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Intelligente Verkehrsinformationen

Foto: Winter
(v.l.n.r.) Christian Ebner (Leiter Asfinag Verkehrsmanagement), Thomas Ruthner (Leiter der Ö3-Verkehrsredaktion) und Bernd Winter (Chefredakteur der Int. Wochenzeitung Verkehr) im Verkehrsmanagementzentrum in Wien-Inzersdorf
Foto: Winter

Verkehr sprach mit Christian Ebner, Leiter Asfinag Verkehrsmanagement, und Thomas Ruthner, Leiter der Ö3-Verkehrsredaktion, über die aktuellen Ausbaupläne im Bereich der Verkehrssteuerung.

von: Bernd Winter

Die Asfinag baut gemeinsam mit der Verkehrsredaktion des Radiosenders Ö3 ihr Verkehrsinformationssystem im heimischen Schnellstraßen- und Autobahnnetz aus. Grund genug für Verkehr, sich vor Ort über die aktuelle Entwicklung zu informieren. Die Asfinag verfügt über neun Verkehrsmanagementzentralen in Österreich, die in den jeweiligen Regionen den Verkehr überwachen und bei Bedarf steuernd eingreifen. In Wien-Inzersdorf ist neben dem regionalen auch das bundesweite Verkehrsmanagementzentrum beheimatet. Dort fand auch das Interview statt.

Verkehr: Auf der Asfinag-Webseite steht, dass rund 19 Prozent der heimischen Schnellstraßen und Autobahnen über intelligente Verkehrsbeeinflussungsanlagen verfügen - was bedeutet das?
Christian Ebner:
Diese Anlagen schalten aufgrund von Messwerten aus der Verkehrsdatenerfassung spezifische Verkehrsinformationen auf unsere Anzeigentafeln, zum Beispiel die Fließgeschwindigkeit, die Zusammensetzung des Verkehrs (Pkw- und Lkw-Anteil), die Fahrbahntemperatur, aber auch Daten über die Sichtweiten und Niederschläge. Dafür gibt es gewisse festgelegte Grenzwerte. Bei deren Überschreitung müssen entsprechende Informationen auf unseren Überkopfwechseltextanzeigen eingeblendet werden, z. B. dass es zu einer Reduktion der maximalen Fahrgeschwindigkeit kommt. Neben reinen Verkehrsinformationen werden bei Bedarf auch diverse Hinweistexte (wie Reisezeiten etc.) eingeblendet. Diese intelligenten Verkehrsbeeinflussungsanlagen sind primär nur in den Ballungsräumen aufgestellt.

Wie viele Überkopfwechseltextanzeigen sind derzeit im Einsatz und welche Weiterentwicklungen sind geplant?
Ebner:
Derzeit haben wir 90 Anzeigen in Betrieb, bis März kommen weitere 36 hinzu. Mit den neuen Wechseltextanzeigen ist es uns möglich, u. a. auch grafische Verkehrsumleitungen mehrfarbig oder in Bildern bzw. Piktogrammen darzustellen. In Zukunft wollen wir (wie es auch dem internationalen Trend entspricht) generell mehr mit grafischen Elementen, Symbolen und Bildern in der Verkehrsinformation arbeiten. Von den jetzt schon 90 bestehenden Anzeigen sind bereits 25 in der Lage, Grafiken darzustellen.

Wer schreibt die Texte für die Überkopfwechseltextanzeigen?
Ebner:
Das obliegt prinzipiell unseren Mitarbeitern in den Verkehrsmanagementzentralen, wobei die Texte bei 51 Anzeigen gemeinsam mit dem Ö3-Verkehrsredaktionsteam erstellt werden.
Thomas Ruthner: Das Interessante an unserer Zusammenarbeit ist, dass die Texte primär automatisiert auf die Anzeigen übertragen werden, d. h., die Quelle ist eine Ö3-Datenbank, die aus Ö3- und Asfinag-Verkehrsmeldungen die relevanten Informationen automatisch generiert. Es ist ziemlich herausfordernd, auf maximal drei Zeilen (mehr kann eine Wechseltextanzeige nicht erfassen) teilweise komplexe Verkehrssituationen so darzustellen, dass sie für den Fahrzeuglenker einfach erfassbar sind und auch im jeweiligen Straßenabschnitt aktuell richtig angezeigt werden. Das Spannende und Wesentliche unserer Kooperation ist aber, dass diese Informationen nicht nur auf den Wechseltextanzeigen erscheinen, sondern auch zeitgleich an TMC (Traffic Message Channel, also für die Navigationsgeräte) und an die Asfinag- bzw. Ö3-App ausgesendet werden und auch im Ö3-Verkehrsservice zu hören sind.

Warum arbeiten hier in Inzersdorf neben Asfinag- auch Ö3-Mitarbeiter?
Ebner:
Die räumliche Nähe erleichtert die Zusammenarbeit. Auch wir profitieren vom großen Netz der sogenannten Ö3ver (das sind Verkehrsteilnehmer, die Stau- oder Gefahrenmeldungen tele-fonisch an die Ö3-Verkehrsredaktion weiterleiten, Anm. d. Red.).
Ruthner: In der Erstdetektion von Ereignissen im Straßennetz ist in der Regel der Fahrzeuglenker die stärkste Quelle, da er direkt vor Ort ist. Hier leisten die Ö3ver wertvolle Dienste, da oft erst durch sie die gesamte Informationskette gestartet wird.


Lesen Sie die Fortsetzung dieser Story in der aktuellen Printausgabe VK 10/2019.

Die Grafik oben, die exklusiv für die Wochenzeitung Verkehr erstellt wurde, zeigt alle verkehrlichen Hotspots im Asfinag-Netz. In numerischer Abfolge listet Verkehr hier die Baustellen (samt Zeitangaben) auf:

- A1 West Autobahn - Lärmschutz Ansfelden (März 2019 bis Juni 2020)

- A4 Ost Autobahn - Ausbau der dritten Fahrspur zwischen Fischamend und Bruck-West (Mitte/Ende Mai 2019 bis Ende 2022)

- A7 Mühlkreis Autobahn - Bypässe auf der Voestbrücke (Jänner 2018 bis ­Sommer 2020)

- A9 Pyhrn Autobahn - Generalsanierung des Gleinalmtunnels (September 2017 bis Ende 2019)

- A10 Tauern Autobahn - Generalerneuerung (GE) von Urstein bis Hallein (Februar 2019 bis Juni 2020)

- A11 Karawanken Autobahn - Neubau einer zweiten Röhre im Karawanken-Tunnel (2015 bis 2024)

- A13 Brenner Autobahn - Sanierung der Europabrücke inkl. Bau eines dritten Fahrstreifens in beiden Richtungen (Mai 2019 bis Oktober 2019)

- A14 Rheintal/Walgau Autobahn - Umbau der Anschlussstelle (ASt) Bludenz-Bürs (März 2019 bis November 2021)

- A23 Südosttangente - GE der Hochstraße St. Marx (Juni 2019 bis Ende 2022)

- A25 Welser Autobahn - Instandsetzung der Anschlussstelle ÖBB Terminal - Knoten Wels (Herbst 2019 bis Ende 2020)


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