Der europäische Eisenbahnmarkt zeigt 2024 ein zweigeteiltes Bild. | © Unsplash/ Avi Waxman
Der europäische Eisenbahnmarkt zeigt 2024 ein zweigeteiltes Bild: Die Nachfrage im Personenverkehr steigt weiter, während der Güterverkehr erneut rückläufig ist. Das geht aus dem aktuellen Market Monitoring Bericht des Regulierungsnetzwerks IRG-Rail hervor.
Österreich bleibt Spitzenreiter im Personenverkehr
Europaweit legte die Verkehrsleistung im Personenverkehr im Jahr 2024 um sechs Prozent zu. Besonders stark zeigt sich Österreich: Pro Kopf wurden durchschnittlich 1.635 Bahnkilometer zurückgelegt – ein neuer Höchstwert und EU-weit der Spitzenplatz.
Damit liegt Österreich deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 1.021 Kilometern. Dahinter folgen Frankreich (1.629 km), Ungarn (1.566 km) und Deutschland (1.340 km). Außerhalb der EU bleibt die Schweiz mit 2.540 Kilometern pro Kopf weiterhin unerreicht.
Güterverkehr verliert weiter an Dynamik
Im Gegensatz dazu setzt sich der Abwärtstrend im Schienengüterverkehr fort. Die Transportleistung sank 2024 um zwei Prozent auf 431 Milliarden Nettotonnenkilometer. Auch die Zugkilometer gingen um drei Prozent zurück.
Besonders betroffen ist der grenzüberschreitende Verkehr, der auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2015 gefallen ist. Trotz eines weiterhin liberalisierten Marktes mit zahlreichen Anbietern gelingt es dem Sektor nicht, die Nachfrage stabil zu halten.
Kosten und Einnahmen entwickeln sich unterschiedlich
Erstmals seit der Energiekrise 2022 sind die Kosten für Bahnstrom im Jahr 2024 gesunken. Gleichzeitig verteuerte sich Diesel erneut, wenn auch unter dem bisherigen Höchstniveau.
Auf der Einnahmenseite konnten sowohl Personen- als auch Güterverkehr höhere Umsätze erzielen. Die Infrastrukturentgelte stiegen im Fünfjahresvergleich ebenfalls an – im Personenverkehr um mehr als drei Prozent, im Güterverkehr um 0,6 Prozent.
Regulierung soll Wettbewerb stärken
IRG-Rail, ein Zusammenschluss von 31 europäischen Regulierungsbehörden, sieht seine Aufgabe darin, die Markttransparenz zu erhöhen und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Ziel bleibt ein einheitlicher, effizienter und nachhaltiger europäischer Eisenbahnmarkt.
Der Bericht macht jedoch deutlich: Während die Bahn im Personenverkehr weiter an Bedeutung gewinnt, steht der Güterverkehr vor strukturellen Herausforderungen – insbesondere im internationalen Wettbewerb und bei grenzüberschreitenden Verkehren.
