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„Hafenausbau ist nationale Aufgabe – ohne funktionierende Häfen keine Energiewende“

Foto: Seaports Niedersachsen
Fünf Küstenländer warben beim German-Ports-Empfang in Berlin für mehr nationale Unterstützung des Bundes (v.l.): Claus Ruhe Madsen (Wirtschaftsminister Schleswig-Holstein), Sebastian Jürgens (Vizepräsident ZDS), Jürgen Lies (Wirtschaftsminister Niedersachsen), Kristina Vogt (Wissenschaftssenatorin Bremen), Andreas Rieckhof (Staatsrat bei der Behörde für Wirtschaft, Hamburg), Axel Mattern (Vorstand HHM) und Andreas Bullwinkel (Geschäftsführer Seaports of Niedersachsen).
Foto: Seaports Niedersachsen
Foto: bremenports
Podiumsdiskussion (v.l.): Reinhard Meyer (Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern), Claus Ruhe Madsen (Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus in Schleswig Holstein), Andreas Rieckhof (Staatsrat für Wirtschaft und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg), Kristina Vogt (Bremer Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation) sowie der niedersächsische Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung Olaf Lies.
Foto: bremenports

Ein prominent mit Senatorinnen, Ministern und Staatsräten der für die Seehäfen zuständigen Ministerien der Länder besetztes Podium warb auf dem 3. German-Ports-Empfang um Unterstützung des Bundes für den notwendigen Hafenausbau. Die Kernbotschaft, die von diesem Empfang der deutschen Seehäfen in der Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin vor gut 170 geladenen Gästen ausging, war eindeutig: Ohne funktionierende Häfen keine Energiewende und ohne gemeinsame Finanzierung kein Hafenausbau.

Nach der Eröffnung durch die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr, Daniela Kluckert, mahnte der Vizepräsident des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe, Sebastian Jürgens, mit Verweis auf die Nationale Hafenstrategie die Notwendigkeit des Ausbaus der Suprastruktur an.

Hafenausbau – Frage der Sicherheit und Unabhängigkeit
„Unsere Häfen und die Küste insgesamt werden zudem Garanten für eine unabhängige, diversifizierte und genauso saubere und dauerhaft günstige Energieversorgung für ganz Deutschland. Der strategische Ausbau unserer Häfen wird mehr und mehr eine Frage von Sicherheit und Unabhängigkeit und damit eine nationale Aufgabe“, stellte Olaf Lies, niedersächsischer Wirtschaftsminister und Mitgastgeber, auf der Veranstaltung voran. „Wir übernehmen hier Verantwortung für das ganze Land und beweisen ein ums andere Mal, dass wir in der Lage sind, die notwendige Infrastruktur schnell zu planen und zu genehmigen und pünktlich zu liefern. Das können wir finanziell allerdings als Länder nicht dauerhaft allein stemmen. Hier brauchen wir also zusammen mit dem Bund Lösungen. Dass wir in der Lage sind, sie gemeinsam zu finden, haben wir in Wilhelmshaven, in Stade und zuletzt auch in Cuxhaven gezeigt.“

Ohne Häfen  – kein (wirtschaftlich) resilientes Deutschland
Darüber hinaus machte Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing, darauf aufmerksam, dass die deutschen Häfen zu einem großen Teil an der deutschen Wirtschaftsstärke beteiligt sind: „Ein resilientes Deutschland ist ohne die Häfen nicht vorstellbar. Hier wird in Zukunft nicht nur ein Großteil der erneuerbaren Energien umgeschlagen und produziert. Schon heute sind die Häfen unverzichtbar für den Ex- und Import vieler Güter und Rohstoffe, die die deutsche Wirtschaft dringend benötigt, um weiter zu prosperieren. Es ist daher eminent wichtig, dass der Ausbau und der Erhalt der Infrastruktur auch durch den Bund unterstützt wird“, sagte Mattern.

Häfen – Herzstück der Energiewende
Die Bremer Senatorin für Wirtschaft und Häfen Kristina Vogt bekräftigte die gemeinsame Position der Küstenländer: „Die Häfen spielen eine zentrale Rolle bei der Versorgungssicherung unseres Landes und damit für die deutsche Volkswirtschaft. 300 Millionen Tonnen Güter gehen jährlich über die Seehäfen der Küstenländer, rund 1,3 Millionen Arbeitsplätze sind damit verbunden. Und als Knotenpunkte für die Energieversorgung und -verteilung sind die Häfen auch das Herzstück der Energiewende. Für den Aufbau und Betrieb von Offshore-Windenergieanlagen, die einen erheblichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten, sind sie unverzichtbar. Doch die Häfen stehen selbst im Transformationsprozess. Ohne massive Investitionen in die Hafeninfrastruktur und in deren Anbindungen, beispielsweise für Transporte von Generatoren, Turmsegmenten, Flügelblättern, Elektrolyseuren, ist es unmöglich, die Energiewende erfolgreich umzusetzen. Nur so können wir das enorme Potenzial der Häfen ausschöpfen.“

Ertüchtigung der Hafenanlagen – durch gemeinsame Finanzierung
Auch in der Podiumsdiskussion waren sich die politischen Spitzenvertreterinnen und -vertreter der fünf Küstenländer einig, dass die Energiewende nur mit funktionierenden Häfen gelingen kann. Denn alternative, klimafreundliche Energieträger müssten in erheblichem Maße importiert werden, um die deutsche Industrie zu versorgen. Daher müssten für den Ausbau der Flüssiggasimportkapazitäten und der Offshore-Windenergie die Hafenanlagen ertüchtigt und Flächen bereitgestellt werden. Nicht zuletzt auch aus dem Grund, dass von einer gut umgesetzten Energiewende alle deutschen Bundesländer und die dort ansässigen Unternehmen nachhaltig profitieren, müsse daher auch eine solide, gemeinsame Finanzierung auch im Interesse des Bundes liegen, war man sich am Ende der Veranstaltung einig.

Wichtiges Signal: Schulterschluss der Häfen
„Das war heute ein Stück weit gelebte Hafenkooperation“, lautete am Ende des Abends auch das Fazit von Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz, der ebenfalls vor Ort war: „Dass alle fünf Küstenländer Schulter an Schulter für die gemeinsame Sache eintreten, ist ein gutes und starkes Signal für unsere Seehäfen und damit auch für Bremerhaven. Es bleibt zu hoffen, dass auch der Bund sich nun zeitnah in Sachen Hafenfinanzierung bewegt.“

 


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