Nach Angaben von Webfleet zählen Kraftstoffkosten zu den größten Ausgabenposten. | © Webfleet
Hohe Energiepreise treiben die Betriebskosten im Transportsektor weiter nach oben. Während Unternehmen die Preisentwicklung kaum beeinflussen können, liegt ein zentraler Hebel zur Kostensenkung im eigenen Fuhrpark. Darauf weist der Flottenmanagementanbieter Webfleet hin.
„Unternehmen können die Kraftstoffpreise nicht beeinflussen, den Verbrauch aber sehr wohl“, sagt Jan-Maarten de Vries, President Fleet Management Solutions bei Bridgestone. Ineffizienzen im Betrieb würden sich gerade in Phasen volatiler Preise besonders deutlich zeigen.
Ineffizienzen treiben Verbrauch
Nach Angaben von Webfleet zählen Kraftstoffkosten zu den größten Ausgabenposten im Fuhrparkmanagement. Gleichzeitig sehen mehr als die Hälfte der Flottenmanager laut Studie erheblichen Handlungsbedarf bei Effizienz und Kostenkontrolle.
Zu den Haupttreibern eines erhöhten Verbrauchs gehören unnötige Leerlaufzeiten, suboptimale Routenplanung sowie ineffizientes Fahrverhalten – etwa häufiges Beschleunigen und Bremsen oder fehlende vorausschauende Fahrweise. Besonders im urbanen Lieferverkehr mit Stop-and-go-Verkehr seien die Einsparpotenziale groß.
„Die Optimierung des Kraftstoffverbrauchs ist ein zentraler Faktor, um Gesamtbetriebskosten zu senken“, betont de Vries.
Daten als Schlüssel zur Einsparung
Der Ansatz: Transparenz durch digitale Flottenlösungen. Durch die Analyse von Fahrzeug- und Fahrdaten können Unternehmen gezielt Maßnahmen ableiten – etwa Schulungen für Fahrer, optimierte Routen oder besseres Reifen- und Fahrzeugmanagement.
Praxisbeispiele zeigen die Wirkung: So konnte der Wartungsdienstleister Sanctuary Maintenance seinen Kraftstoffverbrauch innerhalb von zwei Monaten um 25 Prozent senken, nachdem Fahrdaten systematisch ausgewertet und Fahrer entsprechend geschult wurden.
Die Einzelhandelskooperative Coviran reduzierte ihren Dieselverbrauch um mehr als 159.000 Liter pro Jahr durch optimierte Routenplanung. Beim britischen Unternehmen WGM führte die Reduktion von Leerlaufzeiten und Anpassungen im Fahrverhalten zu einer Verbrauchssenkung von 22 Prozent.
Struktur statt Reaktion
Die Beispiele zeigen, dass Einsparungen weniger durch kurzfristige Reaktionen auf Preisentwicklungen entstehen, sondern durch strukturelle Verbesserungen im Betrieb. Flotten, die ihren Kraftstoffverbrauch aktiv steuern, können Preisschwankungen besser abfedern und ihre Kosten langfristig stabilisieren.
Für die Branche bedeutet das: Der Wettbewerbsvorteil liegt zunehmend in der Datenkompetenz – nicht nur im Einkauf von Energie.
