Brennerkorridor als Vorreiter für E-Lkw

02.06.2026 | E-Mobilität

Eine neue Brancheninitiative will den Brenner zur Modellregion für emissionsfreien Straßengüterverkehr machen. Batterieelektrische Lkw sollen dabei nicht nur CO₂-Emissionen senken, sondern auch wirtschaftliche Vorteile gegenüber Diesel-Fahrzeugen bieten.

Die neu gegründete „Initiative Grüner Brenner“ hat sich zum Ziel gesetzt, den Brennerkorridor zur Modellregion für emissionsfreie Logistik zu entwickeln. Beteiligt sind MAN Truck & Bus, die Dettendorfer Energy GmbH sowie weitere Partner aus Wirtschaft, Energie und Infrastruktur. Durch den Einsatz batterieelektrischer Lastkraftwagen auf einer der wichtigsten europäischen Transitrouten soll ein Beitrag zur Dekarbonisierung des Güterverkehrs geleistet werden.

„Der Brenner ist ein Stresstest für den europäischen Güterverkehr – und zugleich ein konkreter Beleg dafür, dass Elektromobilität im Schwerlastverkehr schon heute einen wesentlichen Beitrag zur Minderung des Verkehrsproblems leisten kann. Bis zur Fertigstellung des Brennerbasistunnels können E-Trucks einen wichtigen Beitrag zur Entlastung leisten“, plädiert Dr. Frederik Zohm, Vorstand für Forschung und Entwicklung bei MAN Truck & Bus, für den verstärkten Einsatz der E-Fahrzeuge.

Der Fokus liegt auf dem Straßengüterverkehr, dessen Relevanz trotz des Schienenausbaus weiterhin hoch bleiben wird. Die Initiative sieht sich daher als Ergänzung und nicht als Konkurrenz. Bis zur Fertigstellung des Brennerbasisunnels sollen E-Lkw zur Entlastung beitragen, danach jenen Verkehr übernehmen, der nicht auf die Schiene verlagert werden kann.

Neben ökologischen Vorteilen betont die Initiative auch wirtschaftliche Aspekte: Die Energiekosten von E-Lkw liegen aktuell etwa 40 Prozent unter denen dieselbetriebener Fahrzeuge. Zudem gibt es niedrigere Mautgebühren und Effizienzgewinne durch Rekuperation auf alpinen Strecken. 

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