Niederlande führen kilometerbasierte Lkw-Maut ein

31.03.2026 | Straße

Die Niederlande stellen ihr Mautsystem grundlegend um: Ab Juli 2026 wird eine kilometerabhängige Lkw-Maut eingeführt. Das neue System betrifft auch internationale Transporte und markiert einen weiteren Schritt in Richtung emissionsbasierter Straßenabgaben in Europa.

Die Niederlande führen zum 1. Juli 2026 eine streckenabhängige Lkw-Maut ein. Künftig zahlen Fahrzeuge über 3,5 Tonnen pro gefahrenem Kilometer – unabhängig davon, ob sie im Inland oder Ausland zugelassen sind. Damit folgt das Land dem Modell mehrerer europäischer Staaten und ersetzt gleichzeitig die bisherige Eurovignette.

Die neue Maut gilt auf nahezu allen Autobahnen sowie auf ausgewählten regionalen Straßen. Für die Abrechnung ist eine On-Board-Unit (OBU) verpflichtend, die die gefahrenen Strecken erfasst und automatisch abrechnet.

Systemwechsel mit Auswirkungen auf den internationalen Verkehr

Besonders relevant ist die Umstellung für den grenzüberschreitenden Güterverkehr: Schätzungen zufolge nutzen jährlich mehr als 725.000 ausländische Lkw das niederländische Straßennetz. Diese müssen künftig ebenfalls mit einer kompatiblen OBU ausgestattet sein.

Ein Ticketkauf für einzelne Strecken ist nicht vorgesehen. Stattdessen erfolgt die Abrechnung ausschließlich über zugelassene Dienstleister. Dabei stehen sowohl europaweit nutzbare EETS-Anbieter als auch ein nationaler Anbieter zur Verfügung.

Wichtig für Unternehmen: Bestehende Bordgeräte aus Deutschland (Toll Collect) oder Belgien (Satellic) sind in den Niederlanden nicht einsetzbar.

Anreiz für emissionsärmere Fahrzeuge

Das neue Mautsystem ist nicht nur ein Finanzierungsinstrument, sondern auch ein Steuerungsinstrument für mehr Nachhaltigkeit im Verkehr. Die Höhe der Gebühr richtet sich unter anderem nach Gewicht und Emissionsklasse des Fahrzeugs.

Je sauberer und leichter ein Lkw ist, desto geringer fällt die Maut aus. Damit sollen Investitionen in emissionsarme Antriebe und effizientere Fahrzeuge gefördert werden.

Ein Teil der Einnahmen soll gezielt in Programme zur Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs fließen.

Strikte Kontrolle ab Start

Die Behörden kündigen eine konsequente Durchsetzung der neuen Regelungen an. Fahrzeuge ohne aktive OBU riskieren Bußgelder bereits ab dem ersten Tag der Einführung.

Parallel startet eine internationale Informationskampagne, um Transportunternehmen frühzeitig auf die Umstellung vorzubereiten.

Mit der Einführung der kilometerbasierten Maut schließen die Niederlande eine Lücke im europäischen Mautsystem – und erhöhen zugleich den Druck auf die Branche, ihre Flotten nachhaltiger auszurichten.

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