Hintergrund der Kooperation ist unter anderem das wachsende Paketaufkommen. | © Deniz Schreiber
Storebox und die Österreichische Post haben eine Zusammenarbeit im Versandbereich vereinbart. Storebox wird künftig Sendungen über die Post abwickeln, die wiederum Transporte zu den verschiedenen Standorten des Unternehmens übernimmt. Auch für internationale Sendungsmengen nach Deutschland, Slowenien und Kroatien setzt Storebox im Zuge seiner Expansion auf die Österreichische Post.
Damit werden zwei unterschiedliche Logistiknetze miteinander verknüpft: Die Post bringt ihre bestehende Paket- und Transportinfrastruktur ein, Storebox verfügt mittlerweile über mehr als 350 dezentrale Standorte in Europa.
Hintergrund der Kooperation ist unter anderem das wachsende Paketaufkommen. Nach Angaben der Unternehmen ist das Paketvolumen in Österreich innerhalb der vergangenen fünf Jahre um mehr als 50 Prozent gestiegen. Gerade in Städten erhöht das den Druck, Zustellungen und Warenströme effizienter zu organisieren.
Storebox baut Standorte zu Logistikpunkten aus
Storebox ist ursprünglich mit Selfstorage-Angeboten gewachsen, nutzt sein Standortnetz inzwischen aber auch für B2B-Logistikservices. Unternehmen können etwa Waren und Materialien in sogenannten Micro-Hubs dezentral und näher an ihren Einsatzorten lagern.
„Die urbane Logistik steht vor einem grundlegenden Wandel. Wenn das Paketaufkommen innerhalb weniger Jahre um mehr als 50 Prozent steigt, müssen auch die dahinterliegenden Strukturen mitwachsen“, sagt Johannes Braith, CEO und Co-Founder von Storebox.
Die Kooperation mit der Post startet zunächst bei der Versandabwicklung. Darüber hinaus wollen die Unternehmen nach eigenen Angaben Möglichkeiten ausloten, wie bestehende Versandprozesse und dezentrale urbane Infrastruktur stärker miteinander verbunden werden können. Konkrete weitere Angebote wurden zunächst nicht genannt.
„Mit Storebox gewinnen wir einen innovativen Kunden, der neue Wege in der urbanen Logistik geht. Die Zusammenarbeit zeigt, wie etablierte Logistikprozesse und neue Infrastrukturangebote einander sinnvoll ergänzen können“, sagt Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter und Vorstand für Paket & Logistik der Österreichischen Post.
Zusammenarbeit nach zehn Jahren
Für Storebox schließt sich mit der Kooperation zugleich ein Kreis. Vor zehn Jahren gewann das damals junge Unternehmen den Hauptpreis beim Pioneers Festival, der von der Österreichischen Post gesponsert wurde. Aus dem damaligen Selfstorage-Konzept entwickelte Storebox in den folgenden Jahren ein Netzwerk mit mittlerweile mehr als 350 Standorten in Europa.
„Damals stand am Anfang eine Idee für ein SelfstorageSystem. Heute betreiben wir ein europaweites Logistik-Netzwerk und können gemeinsam mit einem der größten Logistikunternehmen des Landes daran arbeiten, wie die nächste Entwicklungsstufe aussehen kann“, sagt Braith.
Für die urbane Logistik könnte vor allem die Verbindung beider Infrastrukturen interessant werden. Während die Post über etablierte Paket- und Transportprozesse verfügt, bringt Storebox ein dezentrales Netz kleiner Standorte in Städten ein. In welchem Umfang daraus über die nun vereinbarte Versandabwicklung hinaus gemeinsame Logistikangebote entstehen, ist derzeit allerdings noch offen.
