Stabile Zahlen im schwierigen Umfeld

24.03.2026 | Schiene

Trotz schwacher Konjunktur und belasteter Infrastruktur bleibt die oberösterreichische CargoServ auf Kurs. Der Spezialist für Stahltransporte bereitet sich aber auf die tiefgreifende Transformation der Stahlproduktion in Linz vor.

Für die oberösterreichische CargoServ ist das Geschäftsjahr 2024/25 trotz des weiterhin schwierigen Marktumfelds stabil verlaufen. „Mit einem Umsatz von beinahe 37 Millionen Euro und einer Jahrestonnage von 6,5 Millionen Tonnen wurden die Umsatz- und Ergebnisziele erreicht. Die Verkehre für die voestalpine Stahl laufen sich auf hohem Niveau stabil sowohl auf Rohstoff- als auch auf Fertigmaterialseite“, bilanziert Markus Schinko, Geschäftsführer von CargoServ, gegenüber Verkehr.

Zu den größten Herausforderungen zählen derzeit die Themen Infrastruktur und Ressourcenverfügbarkeit sowie die zahlreichen Umleitungen im österreichischen Bahnnetz. Da der Hochleistungskorridor zwischen Nürnberg und Passau eine zentrale Schlagader für die Rohstoffzufuhr zum voestalpine-Standort in Linz und gleichzeitig eine wichtige Versorgungsachse für die deutsche Automobilindustrie ist, stellte die vorausschauende Vorbereitung auf die laufende Sanierung dieses Korridors eine enorme Herausforderung dar.

Um die Personalressourcen zu stärken, wurde Anfang dieses Jahres eine Ausbildungsoffensive für operatives Personal gestartet. In mehreren Lehrgängen werden rund 30 Triebfahrzeugführer, Wagenmeister und Verschubleiter in der hauseigenen Verkehrsakademie ausgebildet.

Logistische Drehscheibe

Der Hauptfokus von CargoServ liegt auf der Abwicklung eines wesentlichen Anteils der Eisenbahntransporte für die voestalpine Stahl, eine Tochtergesellschaft der Steel Division der voestalpine. Dazu zählen nationale Transporte von heimischem Eisenerz vom Erzberg sowie von Kalk aus dem Kalkwerk Steyrling zum voestalpine-Standort in Linz.

Darüber hinaus organisiert CargoServ weitere Rohstoffverkehre von den Westhäfen Hamburg, Rotterdam und Vlissingen nach Linz, die in Kooperation mit DB Cargo abgewickelt werden. Aus der Ukraine gelangen zudem Erz-Pellets nach Linz. Ergänzt wird das Verkehrsportfolio durch Fertigwarenzüge: Bis zu zehn Züge pro Woche transportieren Stahlprodukte von Linz nach Italien.

Logistik im Zeichen der grünen Stahlproduktion

Der Umbau der Stahlproduktion am Standort Linz hin zu einer CO₂-reduzierten Herstellung läuft auf Hochtouren und wirkt sich bereits deutlich auf die vor- und nachgelagerte Logistik aus. Für 2027 ist die Inbetriebnahme eines Elektrolichtbogenofens geplant.
CargoServ ist aktiv in den Prozess der Verlagerung von Rohstoffströmen eingebunden, der sich aus dieser Transformation der Metallurgie ergibt. Während der Bedarf an Schrott stark steigen wird, nimmt die Bedeutung anderer Rohstoffe – etwa Kohle – deutlich ab. Künftig soll Schrott über gezielt organisierte Knotenpunkte nach Linz geführt werden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Zu den neuen Logistikkonzepten zählt etwa der Nürnberg-Shuttle. Dabei werden Schrott und Bewehrungsstahl in einem Rundlauf zwischen Nürnberg und dem neuen Schrott-Hub in Ennsdorf transportiert.

Wichtige Themen bleiben für Schinko weiterhin Förderungen und Investitionen in Infrastruktur und Güterverkehr, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene zu sichern und auszubauen. Ebenso notwendig sei eine Reduktion des administrativen Aufwands sowie eine stärkere Harmonisierung des Eisenbahnverkehrs in Europa.

Bahnverlader tendieren zunehmend zu CO₂-armen Transportlösungen – allerdings nur, wenn diese wirtschaftlich darstellbar bleiben. Innovative Konzepte seien daher gefragt, um die Schiene als Transportmittel weiter zu stärken. Klar ist für Schinko: Der CO₂-Footprint entwickelt sich immer stärker zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

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