„Wir entwickeln dort, wo Unternehmen Flächen benötigen“

14.10.2026 | Freie Flächen, Standort

Auf dem ehemaligen Hammerbrotwerke-Areal in Schwechat soll Raum für neues Gewerbe entstehen. Jürgen Winklbauer, Managing Director Panattoni Austria, setzt dabei auf die Nähe zu Wien und zum Flughafen – und auf Flächen, die sich den Anforderungen ihrer Nutzer anpassen.

Der Panattoni Park Wien Ost entsteht auf dem ehemaligen Hammerbrotwerke-Areal in Schwechat mit insgesamt rund 16.000 Quadratmetern Mietfläche. Für welche Branchen ist das Projekt konkret gedacht, und warum gerade dieser Standort direkt an der Wiener Stadtgrenze?

Der Großraum Wien bündelt wirtschaftliche, administrative und industrielle Funktionen in einer Dichte, wie sie in Österreich kein zweites Mal vorkommt. Die unmittelbare Nähe zu Kunden, zu Unternehmen und zu den Endverbrauchern ist ein enormer Standortvorteil. Eine A-Lage wie Schwechat – vor den Toren Wiens und in Sichtweite des Flughafens – bietet sich für unterschiedlichste Industrie-, Logistik-, Produktions- und Weiterverarbeitungszwecke geradezu an. Wir richten diesen Standort darum auf stadtnahes Gewerbe und Light Industrial aus. Verschiedene Branchen finden hier optimale Bedingungen, darunter Life Sciences, Pharma und Medizintechnik. Auch flughafennahe Zulieferbetriebe und Service-Hubs machen hier Sinn. Der Flughafen Wien-Schwechat liegt nur acht Kilometer entfernt.

Wie sieht der Zeitplan für das Objekt aus? Und gibt es bereits Vorvermietungen oder Letters of Intent für den Park?

Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant. Wir führen derzeit Gespräche mit möglichen Nutzern, deren Spannweite von Unternehmen reicht, die sich für eine einzelne Einheit interessieren, bis hin zu solchen, die den gesamten Standort ins Auge fassen. Fester Bestandteil dieser Verhandlungen ist stets auch die Klärung der technischen Machbarkeit nutzerspezifischer Anforderungen. Wir versuchen immer, die individuell passende Lösung zu finden. Weil dies ein ehemaliges Industrieareal ist, sind einige der Infrastrukturen bereits erschlossen.

Panattoni ist in Österreich nicht in Wien gestartet, sondern zuerst in der Steiermark und in Oberösterreich. Wie hat sich diese regionale Strategie seither entwickelt, und welche Regionen stehen jetzt ganz oben auf der Liste?

Wir entwickeln dort, wo Unternehmen Flächen für Wachstum, für neue Standorte oder für die Bündelung ihrer Aktivitäten benötigen. Die Steiermark und Oberösterreich sind von einer starken Industrie geprägt, die langfristig einen entsprechenden Bedarf an Produktions- und Gewerbeflächen hat. Mit Schwechat erschließen wir nun den bedeutenden Wirtschafts- und Absatzraum der Großregion Wien, wobei unser Augenmerk auf A-Lagen liegt. Aber auch die beiden anderen Standorte sind logistisch erstklassig aufgestellt. Unser Fokus ist die Achse Wien-Oberösterreich. Unser im Jahr 2025 fertiggestellter Panattoni Park Ennshafen im oberösterreichischen Enns liegt ebenfalls in diesem Bereich.

Im Panattoni Park Ennshafen ist mittlerweile mehr als die Hälfte der Flächen vermietet. Wie schätzen Sie die Vermietungsdynamik dort ein?

Mit der Rosenbauer International AG, einem weltweit führenden Anbieter von Feuerwehrtechnik, hatten wir ab der Eröffnung einen wichtigen Ankermieter, der dort seinen Logistik-Hub für Mitteleuropa eingerichtet hat. Seither ist der international tätige Logistikdienstleister Kühne + Nagel hinzugekommen, der im Sommer 2026 mehr als 6.000 Quadratmeter bezogen hat. Über die Anmietung der letzten beiden Units führen wir gegenwärtig Gespräche mit mehreren Unternehmen.

Zur trimodalen Anbindung des Panattoni Parks Ennshafen gehören der Hafen, die Westbahnstrecke sowie die West Autobahn A1, ein zentraler Teil der Transeuropäischen Verkehrsnetze zwischen West- und Osteuropa. Die verkehrsgünstige Lage inmitten einer der wirtschaftsstärksten Regionen Österreichs macht den Standort für all diejenigen geeignet, die auf effiziente Logistikprozesse angewiesen sind. Weil sich von dort aus sehr unterschiedliche europäische Regionen bedienen lassen, kommt der Park überdies dem Bedürfnis entgegen, Verkehrsflüsse bei Bedarf neu zu ordnen – ein Faktor für die Planung von Resilienz in der Lieferkette.

Panattoni setzt auf gut angebundene Standorte, die zum Bedarf der Unternehmen passen. (Foto: Panattoni Austria)

Wie hat sich die allgemeine Vermietungslage für Logistikimmobilien in Österreich in den letzten Monaten entwickelt?

Unternehmen prüfen ihre Standortentscheidungen weiterhin mit Sorgfalt, aber die Nachfrage ist wieder vorhanden. Aktuelle Marktberichte zeigen etwa im Großraum Wien für das erste Halbjahr einen deutlichen Anstieg der Nachfrage. Gleichzeitig bleiben die Fertigstellungen auf niedrigem Niveau. Die Folge ist, dass erstmals seit einigen Jahren die Leerstände zurückgehen. Daneben fallen im Großraum Wien auch Entwicklungen von Unternehmen für den Eigenbedarf ins Gewicht, die annähernd 29 Prozent des Marktvolumens ausmachen. Im Rahmen von sogenannten Build-to-suit-Lösungen werden Flächen nutzerspezifisch konzipiert und realisiert. Die Immobilie ist deshalb bereits während der Entwicklungsphase einem konkreten Nutzer oder Eigentümer zugeordnet.

Sind Sie mit der Preisentwicklung bei Miete und Grundstückskosten zufrieden?

Grundstückskosten, Baukosten und erzielbare Mieten müssen ein funktionierendes Gesamtbild ergeben – für uns ebenso wie für unsere Kunden. Aber um den Preis allein geht es gar nicht. Neben Grundstücks- und Baukosten beeinflussen auch die Dauer und die Planbarkeit von Genehmigungsverfahren die Realisierungschancen eines Projekts ganz erheblich. Schnelle und verlässlich kalkulierbare Verfahren sind ein wesentlicher Hebel, um wirtschaftlich tragfähige Projekte und damit wettbewerbsfähige Mieten überhaupt zu ermöglichen.

Für Schwechat wird eine DGNB-Gold-Zertifizierung angestrebt. Ist das inzwischen ein von Mietern eingefordertes Mindestmaß oder weiterhin ein echtes Verkaufsargument?

Nachhaltigkeitsstandards sind heute ein wesentlicher Bestandteil moderner Industrie- und Logistikimmobilien. Für den Vermarktungserfolg sind jedoch ebenso Faktoren wie Standortqualität, Funktionalität, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit entscheidend. Insbesondere international tätige Unternehmen messen zertifizierten und zukunftsfähigen Gebäudekonzepten bei ihrer Standortentscheidung eine hohe Bedeutung bei.

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