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Ressourcenintelligenz findet Stadt

Fotos: BVL / Emese Benko
Expertenwissen wurde beim 3. Wiener Logistik Tag + Smart Urban Logistics Day vermittelt.
Fotos: BVL / Emese Benko

Beim 3. Wiener Logistik Tag + Smart Urban Logistics Day der BVL drehte sich alles um die Logistik in der Stadt.

Zahlreiche Vortragende aus dem In- und Ausland präsentierten beim 3. Wiener Logistik Tag + Smart Urban Logistics Day der Bundesvereinigung Logistik Österreich (BVL) in Wien ihre Ansätze und Erfahrungen zum großen Thema "Ressourcenintelligenz findet Stadt". Zwei große Themenbereiche standen dabei ganz besonders im Fokus des Publikums.

Flächen als Ressource
Auf die Schwerpunkte der Zusammenarbeit der beiden Bundesländer Wien und Niederösterreich in dem Projekt "Logistik 2030+" ging Angelika Winkler, stellvertretende Abteilungsleiterin der MA 18 der Stadt Wien, ein und betonte die weltweite Einzigartigkeit dieser Initiative, die mehr als 300 Stakeholder aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammenführt. Winkler: "Bei dieser Kooperation geht es stark um ganzheitliches Denken auf der Systemebene, um gänzlich neue Ansätze und neue Möglichkeiten zu finden und zu nützen". Innovationen und nachhaltigen Logistikkonzepten kommt bei diesen Überlegungen eine zentrale Rolle zu, um im Spannungsfeld von Konkurrenz und Kooperation neue Handlungsoptionen auszumachen. Um Bedarf und Entwicklungsmöglichkeiten möglichst realistisch einschätzen zu können, wurde ja bereits ein großangelegtes Screening in Auftrag gegeben, und Winkler stellte eine gemeinsame Flächenstrategie mit Abschluss der Studie etwa mit Ende 2019 in Aussicht. Erste Zwischenergebnisse dieser Erhebungen zur effektiven Sicherung von Logistikflächen präsentierte Reinhard Hrdliczka, geschäftsführender Gesellschafter des damit betrauten Büros Dr. Paula, bei dem 70 Zonen auf ihre Eignung als Gewerbeflächen geprüft und anschließend kategorisiert werden, um schließlich als aktualisierte Basis für eine gemeinsame Standortpolitik herangezogen zu werden. Mit dem Fachkonzept "Produktive Stadt", bei dem auch die Wirtschaftskammern von Wien und Niederösterreich stark eingebunden waren, wurden Flächen von über einem Hektar auf ihre Eignung für eine gewerbliche Nutzung geprüft und unter den Gesichtspunkten von Erreichbarkeit, Einschränkungen etc. in unterschiedliche Logistiktypen kategorisiert. Daraus werden letztendlich Standardprofile für alle Zonen erarbeitet. In einem ersten Zwischenstand wurden rund 260 Hektar Reserveflächen identifiziert, von denen speziell die Gunstlagen für die Logistik gesichert werden sollen. In diesem Zusammenhang wurde übrigens auch ein deutlicher Unterschied zwischen der Situation im Süden und im Norden der Stadt hinsichtlich der Flächen beschrieben.

Smart Logistics
Bei AI und Innovation forderte Andreas Eustacchio, Eustacchio Rechtsanwälte, ein "out-of-the-box"-Denken um bei komplexen Themen wie Autonomes Fahren oder Cybersecurity, auch im Zusammenhang mit maschinellen Lernmethoden, geeignete Lösungen zu finden. Martin Woller, Wirtschaftsdelegierter in Kairo, gewährte Einblick in die Mobilitätssituation der ägyptischen Metropole Kairo, wo er für die Aussenwirtschaft Austria tätig ist: "In Ägypten werden die Probleme von Metropolen stark sichtbar." Bei einem extrem hohen Prozentsatz an Urbanisierung und einem enormen jährlichen Bevölkerungswachstum kein Wunder. Vor allem die natürlich vorhandenen Möglichkeiten auf der Schiene und am Wasser werden bislang aber nur marginal genutzt, obwohl die Verkehrslage dringend einer Entspannung durch Verlagerung auf andere Kanäle bedürfte. Eindrucksvoll und amüsant setzte Hamdy Barghout, Chairman von Suez Canal Logistics Cairo, den Zuhörern die Besonderheiten der ägyptischen Mobilität, beziehungsweise Immobilität, auseinander. Schon alleine das Faktum, dass das Land lediglich zu etwa 20 Prozent bewohnbar sei, und die Bevölkerung schon jetzt mehrheitlich in Städten wohnt, verdeutlicht das eigenwillige Bild der Metropole Kairo, die darüber hinaus unter einer gewissen Unterentwicklung der logistischen Systeme leide, so Barghout. Tür-zu-Tür-Kosten von rund 35 Prozent verdeutlichen das Ungleichgewicht der örtlichen Gegebenheiten in Kairo. Barghout plädierte daher nachdrücklich für eine Förderung der Verkehrsadern Fluss und Schiene, die bei ihrer Nutzung heute noch deutlich unter fünf Prozent liegen, und den Ausbau logistischer Managementsysteme in Ägypten.

Chefredakteur der Int. Wochenzeitung Verkehr, Bernd Winter moderierte (wie auch in den letzten Jahren) den 3. Wiener Logistik Tag der BVL Österreich. Zu den zahlreichen Gästen zählten u.a. Alexander Biach (Wirtschaftskammer Wien), Pal Brandstätter (Veloce Botendienst), Andreas Demmer (ZV), Andrea Fasst (Wirtschaftskammer Wien), Andreas Eustaccio (Rechtsanwalt), Martin Fellendorf (TU Graz), Stefan Friedrich (cargo-partner), Boris Grabner (A1 Telekom Austria), Gerald Gregori (BVL Östereich), Manuela Hagenauer (Barcotec), Gerda Hartmann (ECONSULT), Werner Heid (PTV), Friedrich Lehr (Wiener Hafen), Niklas Nitsch (Siemens Österreich), Dieter Pietschmann (Wiener Hafen), Doris Pulker-Rohrhofer (Wiener Hafen), Stefan Schiel (marketmind), Jochen Schmidt (Prangl), Beatriz Schönstein-Wippel (Aussenwirtschaft Austria), Jürgen Schrampf (BVL Österreich), Rainer Schwarz (dpd Austria), Davor Sertic (Wirtschaftskammer Wien), Erwin Trinkl-Sebald (gabarage upcycling design), Christian Vogt (DLH Real Estate Austria), Heinz Walter (Aussenwirtschaft Austria) und Martin Woller (Aussenwirtschaft Austria).

 


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