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Die mobile Abfahrtskontrolle

Foto: Winter
Lkw-Fahrer müssen vor Fahrtantritt zehn von der App ausgewählte Punkte am Lkw oder Auflieger überprüfen – das soll Kosten und Zeit sparen.
Foto: Winter

Mit der neuen Checklisten-App Frasped wird sichergestellt (und nachgewiesen), dass der Lkw-Fahrer die Abfartskontrolle durchführt. Verkehr war vor Ort während der Präsentation der App.

So wie ein Flugzeugpilot das Flugzeug vor dem Abflug kontrolliert, sollte ein Lkw-Fahrer vor Fahrtantritt einen Kontrollgang rund um sein Fahrzeug machen und diesen überprüfen. Im Falle von Auffälligkeiten sollte der Fahrer den Fuhrparkmanager informieren und entscheiden, ob die bevorstehende Fahrt wie geplant durchgeführt werden kann/darf oder ob eine Reparatur zu veranlassen ist bzw. inwieweit er den Fehler (z. B. Lampentausch) selbst beheben kann. Derzeit gibt es keinen protokollierten Nachweis, ob der Lkw-Fahrer diesen Kontrollgang wirklich durchgeführt hat. "Frasped Logistik App Mobile Checklisten", eine neue App, die von der SIS Informatik GmbH in Abstimmung mit dem Thinkport Vienna und den beiden ersten Pilotfirmen, Venz Logistik und Muth GmbH, entwickelt wurde, ging Mitte Dezember in den Praxisbetrieb. Sechs Monate lang soll die App nun gründlich getestet werden.

Umsetzung der mobilen Abfahrtskontrolle
So funktioniert der neue Vorgang: An definierten Positionen der Zugmaschine und des Aufliegers sind Barcodes angebracht. Vor Fahrtantritt bekommt der Lkw-Fahrer bei Aktivierung der neuen App eine Meldung, in der steht, welche zehn Checkpoints er an der Zugmaschine und am Auflieger kontrollieren muss. Diese werden vor jedem Rundgang nach dem Zufallsprinzip aus einem Pool von 50 Checkpoints ausgewählt. Die Checklisten sowie die zu überprüfenden Komponenten am Fahrzeug können vom Fuhrparkleiter festgelegt werden. Beim Rundgang um sein Fahrzeug muss er nun die jeweiligen Barcodes bei eben diesen Checkpoints mit der Kamera seines Smartphones erfassen und den Zustand dokumentieren, indem er zwischen den Buttons "in Ordnung" oder "nicht in Ordnung" wählt. Nach erfolgter Abarbeitung der Checkpoints sind die Ergebnisse gespeichert und können für weitere Auswertungen herangezogen werden. Die Checklisten sind für 100 Tage für den jeweils zuständigen Fuhrparkmanager einsehbar. Der Nachweis eines durchgeführten Kontrollrundgangs dient der internen Dokumentation und der externen Kommunikation, wie die Projektverantwortlichen erklären. So können Fuhrparkmanager das Risiko von Mängeln bei Verkehrskontrollen minimieren und die Qualitätssicherung ihres Fuhrparks optimieren. "Oft führen kleinste Beanstandungen wie fehlerhafte Blinkleuchten etc. dazu, dass unsere Lkw-Fahrer von der Polizei angehalten werden. Das kostet neben Geld vor allem Zeit! Zeit, die wir aufgrund der engen Anlieferzeitfenster nicht haben! Die Dokumentation der Kontrollrundgänge dient für uns zur internen Dokumentation und der externen Kommunikation", zeigt sich Beate Färber-Venz, Geschäftsführerin von Venz Logistik und als Logistik-Managerin 2018 nominiert, überzeugt. "In Summe wird nun von den beiden Pilotunternehmen bei vier Lkw (Zugmaschine und Auflieger) für sechs Monate die neue mobile Abfahrtskontrolle getestet. In einer zweiten Phase sollen zusätzliche bzw. erweiterte technische Komponenten und Funktionen eingebettet und getestet werden", ergänzt Martin Posset, Leiter des Thinkport Vienna.


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