Der personelle Wechsel fällt mit einer umfassenderen Neuorganisation zusammen. | © UPS
UPS hat mit Wirkung zum 1. September 2026 seine Führungsstruktur und sein Betriebsmodell neu aufgestellt. Auslöser ist unter anderem der Rückzug von Kate Gutmann, die nach fast 37 Jahren bei UPS ihre Funktion als Executive Vice President und President International, Healthcare and Supply Chain Solutions aus familiären Gründen abgibt. Bis März 2027 bleibt sie dem Unternehmen als strategische Beraterin erhalten.
Ihre operative Verantwortung übernimmt Wilfredo Ramos als Executive Vice President und Chief International, Healthcare and Supply Chain Solutions Officer. Der UPS-Manager ist seit mehr als 20 Jahren im Unternehmen und verantwortete zuletzt die Geschäfte in der Region Asien-Pazifik sowie den Brokerage-Bereich.
„Während ihrer Karriere hat sie sich für unsere Kunden eingesetzt, unsere globalen Fähigkeiten gestärkt und außergewöhnliche Ergebnisse geliefert“, sagt UPS-CEO Carol Tomé über Gutmann. In den vergangenen Jahren hatte Gutmann unter anderem den Ausbau des Healthcare-Logistikgeschäfts sowie das internationale Geschäft verantwortet.
Vom internationalen zum global gesteuerten Netzwerk
Der personelle Wechsel fällt mit einer umfassenderen Neuorganisation zusammen. UPS will sich nach eigenen Angaben von einem international aufgestellten zu einem stärker global gesteuerten Unternehmen entwickeln. Dafür sollen zentrale operative Prozesse über Regionen hinweg standardisiert werden, während in den einzelnen Märkten weiterhin Spielraum für lokale Anforderungen bestehen soll.
Der Schritt folgt auf die im Juni 2026 abgeschlossene Reduzierung des Amazon-Volumens und die damit verbundene Neukonfiguration des UPS-Netzwerks. Nach dieser Anpassungsphase rückt der Konzern nun profitables Wachstum stärker in den Mittelpunkt.
Strategisch geht es dabei auch um eine weitere Verschiebung des Geschäftsmodells: UPS will sich stärker vom klassischen Paketdienstleister zum Anbieter integrierter Logistiklösungen entwickeln. Die weltweite Infrastruktur soll dafür stärker als ein zusammenhängendes Netzwerk gesteuert werden.
„Durch die Kombination der globalen Standardisierung mit der Reaktionsfähigkeit des lokalen Marktes werden wir mehr Effizienz schaffen, die Kundenerfahrung verbessern und unsere Fähigkeit stärken, weltweit zu wachsen“, sagt Tomé.
Cesarone übernimmt globale Operations
Eine Schlüsselrolle in der neuen Struktur erhält Nando Cesarone. Er wurde zum Executive Vice President und Chief Global Operations Officer ernannt und verantwortet damit künftig unter anderem das globale Luftverkehrsnetzwerk und die Gateways, den Landtransport sowie Bau- und Engineering-Aktivitäten. Auch Initiativen zur Weiterentwicklung des Netzwerks, der Fuhrparkbetrieb und die Nachhaltigkeitsfunktionen fallen in seinen Zuständigkeitsbereich.
Matt Guffey übernimmt als Executive Vice President und Chief U.S. Domestic Officer die Verantwortung für das US-Geschäft. Dazu zählen neben dem Paketgeschäft auch Roadie, Happy Returns, The UPS Stores und Mail Innovations.
Zusätzlich schafft UPS die neue Position eines Executive Vice President und Chief Global Commercial Strategy Officer. Dort sollen globale Strategie, Marketing und Kommunikation sowie Produktmanagement und Preisgestaltung gebündelt werden. Die Position ist derzeit noch nicht besetzt.
UPS zentralisiert Verantwortlichkeiten
Mit dem Umbau zieht UPS damit mehrere bislang regional oder funktional getrennte Verantwortlichkeiten auf globaler Ebene zusammen. Neben Ramos und Cesarone berichten künftig unter anderem Finanzchef Brian Dykes, Personalchef Darrell Ford sowie Digital- und Technologiechef Bala Subramanian direkt an CEO Carol Tomé.
Für UPS ist die Neuorganisation damit nicht nur eine Nachfolgeregelung für Gutmann. Der Konzern verändert zugleich die Steuerungslogik seines Netzwerks: Globale Standards sollen stärker als bisher für Effizienz und Skalierbarkeit sorgen, während die operative Anpassungsfähigkeit in den einzelnen Märkten erhalten bleiben soll.
