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Batterie–Recycling leicht gemacht

Klimaschutzministerium, Wirtschaft und Kommunen bündeln Energien zur Erhöhung der Sammelquote von Batterien und Akkus.

„In Gerätealtbatterien und Akkus sind wertvolle Rohstoffe verarbeitet. Darum ist das Recycling von Batterien besonders wichtig. So sparen wir Ressourcen und schützen die Natur vor gefährlichen Inhaltsstoffen. In Österreich wird nicht einmal jede zweite Batterie fachgerecht entsorgt. Hier wollen wir noch deutlich besser werden“, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler zum Auftakt der Kampagne "Her mit Leer", einer Informationskampagne zur richtigen Entsorgung von Gerätealtbatterien und Akkus.
 
Richtiges Entsorgen
Eine aktuelle market-Umfrage der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle von Februar 2021 hat gezeigt, dass Österreicher bereits jetzt viel über die richtige Entsorgung von Batterien wissen. Für die Hälfte der Bevölkerung hat das Thema eine sehr hohe Relevanz. Auch das Wissen über Lithium-Ionen-Batterien und Akkus in Smartphones, Tablets und Laptops sowie die damit verbundenen Gefahren, wie Überhitzung und Brandgefahr, ist seit 2016 durch kontinuierliche Aufklärungsarbeit deutlich gewachsen (von 48 Prozent 2016 auf 60 Prozent im Jahr 2021). Handlungsbedarf gibt es vor allem bei der Bevölkerung in den Städten und bei Jüngeren. „Jugendliche zählen nicht zuletzt durch den pandemiebedingten Digitalisierungsschub und deren generelles Kommunikationsverhalten zu den ‚Heavy Usern‘ und sind daher eine wichtige Zielgruppe für unsere Informationsarbeit“, betont Elisabeth Giehser, Geschäftsführerin der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle. Auch wenn die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Bevölkerung gut informiert ist und das Problembewusstsein steigt, spiegelt sich dieses Wissen nicht im Verhalten wider. Noch immer werden viel zu viele Altbatterien nicht fachgerecht entsorgt oder in Schubladen verstaut. Die Restmüllanalyse aus 2018 hat ergeben, dass rund 870 Tonnen Altbatterien pro Jahr im Restmüll landeten. Im vergangenen Jahr konnte die von der EU vorgegebene Sammelquote von 45 Prozent bei Gerätealtbatterien mit 48 Prozent erreicht werden. Im Jahr 2019 wurde das Ziel mit 45 Prozent nur knapp erreicht. Eine Intensivierung der Bewusstseinsarbeit ist daher nötig, um die Sammelquote in Zukunft noch deutlicher zu übertreffen.
 
Schulterschluss
Genau hier soll die von der EAK initiierte Informationskampagne „Her mit Leer“ ansetzen. Ziel ist es, den Wissensstand der Gesamtbevölkerung zur fachgerechten Entsorgung von Batterien und Akkus nachhaltig zu steigern und durch die intensive Aufklärungsarbeit eine spürbare Verhaltensänderung bei den KonsumentInnen zu erreichen. Neben dem Bundesministerium für Klimaschutz, dem Österreichischen Gemeindebund, dem Österreichischen Städtebund, der Wirtschaftskammer Österreich, der ARGE österreichischer Abfallwirtschaftsverbände, der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria GmbH, der European Recycling Plattform, der UFH Elektroaltgeräte Systembetreiber GmbH, der Elektro Recycling Austria GmbH, Interseroh Austria GmbH und Varta konnten auch die REWE Gruppe, Hofer, Lidl und Spar für die Kampagne gewonnen werden. Dank der Kooperation mit Gemeinden, Städten, Abfallwirtschaftsverbänden und dem Handel verfügt Österreich über das dichteste Sammelnetz Europas. Der Handel stellt mit dem weitverzweigten Filialnetz und seinen tausenden Geschäften eine tragende Säule dieser Informationskampagne dar. „Die plakativen Batterie-Sammelboxen, die in tausenden Filialen aufgestellt werden, bieten den Konsumenten niederschwellig unzählige Möglichkeiten, ihre Altbatterien dort einfach und unkompliziert nach ihrem Einkauf fachgerecht zu entsorgen“, freut sich Robert Pfarrwaller, Obmann des Bundesgremiums Elektro- und Einrichtungsfachhandel. „Es muss mit vereinten Kräften gelingen, das Verhalten der Bevölkerung zu ändern und die Sammelquote bei Altbatterien weiter zu erhöhen“, so Pfarrwaller weiter.

Ein weiterer problematischer Aspekt ist, dass immer mehr Lithium-Akkus aus alten Elektrogeräten im Restmüll landen, was immer wieder zu Bränden in Behandlungsanlagen führt und in der Entsorgungswirtschaft Millionenschäden verursacht. Entsprechend sind hier die Kosten im Auge zu behalten. „Die Gemeinden erwarten sich in diesem Zusammenhang Planungssicherheit und Kostenwahrheit für die steigenden Kosten bei der Sammlung von Lithiumbatterien. „Besonders die Wirtschaft muss auch hier ihren ehrlichen Beitrag zur Finanzierung der steigenden Sammelkosten leisten,“ so Alfred Riedl, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes. Die Herausforderungen im österreichischen Abfallwirtschaftssystem auf dem Weg in Richtung Kreislaufwirtschaft sind daher groß. „Die Tatsache, dass im 21. Jahrhundert immer noch jede 3. Batterie im Restmüll landet, ist inakzeptabel. Hier geht es nicht nur um eine nachhaltige Umwelt, sondern auch um Verschwendung von Steuergeld,“ so Riedl abschließend.


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