(v.l.) Fritz Lehr (Kaufmännischer Geschäftsführer des Hafen Wien), Doris Pulker-Rohrhofer (Technische Geschäftsführerin des Hafen Wien), Barbara Novak (Vizebürgermeisterin & Wirtschaftsstadträtin der Stadt Wien) und Oliver Stribl (Geschäftsführer der Wien Holding). (Foto: Stadt Wien / David Bohmann)
Mit einem Umsatz von 55,4 Millionen Euro und einem Ergebnis von 10,9 Millionen Euro blickt die Hafen Wien-Gruppe auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Auch die Tochtergesellschaft WienCont entwickelte sich positiv und erzielte einen Umsatz von 21 Millionen Euro.
Besonders stark legten die Umschlagsmengen zu. Insgesamt wurden im Hafen Wien und bei WienCont mehr als 4,1 Millionen Tonnen Güter bewegt, ein Plus von 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Containerterminal erreichte mit 483.000 TEU einen hohen Umschlag, während im Ölhafen Lobau mehr als eine Million Tonnen Güter umgeschlagen wurden.
Innovation als strategischer Schwerpunkt
Neben dem klassischen Logistikgeschäft setzt der Hafen Wien zunehmend auf Innovation. Mit „Thinkport Vienna“ beherbergt der Standort seit 2025 den ersten Innovationshub eines Binnenhafens im Global Port Innovators Network. Gemeinsam mit internationalen Hafenstandorten werden dort neue Lösungen für die Logistik von morgen entwickelt.
„Der Hafen Wien ist First-Mover in der Hafeninnovation und zugleich eine systemrelevante Infrastruktur für unsere Stadt und den gesamten Wirtschaftsraum“, sagt Wiens Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak.
Klimafreundliche Logistik im Fokus
Parallel zum wirtschaftlichen Wachstum investiert der Hafen Wien in die Dekarbonisierung seiner Prozesse. Seit 2024 werden sämtliche Terminalfahrzeuge mit dem alternativen Kraftstoff HVO100 betrieben. Im Jahr 2025 konnten dadurch nach Unternehmensangaben 809 Tonnen CO₂ eingespart werden.
Zudem wird der Standort vollständig mit Ökostrom versorgt. Der Eigenversorgungsanteil soll durch zusätzliche Photovoltaikanlagen bis 2026 von derzeit 25 auf 34 Prozent steigen. Bereits heute kommen E-Kräne, E-Stapler, Elektrofahrzeuge und E-Bikes zum Einsatz.
Kreislaufwirtschaft schafft neue Flächen
Ein weiteres Großprojekt betrifft die Erweiterung des Hafenstandorts Freudenau. Dort entstehen durch Landgewinnung mehr als 113.000 Quadratmeter zusätzliche Betriebsflächen. Das dafür benötigte Material stammt vollständig von Wiener Großbaustellen und gilt als Beispiel für die Nutzung von Baustoffen im Sinne der Kreislaufwirtschaft.
Hafen positioniert sich als Stadtentwicklungsprojekt
Für Doris Pulker-Rohrhofer, technische Geschäftsführerin des Hafen Wien, zeigt die Entwicklung, dass wirtschaftlicher Erfolg und Nachhaltigkeit miteinander vereinbar sind. „Die hohe Auslastung unserer Lager- und Büroflächen, Rekordwerte am Containerterminal sowie die positive Entwicklung im Bereich Massen- und Schwergut zeigen, dass der Hafen Wien seine Rolle als leistungsfähige Logistikdrehscheibe erfolgreich ausbaut.“
Für die kommenden Jahre stehen der weitere Ausbau von Thinkport Vienns, zusätzliche Photovoltaikanlagen, Infrastruktur für E-Lkw sowie die Stärkung des Hafens als Versorgungs- und Resilienzstandort für Wien im Mittelpunkt.
