Verantwortlichen die Strecke mehrfach besichtigen. | © Knoll Logistik
Rund acht bis neun Monate dauerte die Planung des Spezialtransports. Mit einer Gesamtlänge von 43 Metern, einer Breite von 6,90 Metern und einem Gesamtgewicht von bis zu 131 Tonnen stellte das Projekt hohe Anforderungen an Logistik, Technik und Infrastruktur.
Bereits im Vorfeld mussten die Verantwortlichen die Strecke mehrfach besichtigen. Verkehrsschilder wurden demontiert, Kreisverkehre und Verkehrsinseln mit Holz- und Stahlplatten verstärkt, um die erforderlichen Kurvenradien für den überbreiten Transport zu schaffen.
Besonders anspruchsvoll waren mehrere Engstellen entlang der Route. So musste in Linz der Mona-Lisa-Tunnel durchfahren werden, wobei das Fahrzeug aufgrund der engen Kurven permanent manuell nachgelenkt werden musste. Auf der Tauernautobahn erforderte eine Baustelle zwischen Thalgau und Salzburg-Nord Räumungsmaßnahmen über mehrere Kilometer.
Sperren und Zentimeterarbeit
Weitere Herausforderungen ergaben sich im Bereich Bischofshofen und im Salzachtal. Dort mussten Straßenabschnitte teilweise vollständig gesperrt werden, um den Transport durch enge Kurven und über Gegenfahrbahnen zu ermöglichen.
Besonders kritisch war die Passage in Bruck an der Glocknerstraße. Für die Querung einer Bahnstrecke musste die ÖBB die Oberleitung erden. Das dafür vorgesehene Zeitfenster betrug lediglich eine Stunde in den frühen Morgenstunden.
Kurz vor dem Ziel in Thumersbach wurde es nochmals eng: Zwischen Gebäuden und Mauern verblieben teilweise nur wenige Zentimeter Spielraum.
Spezialtechnik für Schwerlasttransport
Zum Einsatz kamen eine Schwerlastzugmaschine vom Typ MAN 41.640 sowie ein Scheuerle-Eurocompact-Tieflader. Das Schiff wurde über einen eigens entwickelten Adapter mit dem Transportfahrzeug verbunden. Weitere Bauteile des Oberdecks wurden auf zusätzlichen Lastwagen transportiert.
Für das abschließende Einheben des Schiffes wurde ein 650-Tonnen-Teleskopkran eingesetzt. Aufgrund schwieriger Bodenverhältnisse musste die Last auf einer Fläche von rund 40 Quadratmetern verteilt werden.
Erfahrung als entscheidender Faktor
Für Knoll Logistik sind Projekte dieser Größenordnung nur mit eingespielten Teams umsetzbar. „Erfahrung und die Zusammenarbeit des Teams spielt eine sehr große Rolle, da man sich gegenseitig vertraut und aufeinander verlassen muss“, betont Geschäftsführer Erich Knoll. „Solch einen Transport kann man nur im Team durchführen.“
Das 1933 gegründete Unternehmen zählt zu den Pionieren des Schwertransportgeschäfts in Österreich und wird heute in dritter Generation von Erich Knoll geführt. Spezialisiert ist Knoll Logistik auf den Transport überdimensionaler Güter wie Transformatoren, Kraftwerksteile, Baumaschinen, Stahlkonstruktionen oder andere Schwer- und Sondertransporte.
