SPAR setzt sechs elektrische eActros 600 ein

28.10.2026 | Straße

SPAR treibt die Elektrifizierung seiner Lebensmittellogistik voran und setzt dafür sechs Mercedes-Benz eActros 600 ein. Zwei der Fahrzeuge sind bereits seit Mai 2026 in Oberösterreich unterwegs und haben gemeinsam rund 80.000 Kilometer zurückgelegt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich auch Kühltransporte und Fahrten mit Anhänger elektrisch abwickeln lassen.

Der österreichische Lebensmittelhändler SPAR erweitert den Einsatz batterieelektrischer Lkw im schweren Verteilerverkehr. Gemeinsam mit Daimler Truck Austria wurden sechs Mercedes-Benz eActros 600 am Logistikstandort Marchtrenk in Oberösterreich offiziell übergeben. Zwei Fahrzeuge sind dort bereits seit Mai im Einsatz, vier weitere sind in St. Pölten stationiert.

Die Elektrifizierung betrifft einen besonders anspruchsvollen Bereich der Transportlogistik: die tägliche Belieferung von Lebensmittelmärkten mit frischen, gekühlten und ungekühlten Waren. Dabei müssen enge Lieferfenster, unterschiedliche Temperaturanforderungen und wechselnde Transportmengen berücksichtigt werden.

80.000 Kilometer im Praxiseinsatz

Am Standort Marchtrenk haben die ersten beiden Elektro-Lkw seit Mai gemeinsam rund 80.000 Kilometer zurückgelegt. Die Fahrzeuge übernehmen dabei Aufgaben, die bislang von Diesel-Lkw erledigt wurden. Dazu zählen temperaturgeführte Transporte ebenso wie Fahrten mit Anhänger.

„Die Praxistests haben gezeigt, dass die Elektro-Lkw dieselben Aufgaben wie konventionelle Fahrzeuge übernehmen können – vom Kühltransport bis zum Einsatz mit Anhänger. Entsprechend positiv fällt unser Fazit aus“, erklärt Paul Bacher, Geschäftsführer SPAR Oberösterreich.

Marchtrenk ist ein zentraler Standort für die regionale Warenversorgung. Von dort werden rund 300 SPAR-Standorte in Oberösterreich beliefert. Für die täglichen Lieferungen stehen 64 eigene Lkw und 142 Fahrerinnen und Fahrer zur Verfügung. Insgesamt werden rund 180 Touren pro Tag absolviert.

Die bisherigen Einsatzerfahrungen liefern SPAR damit eine Grundlage, um die Integration elektrischer Nutzfahrzeuge in den laufenden Logistikbetrieb weiterzuentwickeln.

Reichweite von bis zu 500 Kilometern

Der Mercedes-Benz eActros 600 verfügt über drei Batteriepakete mit einer installierten Gesamtkapazität von rund 621 Kilowattstunden. Laut Hersteller ermöglicht dies eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern ohne Zwischenladen. Der elektrische Antrieb leistet dauerhaft 400 kW, die Spitzenleistung beträgt 600 kW.

Für den Einsatz in der Lebensmittellogistik ist allerdings nicht allein die Fahrzeugreichweite entscheidend. Auch der Energiebedarf der Kühlung, die Beladung, die Tourenplanung und die verfügbaren Ladezeiten müssen berücksichtigt werden.

„Selbst anspruchsvolle Einsätze wie der temperaturgeführte Verteilerverkehr lassen sich mit modernen Elektro-Lkw zuverlässig abbilden“, sagt Ronald Moser, Key Account Manager bei Daimler Truck Austria.

Im Fahrbetrieb verursachen die Fahrzeuge keine direkten CO₂-Emissionen aus dem Antrieb. Wie hoch die tatsächliche Emissionsreduktion gegenüber Diesel-Lkw ausfällt, hängt unter anderem vom eingesetzten Ladestrom und den betrieblichen Rahmenbedingungen ab.

Ladeinfrastruktur als Voraussetzung

Parallel zur Anschaffung der Fahrzeuge arbeitet SPAR am Aufbau der erforderlichen Ladeinfrastruktur. Dabei kooperiert der Lebensmittelhändler mit Energieversorgern und Netzbetreibern.

Die schrittweise Integration der E-Lkw soll weitere Erkenntnisse über Reichweiten, Ladeprozesse und den Energiebedarf im täglichen Lieferverkehr liefern. Denn gerade bei regelmäßig wiederkehrenden Touren muss die Ladeplanung eng mit den betrieblichen Abläufen abgestimmt werden.

„Entscheidend sind ein funktionierendes Ladekonzept, passende Betriebsabläufe und eine ganzheitliche Begleitung der Kunden“, betont Andreas Prummer, Vertriebsleiter bei Daimler Truck Austria.

Das Elektrifizierungsprojekt wird im Rahmen des ENIN-Förderprogramms durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützt.

Mit den sechs eActros 600 erweitert SPAR den Einsatz batterieelektrischer Nutzfahrzeuge in der österreichischen Handelslogistik. Die bisherigen Erfahrungen in Marchtrenk zeigen, dass auch anspruchsvolle Lieferverkehre mit Kühlung und Anhänger technisch umsetzbar sind. Für einen breiteren Einsatz werden neben der Zuverlässigkeit der Fahrzeuge vor allem die Ladeinfrastruktur und die Wirtschaftlichkeit im laufenden Betrieb entscheidend sein.

Tags: eLKW | Spar

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