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Rücknahmelogistik für Elektronikartikel

Bildcredit: e1.marco.ch Panalpina

Strategische Partnerschaft zwischen Panalpina und dem in Hongkong ansässigen Unternehmen Spread Logistics

Solange die Garantiezeit läuft, muss jedes in China produzierte Smart-Gerät, das einen Herstellungsfehler aufweist oder umfangreichere Reparaturarbeiten benötigt, nach China zurückgeschickt werden. Internationale Bestimmungen schreiben das vor.
 
„Retouren nach China sind jedoch kompliziert“, sagt Mike Wilson, Global Head of Logistics bei Panalpina. „Bevor ein fehlerhaftes Produkt an den Originalhersteller zurückgeschickt werden kann, muss dieses zuerst nach Fehlercode sortiert und anschliessend in seiner Originalverpackung verpackt werden, damit es die chinesischen Zollanforderungen erfüllt.“
 
Weil die Zollanforderungen in China so streng sind, ist Spread Logistics eines von nur wenigen Unternehmen, die Retouren von Unterhaltungselektronik nach Festlandchina abwickeln können. Ein grosser Teil der zwecks Reparatur nach China zurückgeführten Smart-Geräte geht durch die Hände von Spread Logistics.
 
„Wir ermöglichen unseren Kunden aus der Technologiebranche die kreisförmige Lieferkette, indem wir mit Spread Logistics zusammenspannen. Wir sammeln und reichen Daten weiter, aufgrund derer entschieden werden kann, ob ein Produkt nahe des Verbrauchermarkts repariert werden kann, oder ob es nach China zurückgeschickt werden muss für umfangreichere Reparaturen oder gar die Entsorgung“, erklärt Wilson.
 
Der Prozess wird „Return Materials Authorization“ (RMA) genannt und ist einer von zwei Bereichen, in denen sich Panalpina und Spread Logistics zu einer engen Zusammenarbeit entschieden haben. Um den Prozess zu erleichtern, baut Panalpina vier regionale Konsolidierungsstandorte auf. Der erste in Dubai ist bereits in Betrieb, die drei anderen werden in den kommenden Monaten folgen. Die Standorte dienen als Retourenzentren für Unterhaltungselektronik: Zunächst wird eine erste Fehleranalyse (Screening) durchgeführt, um den Zustand der Geräte festzustellen und allfällige Probleme zu klären. Falls Panalpina kaputte Geräte einfach reparieren oder wieder instandsetzen kann, wird sie dies tun und die Produkte schnellstmöglich wieder in die Lieferkette bringen, damit diese wiederverwendet werden können. „Mit dem Screening in der Region können Produkte möglicherweise schneller wieder dem verfügbaren Bestand zugeführt werden“, erklärt Spencer Edmonds, Global Head of Logistics Operations bei Panalpina. „Dies verbessert den Cashflow unserer Kunden.“
 
Produkte, die nicht sofort wieder in die Lieferkette überführt werden können, werden an Spread Logistics weitergeleitet. Das Unternehmen ist in der Lage, bei einer zweiten Analyse Komponenten zu prüfen und Produkte neu zu verpacken. Eine korrekte Neuverpackung ist ausschlaggebend, wenn es darum geht, die chinesischen Zollbestimmungen zu erfüllen und die Produkte an den Originalhersteller zurückzusenden. Gemäss chinesischen Zollvorschriften muss sich jedes Produkt, das an chinesische Hersteller zurückgeht, in seinem ursprünglichen Zustand befinden – also inklusive Originalverpackung, Dokumentation und Zubehör. „Da viele Kunden ihre Produkte nicht in diesem Zustand retournieren, stellt der chinesische Zoll unter Umständen eine grosse Herausforderung dar“, sagt Edmonds. „Unser Partner Spread Logistics weiss mit Materialrückfluss und Retouren umzugehen und stellt mit einer korrekten Neuverpackung die Wiedereinfuhr nach China sicher.“
 
Zusätzlich kann Spread Logistics hochwertige Teile aus nicht reparierbaren Produkten zurückgewinnen und fehlerhafte Produkte an die ursprüngliche Bezugsquelle oder an ein kostengünstiges Reparaturzentrum senden. „Die Produktion von Unterhaltungselektronik – wie beispielsweise Mobiltelefonen oder Laptops – umfasst mehr Lieferanten als jemals zuvor“, erklärt Jennifer Wang, CEO von Spread Logistics. „Mit hervorragenden IT-Systemen bieten wir eine skalierbare Lösung, mit der wir Komponenten gezielt an die verschiedenen Lieferanten zurücksenden können. Wir können alles mit allen verbinden.“ Mit der Anbindung an das umfangreiche globale Netzwerk von Panalpina kann Spread Logistics ihr Geschäft und ihre Kundenbeziehungen ausbauen.
 
Panalpina ihrerseits kann durch die Zusammenarbeit mit Spread Logistics einen echten End-to-End-Service anbieten – vor allem öffnen sich damit aber Expansionsmöglichkeiten in einer Wirtschaft, die zunehmend auf Kreisläufe setzt. „Bei der Lieferkette dreht sich alles um den gesamten Lebenszyklus eines Produkts“, so Wilson. Letztendlich liegt die tatsächliche Bedeutung einer Lieferkette im Lebenszyklus eines Produkts, von der Beschaffung über die Wiederverwertung bis hin zur Entsorgung. Deshalb liegt die Zukunft im Management des Produktlebenszyklus und nicht der Lieferkette. Genau darauf zielt unser Logistikansatz ab.“
 
Um so weniger erstaunt es, dass die neue Partnerschaft zwischen Panalpina und Spread Logistics für Wilson einen zusätzlichen, äusserst wichtigen Vorteil für Technologiekunden mit sich bringt: „Wir machen eine Fülle an unabhängigen Daten zur Produktqualität zugänglich. Deshalb können wir Herstellungsfehler sowie Design- und Benutzerprobleme schnell erkennen und Herstellern dadurch die Chance einräumen, zu handeln, bevor der Erfolg eines Produkts in einem Frühstadium seines Lebenszyklus gefährdet wird.“


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