„Der besondere Wert unseres Netzwerks liegt in den Menschen, die hinter den Marken stehen“, sagt Edlinger. („Bei uns dreht sich alles um Digitali- sierung, Robotics, zukunftsfähige Logistik und grüne Konzepte.“ (Foto: ILS365 / Moni Fellner)
Womit beschäftigen Sie sich?
Bergles: Die Independent Logistics Society (ILS) ist die Plattform für nationale und internationale Wirtschaftstreibende, die Wachstum neu denken. Bei uns dreht sich alles um Digitalisierung, Robotics, zukunftsfähige Logistik und grüne Konzepte. Hier kommen Mitarbeiter und CEOs aus Industrie, Forschung und weiteren Branchen zusammen, um praxistaugliche Ideen auf Augenhöhe zu teilen und voneinander zu lernen.
Wie wichtig dieser Austausch ist, zeigt unser ILS Main Event 2026, das am 14. und 15. Oktober in der Helmut List Halle in Graz stattfinden wird: Unter dem Motto „Digital Confirmation“ erarbeiten wir Lösungen, wie Betriebe in unsicheren Zeiten handlungsfähig bleiben und wie das Zusammenspiel von Mensch, Maschine und Markt im Alltag funktioniert. Wer die Weichen für das eigene Unternehmen aktiv stellen möchte, sollte sich das Event im Kalender eintragen.
Edlinger: Der besondere Wert unseres Netzwerks liegt in den Menschen, die hinter diesen Marken stehen und Wandel aktiv gestalten. Ob gewachsene Schlüsselbetriebe wie die KNAPP, Siemens, AVL List oder Kellner & Kunz, Technologieführer wie Pepperl+Fuchs und Ernst & Young oder agile Pionierunternehmen wie SPAR, Biogena und Reploid – sie alle bringen wertvolle Praxis-Erfahrungen mit. Um diese Bandbreite an Wissen gezielt nutzbar zu machen, ist das ILS Main Event in vier zentrale Felder aufgeteilt: Infrastruktur & Mobilität, Nachhaltigkeit & Kreislaufwirtschaft, Smart Logistics & Technologie sowie KI, Daten & Sicherheit.
In Zeiten globaler Veränderungen entscheidet eine verlässliche Infrastruktur über die Stärke unseres Wirtschaftsstandorts. Margaretha Gansterer (Uni Klagenfurt, Vizepräsidentin EURO) und Sebastian Kummer (WU Wien, Vorstand Institut für Transportwirtschaft und Logistik) eröffnen mit einer Keynote zu Geopolitik, Kostenwahrheit und kritischer Infrastruktur. Im direkten Anschluss diskutieren Markus Tomaschitz (CHRO & Group Spokesman bei AVL List) und Martin Treffer (CEO von Temmel Logistik) gemeinsam mit Margaretha Gansterer, wie Schiene, Straße, Energie und Industrie zusammengedacht werden müssen.
Wer zeigt, wie ökologische und ökonomische Ziele in Einklang gebracht werden können?
Bergles: Uns geht es darum, fundierte und praxistaugliche Lösungen sichtbar zu machen. Julia Hoffmann (COO von Biogena) zeigt, wie Gesundheit, Resilienz und Female Leadership zur strategischen Führungsentscheidung werden und damit auch zur Nachhaltigkeit beitragen. Philip Pauer (CEO von Reploid) macht anhand eines konkreten Industriemodells greifbar, wie Circular Economy im industriellen Maßstab bereits heute funktioniert. Eingeordnet wird das Ganze durch Renato Sarc (Montanuni Leoben) mit einem wissenschaftlichen Reality Check, bevor Henk Welleweerd (Head of Business Development bei Nedcon) und Richard Stralz (CEO von Mayr-Melnhof) im C-Talk zeigen, wie Ressourcen intelligent genutzt werden.
Wer setzt Impulse in den Bereichen Smart Logistics und KI?
Bergles: Udo Traussnigg (Studienlehrgangsleiter Automatisierungstechnik an der FH CAMPUS 02) eröffnet mit einem Impuls zur nächsten Automatisierungsstufe, bevor Peter Stelzer (CEO von ivii), Elma Alexandra Sadaj (Vice President Market Sector Retail & Wholesale bei SSI Schäfer), Michael Kaspar (Head of Vertical Sales bei Siemens) und Volker Glöckle (Senior Vice President bei Sick) diskutieren, wie viele Entscheidungen Systeme künftig eigenständig übernehmen dürfen.

Beim Thema Vertrauen, Daten und Sicherheit setzt Patrick Ratheiser (Director & Head of AI bei Ernst & Young Österreich) mit seinem Impuls an; im C-Talk vertiefen u.A. Werner Kraus (CCO Business bei Magenta) und Willibald Erhart (CDO bei Saubermacher) die Frage, wem wir vertrauen, wenn Systeme mitentscheiden.
Am Vormittag des letzten Tages baut „Triple Transformation“ die inhaltliche Brücke zwischen Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und Robotik. Sie widmet sich der Frage, was Unternehmen wirklich zukunftsfähig macht. Den Impuls setzt Martin Riester (Director Center for Sustainable Production and Logistics bei Fraunhofer Austria) mit einem Ansatz, der Forschung in operative Praxis übersetzt: von Bestandsoptimierung über Kreislaufwirtschaft bis zu Robotik als Assistenzsystem.
Die ILS wagt erstmals den Schritt nach Graz. Warum?
Edlinger: Der Schritt war mutig, aber goldrichtig. Nach 23 Jahren in Leoben war er für die ILS der notwendige nächste Schritt, und Graz war dafür die logische Wahl: Als Smart City steht die Stadt genau für das, was wir mit „Digital Confirmation“ meinen: Innovation, die nicht nur angekündigt, sondern gelebt wird, mit einer öffentlichen Anbindung direkt vor der Tür der Helmut List Halle, die für sich selbst spricht. Gerade beim Thema Nachhaltigkeit ist uns das besonders wichtig: Wer über Kreislaufwirtschaft und ressourcenschonende Logistik diskutiert, sollte auch selbst zeigen, dass ein Event gut erreichbar und nachhaltig organisiert werden kann.
Worauf dürfen sich die Besucher noch freuen?
Edlinger: Auf Einblicke darin, wie die Musikindustrie als eine der ersten Branchen durch die Digitalisierung massiv verändert wurde: Im Rahmen des Transformation Act tauscht sich Smudo von den Fantastischen Vier mit Robert Machtlinger (CEO von FACC) und Franz Mathi (CTO von KNAPP) darüber aus, was Unternehmen von 35 Jahren Wandel und Anpassungsfähigkeit für die eigene Transformation lernen können.
