News

Open Logistics Foundation gegründet

Open Logistics Foundation
Open Logistics Foundation

Dachser, DB Schenker, duisport und Rhenus wollen das nächste Kapitel der Digitalisierung in der Logistik aufzuschlagen.

Dachser, DB Schenker, duisport und Rhenus haben am vergangenen Freitag in Berlin die Open Logistics Foundation gegründet. Zweck der gemeinnützigen Stiftung ist der Aufbau einer europäischen Open-Source-Community mit dem Ziel, die Digitalisierung in Logistik und Supply Chain Management auf der Basis von Open Source voranzutreiben und logistische Prozesse durch De-facto-Standards zu vereinheitlichen. Eine derartige Technologieinitiative ist bis dato nicht nur einmalig in der Logistik, die Stiftungsgründer nehmen damit auch eine Vorreiterrolle beim Zukunftsthema Open Source ein. „Die Digitalisierung der Logistik kann nur gemeinsam vorangebracht werden. Deshalb ist Open Source ein wichtiger Erfolgsfaktor für die gesamte Logistikbranche und zugleich ein Treiber für einheitliche Prozesse in digitalen Wertschöpfungsketten. Wir betrachten die Gründung der Open Logistics Foundation als ersten Schritt auf dem Weg in eine Plattformökonomie, die auf europäischen Rechtsnormen und Werten aufbaut. Sie ist ein Anfang und gleichermaßen ein Appell an die Logistik, Technologie und Prozesse zusammen zu denken und sich aktiv an der Open-Source-Community zu beteiligen“, so die Stifter in einer gemeinsamen Erklärung. Jetzt gehe es darum, Open Source in der Logistik zu verankern und die internen Strukturen für die Arbeit mit entsprechender Hard- und Software zu schaffen. 

Die Stiftung wendet sich an alle logistikaffinen Unternehmen und ihre IT-Entwickler. Sie ist über ihren ebenfalls in Berlin gegründeten Förderverein Open Logistics e.V. offen für neue Mitglieder aus allen Bereichen der Logistik, angefangen bei Industrie, Handel und Dienstleistung über Frachtführer bis hin zu politischen Organisationen. Zahlreiche Unternehmen haben ihre Mitarbeit im Förderverein bereits angekündigt, darunter AEB, BLG Logistics Group, GS1 Germany, Lobster Logistics Cloud und die Bochumer Setlog Holding, aber auch Vereine wie die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung sind dabei.

Kern der Stiftungsarbeit ist der Betrieb des so genannten Open Logistics Repository, einer technischen Plattform, auf der Soft- und Hardware, Schnittstellen, Referenzimplementierungen und Komponenten open source unter einer freien Lizenz (permissive license) zur Verfügung stehen. Um eine breite Akzeptanz innerhalb der Logistik zu fördern, werden alle Tools und Komponenten kostenfrei und ohne Einschränkung für kommerzielle Anwendungen verwendbar sein. Unternehmen können diese dazu nutzen, um beispielsweise eigene Plattformen zu erweitern oder neue Produkte und Geschäftsmodelle schneller aufzusetzen. Der Open-Source-Ansatz garantiert hierbei einen offenen Standard für die Digitalisierung logistischer Prozesse und bietet gleichzeitig ein hohes Maß an Flexibilität für individuelle Anpassungen. Unternehmen, die Open Source einsetzen, sind meist produktiver, haben geringere Kosten und vermeiden die Bindung an proprietäre Software. Von Vorteil ist außerdem, dass es sich nicht um isolierte Softwarelösungen handelt, sondern alle Komponenten untereinander kompatibel sind, was eine digitale Vernetzung über die Unternehmensgrenzen hinaus erleichtert. 

Die Aufbauphase der Plattform wird im kommenden Jahr stattfinden. Bei der Gründung wurden bereits Open-Source-Projekte benannt, darunter der erste Open-Source-eFrachtbrief (eCMR) sowie Implementierungen für den ePalettenschein oder die FTS-Schnittstelle VDA 5050. Hinzu kommen sollen künftig weitere Entwicklungen aus der Community. Anlässlich der Stiftungsgründung wurden auch die Gremien besetzt. In den Vorstand gewählt wurden Jochen Thewes (CEO von DB Schenker) als Vorsitzender, Stephan Peters (Mitglied des Vorstands der Rhenus) als stellvertretender Vorsitzender, und Stefan Hohm (CDO von Dachser) ebenso als stellvertretender Vorsitzender. 

