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Logistik-Branche braucht besseres Image

Andreas Rieckhof, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg (Bild: Andreas Fromm)

Die Jahreskonferenz "Logistik – Gut für Hamburg" der Logistik-Initiative Hamburg nahm das Image der Logistik in der Öffentlichkeit unter die Lupe.

Scheinbar wird die Logistik in der breiten Öffentlichkeit generell negativ gesehen. Viele Menschen assoziieren mit der Branche persönliche Einschränkungen im Alltag, wie Streiks, Staus, Lärm und Emissionen. Wie kann es also gelingen, der Logistik ein besseres Image zu geben? Auf der Jahreskonferenz der Logistik-Initiative Hamburg trafen Logistiker auf Politik, Interessenverbände, Wirtschaftsvertreter, Marketing- und Medienfachleute, um gemeinsam an Ideen zu arbeiten, das Image der Branche zu verbessern.

„Unsere Aufgabe ist es, den Menschen da draußen zu zeigen, dass Logistik Spaß macht“, betonte Hans Stapelfeld, Mitglied des Kuratoriums der Logistik-Initiative Hamburg in seiner Begrüßung der Jahreskonferenz-Teilnehmer. Es müssen Emotionen für die Logistik geweckt und damit neue Mitarbeiter für die Branche gewonnen werden. Doch diese Aufmerksamkeit muss man sich erarbeiten.

„Der Konsument ist eine Katze – er muss unterhalten werden “, sagte Ulrich Klenke, CEO von Ogilvy & Mather Germany GmbH. Am besten sollten authentische Adressaten, die Unternehmen selbst, sich mit klarer Haltung den Leuten stellen, denn der Schlüssel zum Erfolg liegt in einem nachhaltigen Dialog mit den Stakeholdern eines Unternehmens. „Viele Konflikte werden durch fehlende oder falsche Kommunikation befeuert“, betonte Arne Spieker, Senior Berater bei IFOK, im Rahmen seines Vortrags. Dabei sei es vor allem wichtig, Vertrauen zu den Menschen aufzubauen und ein Gespür für die Interessen zu entwickeln.

Ulrich Klenke verglich die Logistik dabei mit einer Marke. „Eine Marke leistet einen Mehrwert für die Gesellschaft – so ist es bei der Logistik auch.“ Welchen Mehrwert die Logistik für die Gesellschaft generiert, müsse - in Geschichten verpackt - an die Menschen herangetragen werden.   „Es gibt nicht eine Lösung für die Logistik, es sollte mit mehreren Aktionen an die Öffentlichkeit gegangen werden“, sagte Prof. Rembert Horstmann, Marketingchef, Imperial Logistics International in Duisburg im Rahmen einer Diskussionsrunde. Einen Tag der offenen Tür oder Vorträge in Universitäten – zielgerichtete Imageaktionen könnten die Branche aus ihrem Tief holen. Berufsfelder müssten individuell beschrieben, dann aber in einem Gesamtpaket kommuniziert werden, damit die Komplexität und Attraktivität der Branche deutlich wird.

"Nicht die ganze Branche hat ein schlechtes Image, und Hamburg verfügt über ein einmaliges Potenzial, sich als attraktiver Arbeitgeber in der Logistik zu positionieren", so Axel Kröger, Aufsichtsratsvorsitzender der SVG Straßenverkehrsgenossenschaft Hamburg.  Aber auch der Einsatz der Neuen Medien kann der Branche helfen, sich in besseres Licht zu rücken. Marion Weichert-Prinz, Geschäftsführerin von "Hamburg schnackt!" rief die Teilnehmer der Konferenz dazu auf, regelmäßige „Good News“ der Logistik zu verbreiten. Humorvolles, positives Story-Telling, in dem der Mensch im Vordergrund stehe, könne eine Möglichkeit sein, die Branche den Menschen näher zu bringen.   Dass es wichtig sei, innerhalb einer Branche den Schulterschluss zu üben, betonte Staatsrat Rieckhof in seiner Rede. „Wir müssen alle an einem Strang ziehen.“ Unternehmen könne es nur in der Gemeinschaft mit anderen gelingen, das Image der Logistik zu verbessern.

Werner Gliem, Sprecher der Geschäftsführung der Logistik-Initiative Hamburg, rief in seiner Abschlussrede die Branche dazu auf. Um konkrete Maßnahmen zu entwickeln, wird die Logistik-Initiative ein Marketing- und ein PR-Board ins Leben rufen, um die notwendigen weiteren Schritte in Richtung Imageverbesserung zu initiieren.  


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