TSA forciert Expansion

20.03.2026 | Schiene

Terminal Service Austria baut seine Kapazitäten massiv aus und treibt gleichzeitig die Automatisierung voran. Bis 2030 sollen die sieben ÖBB-Güterterminals deutlich leistungsfähiger werden. Geschäftsbereichsleiterin Renate Glisic erklärt, wie TSA den kombinierten Verkehr fit für die Zukunft machen will.

Terminal Service Austria (TSA), ein Geschäftsbereich der ÖBB-Infra, treibt den Ausbau seiner Terminalinfrastruktur mit großen Schritten voran. Schon heute sind zahlreiche Projekte sichtbar, die Perspektiven bis 2030 und darüber hinaus eröffnen. In diesem Zeitraum sollen die Umschlagkapazitäten der sieben ÖBB-Güterterminals in Österreich mit Investitionen von rund 200 Millionen Euro erweitert werden. Der Fokus liegt dabei auf den Standorten Wels, Wolfurt, Wien und Villach. Ziel ist nicht nur eine höhere Umschlagsleistung, sondern auch eine grundlegende Modernisierung der Betriebsabläufe. „Wir wollen unsere Kapazitäten um bis zu 64 Prozent erweitern“, sagt Renate Glisic, Geschäftsbereichsleiterin von TSA.

Ausbau der Terminals

Ein zentrales Projekt ist der Ausbau des Terminals Wien Süd. Hier steigen die Umschlagkapazitäten um 44 Prozent. Die Bauarbeiten laufen bereits auf Hochtouren. Bis Anfang 2027 sollen acht Ladegleise für 700 Meter lange Züge zur Verfügung stehen sowie Kapazitäten für 547.000 TEU. Derzeit liegt das Umschlagsvolumen bei rund 380.000 TEU.

Insgesamt wurden auf den TSA-Terminals für den unbegleiteten Intermodalverkehr im Jahr 2025 rund 779.000 TEU umgeschlagen – ein Wachstum von mehr als sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommen 212.000 transportierte Lkw auf den Rollenden Landstraßen zwischen Wels–Marburg, Wörgl–Brennersee und Wörgl–Trento, die von Rail Cargo Operator betrieben werden. Das Aufkommen lag damit etwa auf dem Niveau des Jahres 2024.

Automatisierung als Hebel

Auch am Terminal Wels wird derzeit kräftig investiert. Der Standort erfüllt eine Doppelfunktion und wickelt sowohl begleiteten als auch unbegleiteten kombinierten Verkehr ab. Der Terminal wird umfassend erneuert. Sechs durchfahrfähige Terminalgleise mit einer Länge von jeweils 700 Metern sollen künftig die Kapazitäten auf rund 499.000 TEU erhöhen.
Parallel dazu treibt TSA die Automatisierung der Terminalprozesse voran. Konkret bedeutet das unter anderem die Fernsteuerung von Krananlagen auf den Terminals in Wien, Wels und Wolfurt. Kranführer arbeiten künftig nicht mehr in der Kabine, sondern steuern die Anlagen von einem zentralen Bedienpult am Boden.

Bis 2027 sollen fünf neue und vier bestehende Krananlagen mit dieser Technologie ausgestattet werden. Zwei neue Kräne entstehen bis Ende dieses Jahres in Wien, zwei weitere Anfang 2027 in Wels sowie ein zusätzlicher Kran Mitte 2027 in Wolfurt. Die Automatisierung ist Teil der Strategie „TerminalRevolution“. „Wir lernen anders zu arbeiten“, sagt Glisic.

Neben Effizienzgewinnen soll die Automatisierung auch die Arbeitsbedingungen verbessern und neue Mitarbeitergruppen ansprechen. So könnten künftig beispielsweise Frauen oder auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen einfacher als Kranführer tätig sein.

Herausforderung im Netz

Parallel zu den Investitionen sieht sich TSA derzeit mit anspruchsvollen Rahmenbedingungen konfrontiert. Besonders die umfangreichen Sanierungsarbeiten im deutschen Schienennetz wirken sich auf die operativen Abläufe aus. Die Bahnstrecke Passau–Nürnberg wird im Jahr 2026 aufgrund von Bauarbeiten teilweise gesperrt sein. Täglich sind rund 50 Güterzüge betroffen, die zwischen Deutschland und den TSA-Terminals verkehren und nun umgeleitet werden müssen.

Am Terminal Wels bereitet man sich daher auf zusätzliche Belastungen vor. Glisic: „Wir werden dort 24 Stunden an sechs Tagen pro Woche arbeiten, um mögliche Unwägbarkeiten ausgleichen zu können“. TSA versteht sich dabei bewusst als neutraler Terminalbetreiber. Neben dem Umschlag bietet das Unternehmen auch zusätzliche Dienstleistungen an, etwa das Be- und Entladen von Containern, PTI-Checks sowie Heizen und Kühlen von Reefer-Containern.

Zum Portfolio gehören außerdem Überstellservices für Wagengruppen, temporäre Lagerung, Depotbewirtschaftung, Reinigung und Reparatur sowie Agenturleistungen. Glisic betont: „Wir nehmen den Spediteuren kein Geschäft weg“. Speditionsdienstleistungen würden nur auf Kundenwunsch erbracht.

Seit Mitte 2025 ist zudem ein Terminal Operating System an den Gates im Einsatz. „Unser Anspruch ist es, täglich besser zu werden und Qualität verlässlich sicherzustellen“, betont Glisic.

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