Die Initiative zur Open Logistics Foundation war vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML im Rahmen seines Forschungsvorhabens Silicon Economy ausgegangen, das mit 25 Millionen Euro vom deutschen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert wird. Mehr als 150 Forscher arbeiten dort an einer Open Source Software- und Hardwareinfrastruktur, die es Unternehmen ermöglicht, ihre Geschäftstätigkeit automatisiert abzuwickeln und Dienste und Daten unternehmensübergreifend über verschiedene Plattformen hinweg sicher anzubieten und zu nutzen. Die Soft- und Hardware, die im Rahmen der Laufzeit bis 2023 entsteht, bildet neben den Entwicklungen aus der Community den Grundstock für das Repository der Open Logistics Foundation.


Das könnte Sie auch noch interessieren

Der bereits traditionelle „Powerday Transportmanagement“ des Vereins Netzwerk Logistik (VNL) lieferte vor kurzem in Linz die passenden Antworten. …

Weiterlesen
Foto: NOSTA Group

Seit dem 1. Jänner 2023 verantwortet Tobias Brandt das deutsche See- und Luftfrachtgeschäft des Logistikdienstleisters NOSTA. Sein Vorgänger in dieser…

Weiterlesen
Foto: STILL / Rhenus Warehousing Solutions

Rhenus Warehousing Solutions übernimmt die Logistik des Herstellers von Verbindungselementen SPAX und bündelt die Prozesse in seinem neuen…

Weiterlesen

Eine besonders umweltfreundliche Transportlösung bietet Gebrüder Weiss ab sofort seinen Kunden: Mit einem E-Lastenfahrrad beliefert der Logistiker…

Weiterlesen
Foto: ÖBB RCG / David Payr

Die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) hat ihre Umweltperformance im vergangenen Jahr signifikant gesteigert. Dafür erhält das führende…

Weiterlesen
Foto: DPDHL Group / Hillebrand

Mit seinem GoGreen-Plus-Service konzentriert sich der Logistikdienstleister auf die Verringerung der im Seefrachtverkehr von Grundfos anfallenden…

Weiterlesen

Der Verein Netzwerk Logistik (VNL) lud Anfang der Woche wieder zu seinem alljährlichen VNL-Neujahrsempfang für Vorarlberger Unternehmen in die…

Weiterlesen
Foto: ELVIS AG

Mehr Stabilität, ein besseres Handling, kürzere Umschlagszeiten und damit mehr Effizienz bei Teilladungstransporten verspricht der von der Europäische…

Weiterlesen
Foto: Palletways

Trotz einiger Störfaktoren wie Brexit und Fahrermangel konnte sich das Palettennetzwerk Palletways beim Sendungsvolumen behaupten. Im Jahr 2022 lag…

Weiterlesen
Foto: Linz Airport

Mit 55.429 Tonnen erzielte der Linz Airport 2022 sein zweitbestes Jahresergebnis in der Luftfracht.

Weiterlesen

Schon gehört?

Der Podcast der Internationalen Wochenzeitung Verkehr in Kooperation mit Julia Schütze.

Hören Sie hier das Interview mit Andreas Matthä, CEO der ÖBB Holding.

Wenn Sie externe Inhalte von w.soundcloud.com aktivieren, werden Daten automatisiert an diesen Anbieter übertragen.

Termine

Fruit Logistica

Datum: 08. Februar 2023 bis 10. Februar 2023
Ort: Messe Berlin

Forum Verkehr

Datum: 28. Februar 2023 bis 01. März 2023
Ort: Wien

BeSt³ Messe

Datum: 02. März 2023 bis 05. März 2023
Ort: Stadthalle Wien

WOF SUMMIT Wien 2023

Datum: 22. März 2023 bis 23. März 2023
Ort: Wien

Mehr Termine

Verkehr im Austria Kiosk

Aktuelle ePaper-Ausgaben der Wochenzeitung Verkehr können Sie direkt im Austria Kiosk kaufen.

Anmeldung zum Newsletter

Herr / Mr  Frau / Mrs