Stabiles Kontraktlogistikgeschäft bei Lagermax

03.04.2026 | Branchenlösungen, Kontraktlogistik

Mit Mehrwert für die Kunden will die Salzburger Logistikgruppe dem Kostendruck entgegenwirken. Verkehr im Gespräch mit den CEO Richard Pöschl und Christian Stoll.

Das Geschäft in der Kontraktlogistik hat sich bei Lagermax im Vorjahr trotz großer globaler Herausforderungen stabil entwickelt. „Bei Importeuren der in den Markt drängenden chinesischen Automobilproduzenten konnte sich Lagermax als Kontraktlogistiker in Österreich und den umliegenden Ländern langfristige Aufträge sichern“, bilanzieren die beiden Lagermax-CEO Christian Stoll und Richard Pöschl gegenüber Verkehr. Grundsätzlich sei allerdings eine Zurückhaltung am Markt spürbar gewesen. Die globalen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten verzögern Entscheidungen auf Kundenseite. Mit Investitionen in neue Logistikanlagen (Arad 2025, Premstätten bei Graz und Barcelona Anfang 2026) wurden Kapazitäten für weiteres Wachstum in diesem Segment geschaffen. Automatisierung und Digitalisierung sowie individuell angepasste Lösungen für steigende Anforderungen stehen bei den Salzburgern im Fokus.

Stoll: „Der hohe Kostendruck und die schwierigen Rahmenbedingungen belasten die Auftragslage und die Margen. Gerade in einem herausfordernden Umfeld geht es um Differenzierung und um die Schaffung von Mehrwert für den Kunden.“

Kostendruck und Unsicherheit prägen den Markt

Durch Mehrwert für den Kunden versucht man, dem hohen Kostendruck entgegenzuwirken, wobei die Mengenentwicklung stark differenziert ist, abhängig von Wirtschaftszweig und Standort. „Größte Herausforderung neben dem Kostendruck ist die Unsicherheit der Märkte, die Anpassung an digitale Innovationen und die Steigerung der Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Schocks, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, betont Pöschl.

Partnerschaften und Technologie als Erfolgsfaktoren

Der Erfolg von Kontraktlogistik beruhe auf strategischen Partnerschaften, maßgeschneiderten, flexiblen Lösungen, Effizienz und Kostenoptimierung sowie dem Einsatz moderner WMS-Systeme, die eine nahtlose IT-Integration mit dem Kunden ermöglichen, sind sich die Manager einig. Branchenkenntnis und Value Added Services sind weitere Erfolgsfaktoren. Kontraktlogistik-Kunden wünschen sich einen zuverlässigen, flexiblen Partner, der möglichst viel aus einer Hand offerieren kann.

Stoll: „Klar ist, dass der Preis neben der Qualität eine wesentliche Rolle spielt. Auch das Thema Nachhaltigkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung.“

Mit Blick auf die Verkehrspolitik ist die Botschaft ganz unmissverständlich: Die Logistikbranche fordere eine Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit durch den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur, die Digitalisierung von Prozessen und Dokumentation sowie das Fördern des Umstiegs auf alternative Antriebe. Der Ausbau der notwendigen Lade- und Tankinfrastruktur habe höchste Priorität, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen.

„Wir fordern von der Politik Planungs- und Investitionssicherheit und keine zusätzlichen finanziellen Belastungen wie neue Lkw-Mauten oder Abgaben“, so beide Manager unisono. Bürokratische Hürden müssten abgebaut werden, Mautveränderungen sollten zeitlich viel früher kommuniziert werden.

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