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Erfolgsfaktor Peak Management

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Ob Valentinstag, Black Friday oder saisonale Schwankungen wie das Weihnachtsgeschäft: Sowohl im B2C- als auch im B2B-Handel führen Nachfrage-Peaks zu gesteigerten Anforderungen an Logistik und Fulfillment.

Zusätzlich stellen der ungebrochene E-Commerce-Trend sowie die aktuell angespannte Lage im internationalen Warenverkehr Verantwortliche vor Herausforderungen. Um von Stoßzeiten zu profitieren und die Erwartungen der Kunden zuverlässig erfüllen zu können, ist ein optimiertes Peak Management unerlässlich. Denn mit den richtigen Methoden und Technologien können Unternehmen ihre Prozesse schnell an veränderte Rahmenbedingungen anpassen, die Lieferfähigkeit sichern und Wettbewerbsvorteile heben.

Nachfragespitzen sind für den Online-Handel ebenso bedeutende wie herausfordernde Zeiten, deren Umsatzpotenzial kein Unternehmen verschenken möchte – im Gegenteil. Wer Stoßzeiten wie das Weihnachtsgeschäft oder Shopping-Events wie den Black Friday erfolgreich für sich nutzt, kann die Unternehmensperformance nachhaltig verbessern. Doch die Anforderungen an Beschaffung, Logistik und Fulfillment sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Der E-Commerce verzeichnete durch die pandemiegetriebene Verlagerung des Konsums ins Internet Wachstumsrekorde. Dazu addiert sich eine angespannte Situation der globalen Versorgungsketten: Es hat sich gezeigt, wie sensibel und mit welch gravierenden Folgen Liefernetzwerke auf Krisensituationen reagieren. Auch strukturelle Engpässe machen dem Handel zu schaffen. Allein in Österreich fehlten laut Wirtschaftskammer (WKÖ) im vergangenen Jahr 8.000 LKW-Fahrer. Die Organisation von Peaks ist damit zu einer multifaktoriellen Herausforderung geworden, bei der reine Erfahrungswerte nicht länger genügen. Es bedarf vielmehr einer systematischen Planung und zielgenauer Maßnahmen, um Lieferengpässe zu verhindern und das Potenzial von Peaks zu heben. 

Mit einer smarten Beschaffungsstrategie Peaks erfolgreich managen
Lange Zeit setzten Unternehmen methodisch auf die „Just-in-Time“-Beschaffung mit schlanker Produktion bei gleichzeitiger Reduktion von Sicherheitsbeständen. Wenn in Zeiten von Produktionsverknappung und Lieferengpässen jedoch die Lieferfähigkeit nicht mehr gewährleistet ist, kann dieser Ansatz zu wirtschaftlichen Einbußen sowie Vertrauensverlusten seitens der Kundschaft führen. In den vergangenen zwei Jahren haben sich einige Unternehmen deshalb verstärkt auf die lange als Gewinnhemmnis bewertete „Just-in-Case“-Fertigung verlagert. Eine auf maximale Sicherheit ausgelegte Erhöhung der Lagerbestände allein ist jedoch nicht die Lösung, denn Unternehmen müssen auch in Krisenzeiten konkurrenzfähig wirtschaften. Für die erfolgreiche Peak-Bewältigung ist deshalb die richtige Balance entscheidend: Gerade in Stoßzeiten kann eine strategisch kluge Mischung aus kosteneffizienter Beschaffung, sicherer Vorratshaltung und rechtzeitiger Aufstockung den Mehrbedarf sichern. Auch der Lagerstandort ist in Zeiten verknappter Transportkapazitäten ein Erfolgsfaktor. So können zum Beispiel stark nachgefragte Produkte in räumlich gestreuten Pufferlagern bereitgehalten werden. 

Diversifikation erhöhen – Abhängigkeiten reduzieren
Verantwortliche sollten darauf achten, die Abhängigkeit von einzelnen Akteuren zu minimieren. Eine wirksame Methode, um Nachfragespitzen erfolgreich zu managen, ist daher die Diversifikation der Lieferkette. Die breitere Aufstellung erlaubt im Ernstfall ein Ausweichen auf andere Zulieferbetriebe, Produzenten sowie Verkehrsträger. Es gilt, sowohl das Tagesgeschäft als auch die Peak-Prozesse individuell an die branchen- und unternehmensspezifischen Bedingungen und Bedürfnisse anzupassen. Dabei ist eine detaillierte Analyse der Supply Chain sinnvoll: Welche Waren haben sehr lange Fertigungs- und Laufzeiten? Bei welchen Produkten ist ein Near Sourcing möglich? Wo kann auf alternative Verkehrsträger ausgewichen, wo muss der Personaleinsatz angepasst werden? Durch partielle Bewertung und Ausrichtung der Beschaffungs- und Lieferkettenstrategie sind die Prozesse flexibel und spezifisch planbar. 

Big Data und KI als Fundament von Agilität und Transparenz
Unternehmen, die Agilität, zuverlässige Planung und Koordination suchen, kommen an einem nicht vorbei: Daten, Daten, Daten – am besten in Echtzeit erhoben über alle Abschnitte der Lieferkette hinweg. Wer durch Monitoring und fortlaufende Analyse eine hohe Transparenz seines Versorgungsnetzwerkes erreicht, kann schnell und wirkungsvoll auf Veränderungen reagieren, effizient wirtschaften und das Potenzial von Stoßzeiten nutzen. Besonders effektiv: Detaillierte Forecastings auf dem Fundament großangelegter Auswertungen mittels künstlicher Intelligenz (KI) und Big Data. Verantwortliche zögern manches Mal bei der Implementierung solcher Technologien und verlassen sich auf althergebrachte Methoden und Tools. Doch damit ist eine komplexe Prozessoptimierung und -aussteuerung global vernetzter Lieferketten nicht mehr zu leisten. Ein erfolgreiches Peak Management sollte stets Bestandteil eines ganzheitlichen, digital gestützten Supply Chain Managements sein. Denn wenn die Basis nachhaltig gesichert ist, gelingt auch die Bewältigung von Ausnahmesituationen.

Erfolgsfaktor Peak Management
Die wertvollste Währung für ein Unternehmen ist die Zufriedenheit der Kunden. Um diese zu sichern und die Unternehmensperformance zu verbessern, sollten Verantwortliche über einen durchdachten Maßnahmenkatalog sowie eine transparente Lieferkette verfügen. So können sie schnell und agil auf eine verstärkte Nachfrage reagieren und auch in unruhigen Zeiten die Lieferfähigkeit erhalten. Denn bereits die nächste Nachfragespitze kann eine entscheidende Prüfung sein, die es gründlich vorzubereiten gilt. Unternehmen, die ihre Waren trotz erheblicher Versorgungsschwierigkeiten pünktlich und in versprochener Qualität liefern, haben im Wettbewerb die besten Chancen. 


Sascha Sauer ist Head of Sales bei Hermes Logistik Österreich und Experte für grenzübergreifende Warenströme.


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