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„Ohne Ladestationen keine Verkehrswende“

Foto: Florian Wieser
Bis Ende 2023 planen viele Klein- und Kleinstunternehmen in Wien und Umgebung, komplett auf Elektromobilität umzusteigen. Das große Aber: Es fehlt an ausreichender Ladeinfrastruktur, so Davor Sertic, Spartenobmann Transport & Verkehr, WK Wien
Foto: Florian Wieser

Aus Anlass des europaweiten autofreien Tags 2022, der den Abschluss der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September bildet, mahnt Davor Sertic, Spartenobmann Transport & Verkehr der WK Wien, die fehlende Ladeinfrastruktur und lange Wartezeiten für PV-Anlagen an, die vor allem Wiener Klein- und Kleinstunternehmen von einem Umstieg auf Elektrofahrzeuge abhalten.

„E-Mobilität bietet im urbanen Gebiet aktuell die beste Chance, im Verkehrssektor emissionsfrei zu werden und den Klimazielen näherzukommen. Die Wirtschaft will ihren Beitrag leisten: Ein Großteil der Wiener Unternehmen will seine Flotten auf elektrische Antriebe umstellen. Allerdings braucht es dafür eine leistungsstärkere Ladeinfrastruktur und die richtigen Rahmenbedingungen – vor allem für Klein- und Kleinstunternehmen, und zwar so schnell wie möglich“, sagt Davor Sertic, Spartenobmann Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Wien. Kleinunternehmen und Ein-Personen-Unternehmen (EPU) haben aktuell die größten Schwierigkeiten beim Umstieg von fossil- auf elektrisch-betriebene Fahrzeuge. „Den Unternehmen fehlen private Ladestationen am Betriebsstandort, und die derzeit öffentlich verfügbare Ladeinfrastruktur kann den steigenden Bedarf schon bald nicht mehr abdecken. Kaum bis gar nicht vorhanden sind Schnelllader und Lademöglichkeiten für Nutzfahrzeuge“, so Sertic.

Geschwindigkeitsbegrenzung aufheben
Um die Mobilitätswende trotzdem voranzutreiben und die Emissionen bis 2030 um über die Hälfte zu senken, muss noch an vielen Schrauben gedreht werden. „Wir brauchen nicht nur mehr Tempo beim Ausbau des öffentlichen Ladenetzes, sondern auch für Unternehmen, die PV-Anlagen am Betriebsstandort installieren wollen. Lange und weiter steigende Wartezeiten erschweren und verhindern auch die Fuhrparkumstellung hin zu E-Fahrzeugen. Im schlimmsten Fall verlieren berechtigte, nachhaltig agierende Unternehmen ihre Förderung“, sagt Sertic. Denn wer um eine Förderung ansucht, muss spätestens nach 15 Monaten die Anlage in Betrieb nehmen. Geschieht das nicht, wird der Fördervertrag aufgelöst – unabhängig davon, wodurch die Verzögerung entsteht. „Das gehört dringend angepasst“, fordert Sertic.

Wiener Wirtschaft scharrt in den Startlöchern 
In einer Umfrage der WK Wien Anfang des Jahres gaben 90 Prozent der befragten Unternehmer an, sich schon mit der Umstellung auf E-Mobilität befasst zu haben. Drei Viertel wollen sogar schon bis Ende 2023 den Umstieg komplettiert haben. Mehr als ein Drittel geben an, dass die Lademöglichkeit für sie von besonders hoher Bedeutung ist. „Hier muss in Wien und im Umland ein dichtes und leistungsfähiges öffentlich verfügbares Netz geschaffen werden. Gleichzeitig gehören die Genehmigungsverfahren für betriebliche PV-Anlagen radikal vereinfacht und beschleunigt. Am besten hin zu einer reinen Anzeigepflicht“, fordert Sertic.

 


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